100 Tage www.klartext-nahrungsergaenzung.de

Das Internetangebot der Verbraucherzentralen legt den Finger in die Wunde

(lifePR) ( Frankfurt am Main, )
100 Tage nach dem Start ihres interaktiven Online-Angebots „Klartext-Nahrungsergänzung“ ziehen die Verbraucherzentralen Zwischenbilanz: Mehr als eine viertel Million Seitenaufrufe, Fragen und Beschwerden zeigen deutlich, dass Verbraucherinnen und Verbraucher verlässliche Orientierung und anbieterunabhängige Informationen zu Nahrungsergänzungsmitteln benötigen. Sie erwarten aufgrund der Bewerbung und Aufmachung der Produkte häufig krankheitslindernde oder -heilende Wirkungen. Doch anders als Arzneimittel durchlaufen Nahrungsergänzungsmittel kein behördliches Zulassungsverfahren mit Prüfung auf Wirksamkeit und Sicherheit, ehe sie auf den Markt kommen. Die Verbraucherzentralen und ihr Bundesverband vzbv sehen dringenden Handlungsbedarf bei Gesetzgebung und Lebensmittelüberwachung. Das Positionspapier „Klartext Nahrungsergänzung“ fasst ihre verbraucherpolitischen Forderungen zusammen.

Verbraucher erwarten Produkte mit nachgewiesener Wirksamkeit

Fast 40 Prozent der Ratsuchenden, die sich an Klartext Nahrungsergänzung wenden, erwarten heilende oder -lindernde Wirkungen, z. B. bei Gelenk-, Augen- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. „Kein Wunder, denn die Mittel kommen wie Medikamente als Pillen und Pulver daher“, so Andrea Schauff von der Verbraucherzentrale Hessen. „Häufig sind ihnen außer Vitaminen und Mineralstoffen mit zugelassenen gesundheitsbezogenen Aussagen auch Stoffe wie Glucosamin, Astaxanthin oder Carnitin zugesetzt. Dabei sind Anforderungen an diese sonstigen Stoffe für die Verwendung in Nahrungsergänzungsmitteln nicht geregelt. Sie werden in der Produktaufmachung häufig in den Vordergrund gerückt, ohne dass es für sie zugelassene gesundheitsbezogene Angaben gibt“, beanstandet Schauff. In fast jeder zehnten Anfrage kommen Empfehlungen für derartige Produkte sogar von Vertrauenspersonen wie Ärzten, Heilpraktikern und Apothekern. Nahrungsergänzungsmittel sind jedoch rechtlich Lebensmittel und nicht zur Vorbeugung, Linderung oder Heilung von Krankheiten vorgesehen. Sie dienen allein der Ergänzung der normalen Ernährung.

Die Internetseite bündelt aktuelle Informationen

Bei den rund 280.000 Seitenzugriffen auf Klartext Nahrungsergänzung binnen 100 Tagen stand die Rubrik „Produkte und Informationen" hoch im Kurs. Hier finden Verbraucher und Multiplikatoren mittlerweile mehr als 100 Artikel mit Wissenswertem über Risiken, rechtliche Bestimmungen, Produkte nach Anwendungsgebieten und Zielgruppen. Dabei interessierten besonders Informationen zu Produkten, die das Immunsystem stärken oder Gelenke und Knochen beweglich und schmerzfrei halten sollen. Sehr wichtig in der Rubrik sind die konkreten Warnungen vor gesundheitsschädlichen Produkten und unseriösen Verkaufsmethoden. „Aktuell warnen wir vor einer Firma, die Verbraucher telefonisch in Abofallen für fragwürdige Ginkgo-Produkte lockt“, so Schauff. Untersuchungsergebnisse der Überwachungsbehörden zu speziellen Produktgruppen oder Inhaltsstoffen ergänzen die Warnmeldungen. Hier geht es z. B. um als „rein pflanzlich“ deklarierte Nahrungsergänzungen zum Abnehmen mit dem gesundheitlich bedenklichen Wirkstoff Synephrin.

Die Meinung der Verbraucher zählt

Die Rubrik „Markt und Meinung“ liefert mit bereits knapp 30 Beiträgen unter anderem aktuelle Marktanalysen der Verbraucherschützer. So traf der erste Marktcheck zu magnesiumhaltigen Nahrungsergänzungsmitteln auf hohes Interesse. „Bei der künftigen Themenwahl orientieren wir uns daher an Produktgruppen, zu denen vermehrt Fragen und Beschwerden eingehen“, so Schauff. Zudem ermöglichen Umfragen den Seitenbesuchern, ihre Meinung und Erfahrungen zu Nahrungsergänzungen kundzutun.

Das Internetangebot www.klartext-nahrungsergaenzung.de wird im Rahmen einer Gemeinschaftsaktion der Verbraucherzentralen durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gefördert.

Ergänzende Informationen für Verbraucher:


klartext-nahrungsergaenzung.de
Positionspapier „Klartext Nahrungsergänzung“ der Verbraucherzentralen und des vzbv
Telefonische Beratung der Verbraucherzentrale Hessen zu Lebensmitteln und Ernährung dienstags 10 -14 Uhr unter 0900 1 972012. 0,90 € pro Minute aus dem deutschen Festnetz; Mobilfunkpreise können abweichen.
Hessenweites Servicetelefon (069) 972010-900. Informationen über die Beratungs- und Seminarangebote sowie die Öffnungszeiten der Beratungsstellen der Verbraucherzentrale Hessen; Terminvereinbarung möglich. Keine Beratung!
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