Unabhängiger Patientenberatung droht Finanzierungslücke

Bundestag berät am Freitag zur Zukunft der Patientenberatung

(lifePR) ( Berlin, )
Vor einer Finanzierungslücke bei der unabhängigen Patientenberatung warnt der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). Er fordert den Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und das Bundesgesundheitsministerium auf, einen geordneten Übergang von der am 31. Dezember 2010 endenden Modellphase zur Regelförderung sicherzustellen. "Es würde dem guten Ruf der Patientenberatung schaden, wenn Ratsuchende vorübergehend vor verschlossenen Türen stünden", warnt Vorstand Gerd Billen. Am Freitag berät der Bundestag in erster Lesung über die dauerhafte Finanzierung der Patientenberatung.

Nach den Plänen der Bundesregierung soll der GKV-Spitzenverband künftig jährlich 5,2 Millionen Euro für die Patientenberatung ausgeben. Diese Summe würde analog zur Einnahmeentwicklung der Krankenkassen jährlich angepasst. Auch private Krankenversicherungen sollen die Möglichkeit haben, die Beratung finanziell zu fördern. Um den Einfluss der Krankenversicherung zu begrenzen, ist vorgesehen, den Patientenbeauftragten der Bundesregierung sowie Vertreter von Patientenorganisationen zu beteiligen. "Das ist eine gute Lösung, die die Arbeit der Unabhängigkeit der Patientenberatung künftig auf tragfähige Füße stellt", so Billen.

Allerdings droht zunächst eine Finanzierungslücke, denn alle Verträge der zweiten Modellphase enden am 31. Dezember 2010. Selbst wenn noch in diesem Monat ausgeschrieben würde, wird sich das Vergabeverfahren mindestens bis Ende November hinziehen. Der vzbv sieht daher das Bundesministerium für Gesundheit und den GKV-Spitzenverband in der Pflicht, ihre Zusagen einzulösen und für einen bruchlosen Übergang zwischen Modellphase und Regelangebot zu sorgen. "Wenn nichts passiert, steht die erfolgreiche Arbeit der vergangenen fünf Jahre auf dem Spiel", warnt Billen.

Startschuss im Jahr 2000

Im Jahr 2000 verpflichtete der Bundestag die gesetzlichen Krankenkassen, unabhängige Patientenberatung im Rahmen eines Modellvorhabens mit 5,1 Millionen Euro pro Jahr zu fördern. Es folgten zwei Modellphasen mit wissenschaftlicher Begleitung. Das Ergebnis: Der Ansatz, Patienten zu gesundheitlich-medizinischen, juristischen und psycho-sozialen Themen von unabhängiger Stelle zu beraten, hat sich bewährt. Die zweite Modellphase wird derzeit von der Unabhängige Patientenberatung Deutschland gGmbH (UPD) durchgeführt, an der neben dem Verbraucherzentrale Bundesverband auch der Sozialverband VdK Deutschland und der Verbund Unabhängige Patientenberatung als Gesellschafter beteiligt sind.
Für die oben stehenden Pressemitteilungen, das angezeigte Event bzw. das Stellenangebot sowie für das angezeigte Bild- und Tonmaterial ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmeninfo bei Klick auf Bild/Meldungstitel oder Firmeninfo rechte Spalte) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber der Pressetexte sowie der angehängten Bild-, Ton- und Informationsmaterialien.
Die Nutzung von hier veröffentlichten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Bei Veröffentlichung senden Sie bitte ein Belegexemplar an service@lifepr.de.