Samstag, 21. Juli 2018


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Blackbox Food-to-go

Verbraucherzentrale Hessen und das Internetprotal Lebensmittelklarheit.de prüfen Angaben zu Zutaten, Allergenen & Co.

Frankfurt am Main, (lifePR) - Nicht immer steht drauf, was drin ist: Food-to-go wie Salate, Dressings und Desserts aus der Selbstbedienungstheke ist meist nicht so gekennzeichnet, wie es sein sollte. Der Marktcheck der Verbraucherzentrale Hessen zu Lebensmitteln und Speisen zur Außerhausverpflegung deckt erhebliche Mängel auf. Es fehlen Hinweise zu Allergenen, komplette Zutatenverzeichnisse oder Produkte sind gar nicht gekennzeichnet. Ausgelobte Zutaten fehlen zum Teil in der Zutatenliste.

In einem Gemeinschaftsprojekt bewerteten die Lebensmittelexpertinnen des Internetportals Lebensmittelklarheit.de und der Verbraucherzentrale Hessen die Kennzeichnung von 24 Produkten zum unmittelbaren Verzehr: Die überprüften frischen Salate, Dressings und Desserts zum Mitnehmen stammen aus hessischen Feinkostgeschäften und von deutschlandweit tätigen Anbietern wie Quicker’s, Schlemmermeyer oder SCOOM.

Neue gesetzliche Regelungen in Kraft

Anlass für den Marktcheck ist die neue nationale Lebensmittelinformations-Durchführungsverordnung (LMIDV). Sie regelt seit Juli 2017 unter anderem die Kennzeichnung für unmittelbar zum Verkauf vorverpackte Lebensmittel aus der Selbstbedienungstheke. Alle Angaben, die auf Lebensmitteln in Fertigpackungen Pflicht sind, wie Zutatenliste, Mindesthaltbarkeitsdatum, Name und Anschrift des Anbieters, müssen auch auf „Food-to-go“ stehen. Nur die Nährwertdeklaration ist freiwillig und die Nettofüllmenge darf auch auf einem Schild neben dem Produkt stehen.

Pflichtangaben fehlen, sind unvollständig oder falsch

Bei einem Schokopudding, der laut Zutatenverzeichnis nur aus Milch, Sahne und modifizierter Stärke bestehen soll, stellt sich die Frage, wieso der Pudding „Schoko“ heißt. Denn Schokolade oder Kakao tauchen im Zutatenverzeichnis nicht auf. Mal ganz abgesehen davon, sind die Allergene Milch und Sahne nicht hervorgehoben.

Wer wissen möchte, was im Balsamico-Dressing steckt, wird mit der Aussage „nach altem Rezept & bestem Balsamico“ abgespeist. Anstelle eines Mindesthaltbarkeitsdatums steht auf einem anderen Dressing der Hinweis „Bitte gekühlt halten und selbst immer cool bleiben. Frisch am Kauftag genießen (…)“. Was als lockerer Spruch daher kommen soll, ist rechtlich nicht erlaubt.

Gesundheitliche Risiken nicht ausgeschlossen

Das Ergebnis ist erschreckend: „Nur zwei Produkte waren vorschriftsgemäß gekennzeichnet“, sagt Wiebke Franz, Ernährungsexpertin bei der Verbraucherzentrale Hessen. „Abgesehen davon, dass Verbraucher ein Recht auf die vorgeschriebenen Informationen haben, besteht ein erhöhtes gesundheitliches Risiko für Allergiker bei fehlenden oder falschen Hinweisen“, so Franz.

Hier besteht dringend Handlungsbedarf: Die Anbieter von Food-to-go müssen sich über die neue Verordnung informieren und sie umsetzen. Daneben sollte die Lebensmittelüberwachung die Einhaltung der neuen Rechtsvorschriften in den betroffenen Geschäften gezielt überprüfen und Verstöße ahnden. Denn Verbraucher wollen wissen, was sie kaufen.

Hintergrund: food-to-go: kein Verlass auf die kennzeicnung

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