Montag, 25. September 2017


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Rürup-Verträge mit Knebelklausel

Klage gegen Aspecta Lebensversicherung eingereicht

Hamburg, (lifePR) - Die Verbraucherzentrale Hamburg hat gegen den Versicherer Aspecta Klage beim Landgericht Köln eingereicht. Damit soll erreicht werden, dass die "Beitragsfreistellungsklausel" in den sogenannten Rürup-Verträgen nicht mehr verwendet wird. Das Verfahren hat grundsätzliche Bedeutung für die gesamte Versicherungsbranche.

Die Analyse zahlreicher Fälle durch die Verbraucherzentrale ergab: Was kaum einer erfährt, der zur Altersvorsorge einen steuerlich geförderten Vertrag abschließt: Das Risiko, Geld zu verlieren, ist enorm hoch. Kann nämlich der Versicherungskunde nach einiger Zeit die Beiträge nicht mehr zahlen, so kann es passieren, dass das gesamte bisher eingezahlte Geld futsch ist. "Bei Beitragsfreistellung im ersten Versicherungsjahr erlischt die Versicherung" - heißt es in den Bedingungen. Doch auch in den Folgejahren kann die Beitragseinstellung noch zum Totalverlust führen. Gerade junge Selbstständige - die Zielgruppe für diese Versicherung! - müssen damit rechnen, dass in den ersten Berufsjahren Einkommensschwankungen auftreten. Reicht das Geld gerade für Miete, Essen und den nötigen Lebensunterhalt und muss die Altersvorsorge "auf Eis gelegt" werden, so erleben die Rürup-Kunden eine böse Überraschung.

Die Verbraucherzentrale Hamburg hatte die Aspecta außergerichtlich zur Unterlassung aufgefordert. Die Abgabe einer Unterlassungserklärung wurde verweigert, daher wurde jetzt die Klage erhoben.

Das Verfahren ist von grundsätzlicher Bedeutung. Gleichlautende oder vergleichbare Klauseln finden sich in nahezu allen sogenannten Rürup-Verträgen. So lange die Stornoquote bei Verträgen mit einer Laufzeit von 30 Jahren über 76 Prozent liegt, raten die Verbraucherschützer: "Bloß die Finger weg von Rürup-Verträgen! Auch eventuelle Steuervorteile wiegen das hohe Risiko des Totalverlustes nicht auf".

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