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Pressemitteilung BoxID: 700257 (Verbraucherzentrale Hessen e. V.)
  • Verbraucherzentrale Hessen e. V.
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  • 60313 Frankfurt am Main
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Binären Optionen: Beschwerden über unseriöse Anbieter

(lifePR) (Frankfurt/Berlin, ) Hohe Gewinne auch mit Einsätzen ab 100 Euro und ohne große Vorkenntnisse – das versprechen Anbieter beim Handel mit binären Optionen. Anleger spekulieren dabei auf steigende oder fallende Kurse von Aktien, Rohstoffen oder Währungen zu einem bestimmten Termin. Aktuelle Marktwächter-Recherchen ergeben: Unseriöse Anbieter sind mit am Markt. Dem Marktwächter-Team der Verbraucherzentrale Hessen liegen Beschwerden aus acht Bundesländern zu 20 verschiedenen Handelsplattformen vor. Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde ESMA greift nun hart durch und führt zum Schutz von Kleinanlegern ein Vertriebsverbot für binäre Optionen ein.

Der Handel mit binären Optionen wird über Internetplattformen abgewickelt, bislang legal, aber für Verbraucher hochriskant. „Oft klingen diese Angebote nach einfachem, schnellem Geld“, sagt Wolf Brandes, Teamleiter Grauer Kapitalmarkt beim Marktwächter Finanzen der Verbraucherzentrale Hessen. „Letztlich ist es aber nur eine Wette auf bestimmte Entwicklungen an den Börsen. Wir warnen seit langer Zeit vor dieser Art der Geldanlage. Verbraucher melden uns dazu seit Jahren Beschwerden. Unserer Warnungen tragen nun Früchte. Dass die ESMA hier nun durchgreift, um Kleinanleger zu schützen, ist aus Verbrauchersicht der richtige Schritt.“

Geschäftsbedingungen beNachteiligen Verbraucher

Bei der Prüfung der Geschäftsbedingungen von 24option, Anyoption, BDSwiss und Option888 – zu diesen Anbietern gab es die meisten Beschwerden –  fielen den Marktwächterexperten zahlreiche Klauseln ins Auge, die Verbraucher benachteiligen. So haben die Betreiber im Einzelfall das Recht, die Handelsplattform jederzeit stillzulegen oder Kosten, Gebühren und Provisionen „von Zeit zu Zeit zu variieren“.

„Die Geschäftsbedingungen sind oft intransparent und vage, manchmal schlicht unrechtmäßig. Verbraucher sollen sich in einem Fall sogar verpflichten, ihre finanzielle Situation offenzulegen oder pauschal der Verwendung ihrer Daten für Werbezwecke zuzustimmen“, kritisiert Brandes. „Teilweise stellt man mit der Zustimmung zu den AGB den Plattformen eine Art Freifahrtschein aus.“

Auszahlungen bleiben aus, Anbieter verschwinden

Verbraucher schilderten, dass sie nach anfänglichen Gewinnen nur noch verloren, dass die Auszahlung von Gewinnen ausblieb oder die Anbieter nicht mehr erreichbar seien. Eine der Plattformen, zu der mehrere Beschwerden vorliegen, hat zwischenzeitlich den Handel über die Webseite eingestellt und ist nicht mehr erreichbar; für die Auszahlung von Guthaben wird auf einen englisch sprachigen Kundendienst verwiesen.

Rechtsdurchsetzung erschwert

Da alle untersuchten Anbieter laut Impressum im (oft weit entfernten) Ausland registriert sind, ist für geschädigte Anleger eine Rechtsdurchsetzung kaum möglich. Verflechtungen erschweren zudem die Suche nach den Verantwortlichen. So hat ein Plattformbetreiber seinen Sitz in Samoa, die Domainabfrage führt zu einem Betreiber auf den Seychellen und das Geld der Anleger soll auf ein deutsches Konto überwiesen werden.

Vertriebsverbot an Kleinanleger Tritt in einem Monat in Kraft

Bereits im Januar teilte die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde ESMA mit, dass sie ein Verbot der Vermarktung, des Vertriebs und des Verkaufs von binären Optionen an Kleinanleger prüfe. 2016 hatte die Behörde vor den Finanzprodukten gewarnt – ebenso wie die deutsche Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Beim Anbieter Option888 ist die BaFin mittlerweile tätig geworden und hat die Einstellung des Geschäfts verfügt. Die Maßnahmen der ESMA in Bezug auf binäre Optionen treten laut Mitteilung der Behörde in einem Monat in Kraft.

Über den Marktwächter Finanzen:

Der Marktwächter Finanzen ist ein Projekt, mit dem der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und die Verbraucherzentralen den Finanzmarkt aus Perspektive der Verbraucher beobachten. Hierfür werden Beschwerden und Beratungen von Verbrauchern aus allen 16 deutschen Verbraucherzentralen über ein Frühwarnnetzwerk systematisch ausgewertet. Zudem werden empirische Untersuchungen durchgeführt. So können Schwachstellen und Fehlentwicklungen erkannt, Verbraucher frühzeitig gewarnt und Aufsichts- und Regulierungsbehörden bei ihrer Arbeit unterstützt werden. Insgesamt untersuchen fünf Schwerpunkt-Verbraucherzentralen den Finanzmarkt: Baden-Württemberg (Geldanlage und Altersvorsorge), Bremen (Immobilienfinanzierung), Hamburg (Versicherungen), Hessen (Grauer Kapitalmarkt) und Sachsen (Bankdienstleistungen und Konsumentenkredite). Der Marktwächter Finanzen wird durch das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) gefördert. www.marktwaechter.de/finanzen
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