Mehr Klarheit bei Internet-Vergleichsportalen

Verbraucherzentrale Hessen und das hessische Verbraucherschutzministerium fordern: Weg mit automatischer Voreinstellung, dafür Infos über Vermittlungsprovisionen

(lifePR) ( Frankfurt, Wiesbaden, )
Politiker und Verbraucherschützer fordern mehr Klarheit bei Internet-Vergleichsportalen im Energiebereich. Nutzern sei häufig nicht bewusst, dass voreingestellte kleine Häkchen im Auswahlmenü dazu führten, dass Anbieter am günstigsten erscheinen, die Kautionszahlungen oder Vorauskasse verlangen, kritisierten Hessens Verbraucherschutzministerin Lucia Puttrich und die Verbraucherzentrale Hessen am Montag in Wiesbaden.

"Preisvergleiche im Internet sind wichtig, damit Kunden den günstigsten Stromanbieter finden. Dass jedoch der Billigste nicht immer der Beste ist, hat nicht zuletzt die Teldafax-Pleite gezeigt", sagte Puttrich. Bei den meisten Stromtarifrechnern landeten aber Angebote weit oben, die Vorkasse verlangen. "Wenn dann bezahlt ist und der Anbieter die Stromlieferung einstellt, schauen die Verbraucher dem Geld hinterher. Deshalb ist es wichtig, dass die Kunden sicher gehen können, dass der Anbieter seriös ist."

Die Ministerin ist sich mit Verbraucherschützern einig: Die voreingestellten Häkchen im Auswahlmenü müssen weg. "Wenn die Betreiber der Portale behaupten, die Voreinstellungen entsprächen den Wünschen der Nutzer, so ist dies schlicht falsch. Voreinstellungen - wie etwa zu Vorkasse, Paketangeboten, einmaligen Bonus- oder Kautionszahlungen - führen dazu, dass Tarife auf Bestplätzen landen, die dort gar nicht hingehören", so Jutta Gelbrich, Vorstand der der Verbraucherzentrale Hessen. Sie forderte die Schaffung von Mindeststandards für die Tarifgestaltung auf Internetportalen und außerdem, dass die Portale offenlegen, mit wem sie kooperieren und ob sie Provisionen für die Vermittlung von Strom- und Gaskunden erhalten.

Ferner sollten die Internetportale frühzeitig durch Warnhinweise auf Unregelmäßigkeiten reagieren. Dies müsse für Anbieter gelten, die im Falle von Preiserhöhungen ein Sonderkündigungsrecht verweigerten oder einen versprochenen Neukundenbonus nur dann auszahlen, wenn der Kunde vor Gericht zieht.

"Der Wechsel des Stromanbieters ist sinnvoll, weil die Verbraucher in diesem Fall ihren Einfluss geltend machen können. Deshalb ist es wichtig, dass die Vergleichsportale nachbessern und einen besseren Service anbieten. Es geht nicht darum, dass die günstigsten Lockangebote ganz oben erscheinen, sondern die wirtschaftlichsten Tarife", erklärte Puttrich.

Die Verbraucherzentrale Hessen informiert in ihrer neuen Verbraucherinformation "Stromanbieterwechsel: Tarifportale im Internet" auf www.verbraucher.de, was beim Anbieterwechsel via Internetportal zu beachten ist.

Ergänzende Informationen für Verbraucher:

- Persönliche Beratung zum Stromanbieterwechsel in allen Beratungsstellen der Verbraucherzentrale Hessen.
- Telefonische Beratung der Verbraucherzentrale Hessen zu Verbraucherrecht unter 0900 1 972010. 1,75 € pro Minute aus dem deutschen Festnetz; Mobilfunkpreise können abweichen.
- Weitere Informationen zum Stromanbieterwechsel auf www.verbraucher.de, Rubrik "Energiepreise, -markt" und www.verbraucherfenster.de
- Hessenweites Servicetelefon 0180 5 972010. 0,14 € pro Minute aus dem deutschen Festnetz; maximal 0,42 € pro Minute aus dem Mobilfunk. Informationen über das Beratungs- und Seminarangebote sowie die Öffnungszeiten der Beratungsstellen der Verbraucherzentrale Hessen; teilweise auch Terminvereinbarung möglich. Keine Beratung!
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