Getreidedrinks: Werbeaussagen über Zuckergehalt oftmals verwirrend

Verbraucherzentrale Hessen fordert eindeutige Kennzeichnung

(lifePR) ( Frankfurt am Main, )
"Ohne Zuckerzusatz", "ungesüßt" und "natur": So lautet die Werbung direkt vorne auf der Verpackung vieler Getreidedrinks. Doch wer einen neutral schmeckenden Milchersatz auf Getreidebasis erwartet, kann mit den Produkten unangenehme Überraschungen erleben. Rund ein Drittel der Getränke weist nämlich laut der Nährwertkennzeichnung im Kleingedruckten einen unerwartet hohen Zuckergehalt auf und schmeckt süß. Zu diesem Ergebnis kommt ein Marktcheck der Verbraucherzentrale Hessen im Oktober 2011 in Frankfurt. "Die Anbieter dürfen mit der Werbung auf Getreidedrinks keine falschen Erwartungen wecken und sollten klar und deutlich kennzeichnen, dass und wie viel Zucker enthalten ist", fordert Andrea Schauff von der Verbraucherzentrale Hessen.

Im Marktcheck überprüften die Ernährungsexperten der Verbraucherzentrale Hessen die Kennzeichnung von siebzehn Milchersatzgetränken auf Basis von Reis, Hafer und Soja in sieben Frankfurter Geschäften - Drogerien, Reformhäuser, (Bio)-Supermärkte und Discounter.

Bei sechs Reis- und Haferdrinks suggerieren die hervorgehobenen nährwertbezogenen Angaben einen neutral schmeckenden Milchersatz ohne Zuckerzusatz. Dagegen verrät die unscheinbare Nährwertkennzeichnung Zuckergehalte von 4 bis zu 9,5 Gramm Zucker pro 100 Milliliter Getränk. Gleichzeitig deklariert jeder dritte Anbieter im Kleingedruckten der Packungen den Hinweis "enthält von Natur aus Zucker" oder "natürlich milde Süße". Dem Milchersatz aus Getreide und Soja wird in diesen Fällen zwar tatsächlich kein Zucker zugesetzt. Der natürliche Zuckergehalt von Hafer und Reis vervielfacht sich aber durch den Herstellungsprozess zum Teil drastisch. Dies geschieht durch den Zusatz von Enzymen, die die Getreidestärke zu Zucker aufspalten. Allerdings lässt sich die Zuckermenge im Endprodukt je nach Art und Menge der Enzyme, Temperatur und Fermentationsdauer steuern. Für die Herstellung von Sojamilch werden keine Enzyme eingesetzt. Die Sojadrinks weisen daher relativ geringe Zuckergehalte von etwa einem Gramm pro 100 Milliliter auf.

"Werbeaussagen, die Getreidedrinks als ungesüßte Produkte erscheinen lassen, sind fehl am Platz. Damit werden bei Verbrauchern falsche Erwartungen geweckt. Alle Hersteller müssen daher für eine klare, eindeutige Kennzeichnung des Zuckergehaltes bei Milchersatzgetränken sorgen", fordert Schauff.

Rund ein Drittel (6) der Hersteller zeigt, dass es anders geht: Sie verzichten auf die zuckerbezogene Werbung und geben zum Teil den Zuckergehalt direkt auf der Vorderseite der Verpackung an. Dazu gehören drei Getränke auf Sojabasis.

Wer eine ungewollte süße Überraschung bei Getreidedrinks vermeiden will, sollte die Zuckergehalte in der Nährwertkennzeichnung auf den Produkten vergleichen.

Eine Übersicht der im Marktcheck überprüften Getreide- und Sojadrinks ist unter www.verbraucher.de herunterladbar.

Ergänzende Informationen für Verbraucher:

- Telefonische Beratung der Verbraucherzentrale Hessen zum Thema "Lebensmittel und Ernährung" dienstags 10 bis 14 Uhr unter 0900 1 972012. 0,90 € pro Minute aus dem deutschen Festnetz; Mobilfunkpreise können abweichen.
- Ratgeberangebot unter www.verbraucher.de
- Hessenweites Servicetelefon 0180 5 972010. 0,14 € pro Minute aus dem deutschen Festnetz; Mobilfunkpreise maximal 0,42 € pro Minute. Informationen über das Beratungs- und Seminarangebot sowie die Öffnungszeiten der Beratungsstellen der Verbraucherzentrale Hessen; teilweise auch Terminvereinbarung möglich. Keine Beratung!
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