Kampf gegen unerlaubte und betrügerische Werbeanrufe

Verbraucherzentralen starten Umfrageaktion zu belästigenden Telefonanrufen und untergeschobenen Verträgen

(lifePR) ( Frankfurt am Main, )
Die Belästigung am Telefon durch unseriöse Unternehmen und Abzocker lässt nicht nach. Die Anrufer bedienen sich immer dreisterer Methoden. Inzwischen geben sie sich als Anwälte, Mitarbeiter von Behörden oder Verbraucherzentralen aus, um einen vertrauenswürdigen Eindruck zu erwecken. Im Gespräch werden dann Daten abgeglichen oder abgefragt, um Verbrauchern kostspielige Verträge unterzuschieben. Die Verbraucherzentralen wollen es nun genau wissen und starten eine bundesweite Umfrageaktion vom 18. Juni 2012 bis zum 16. September 2012. In diesem Zeitraum können Verbraucher ihre Erfahrungen mit unerlaubten und betrügerischen Werbeanrufen online über www.verbraucher oder direkt in den Beratungsstellen melden.

Cold Calling oder auch Kaltakquise - die Maschen sind vielfältig. Während es in der Vergangenheit oft um die Teilnahme an Gewinnspielen ging, werben Unternehmen immer häufiger damit, wie man sich vor Gewinnspielen und lästiger Telefonwerbung schützen kann. Dabei verwenden sie häufig falsche Identitäten wie Verbraucherzentralen, Datenschutzbehörden, Bundesnetzagentur, Gerichte. So versprechen die Anrufer, dass Verbraucher aus Listen zahlreicher Gewinnspieleintragungsfirmen gelöscht würden, wenn sie ein kostenpflichtiges Abonnement abschließen. Nicht selten geht es auch um den Verkauf von überteuerten Nahrungsergänzungsmitteln.

"So kann es nicht weitergehen! Den Telefonabzockern muss endlich das Handwerk gelegt werden", sagt Peter Lassek, Referent für Verbraucherrecht und -politik der Verbraucherzentrale Hessen. Hierfür müsse das Gesetz zur Bekämpfung unerlaubter Telefonwerbung dringend verschärft werden. "Seit Jahren fordern die Verbraucherzentralen, dass Verträge, die durch unerlaubte Telefonwerbung angebahnt werden, nur dann wirksam werden dürfen, wenn Verbraucher sie schriftlich bestätigen", betont Lassek.

Der Gesetzgeber hat in 2009 unter anderem höhere Bußgelder beschlossen, wenn Firmen ohne ausdrückliche Einwilligung der Verbraucher Werbeanrufe tätigen. "Die vielen Beschwerden zeigen jedoch, dass die gesetzlichen Regelungen nicht ausreichen", sagt Peter Lassek. In den Gesprächen werden den Angerufenen beispielsweise persönliche Daten entlockt, Sperrboxen zur Abwehr von Werbeanrufen aufgedrängt oder Zeitschriften-Abos untergeschoben. Teilweise wird sogar die im Display angezeigte Telefonnummer manipuliert. Entweder schalten die Anrufer dabei die tatsächliche Rufnummer der im Telefonat genannten Institution oder Behörde vor oder sie verwenden Phantasienummern. Bei einem Rückruf hört man dann die Ansage "Kein Anschluss unter dieser Nummer". "Dieser Dreistigkeit müssen endlich wirksame Grenzen gesetzt werden. Der Telefonterror wird erst dann abnehmen, wenn er sich wirtschaftlich nicht mehr lohnt", so Lassek. Die Ergebnisse der Umfrage sollen den dringenden dringenden gesetzgeberischen Handlungsbedarf untermauern.

Ergänzende Informationen für Verbraucher/innen:

- Telefonische Beratung der Verbraucherzentrale Hessen zu Verbraucherrecht montags bis donnerstags von 10 bis 18 Uhr unter 0900 1 972010. 1,75 € pro Minute aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunkpreise können abweichen.

- Hessenweites Servicetelefon der Verbraucherzentrale Hessen e.V.: 0180 5 972010. 0,14 € pro Minute aus dem deutschen Festnetz, aus dem Mobilfunk maximal 0,42 € pro Minute. Informationen über alle Beratungs- und Seminarangebote sowie die Öffnungszeiten der Beratungsstellen der Verbraucherzentrale Hessen; teilweise auch Terminvereinbarung möglich. Keine Beratung!
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