Donnerstag, 26. April 2018


  • Pressemitteilung BoxID 644608

Gericht untersagt Abzocke in Notsituationen

Verbraucherzentrale gewinnt Klage und gibt Tipps was zu tun ist, wenn Schlüsseldienste überhöhte Preise verlangen

Potsdam, (lifePR) - Die Verbraucherzentrale Brandenburg (VZB) hat vor dem Landgericht Rostock einen Sieg gegen den Schlüsselnotdienst Sun 24 errungen. Streitpunkt waren mehrere, nach Ansicht der Verbraucherschützer unrechtmäßige Regelungen im Auftragsformular des Schlüsseldienstes. Das Gericht bestätigte die Auffassung der VZB. Betroffene haben in diesem Fall jedoch wenig Grund zur Freude.

Noch vor Ausführung der Arbeiten ließ der Schlüsseldienst Sun 24 Verbraucher ein Auftragsformular unterzeichnen, in dem sieben unwirksame Regelungen enthalten waren. „Mit der Unterschrift unter dem Auftrag unterzeichneten Betroffene so Klauseln, die den Notdienst von jeglicher Verantwortung für Fehler freisprechen sollten“, erklärt Juristin Sabine Fischer-Volk von der Verbraucherzentrale Brandenburg.

Unter anderem versuchte Sun 24, sich von der Haftung im Fall eines Mangels freizusprechen. Das Kleingedruckte enthielt weiterhin Angaben zu angeblich bereits getroffenen Preisvereinbarungen. Zudem stand dort geschrieben, dass der Auftrag zur Zufriedenheit des Kunden ausgeführt worden sei. „Es ist natürlich nicht möglich, vor der Ausführung von Arbeiten die Zufriedenheit zu bestätigen und dies darüber hinaus zum Bestandteil des Vertrages zu machen“, so die Verbraucherschützerin. „Die Wirkung der beanstandeten Klauseln ist eindeutig: Verbraucher werden nach Bezahlung vor Ort davon abgehalten, Rückforderungsansprüche zu stellen.“

Um Verbraucher vor dieser Masche zu schützen, zog die Verbraucherzentrale Brandenburg vor Gericht – mit Erfolg. „Das Gericht hat die Ansicht der Verbraucherzentrale bestätigt und dem Schlüsseldienst untersagt, diese Regelungen weiterhin zu benutzen. Allerdings existiert die Firma Sun 24 inzwischen nicht mehr. Deshalb bleiben betroffene Verbraucher auf den überhöhten Rechnungen sitzen“, erklärt Fischer-Volk.

Immer wieder sorgen Schlüsseldienste bei Verbrauchern für Probleme. Deshalb empfiehlt die Verbraucherschützerin: „Bei begründeten Zweifeln an der Höhe des Preises, den der Schlüsseldienst vor Ort in Rechnung stellt, ist es immer besser, zunächst hartnäckig zu bleiben. Verbraucher sollten dann nur einen Teil der Summe anzahlen und die Rechnung auf ihre Rechtsmäßigkeit hin überprüfen lassen.“ Verbraucher, die einem Streit vor Ort vorbeugen wollen, sollten vorab am Telefon die Notlage genau beschreiben und mit dem Schlüsseldienst einen Festpreis inklusive Anfahrtspauschale vereinbaren. Das Öffnen einer nur zugefallenen Tür mit üblichem Schloss dauert in der Regel nur wenige Minuten und kostet etwa 75 bis 100 Euro. Für Einsätze außerhalb der üblichen Arbeitszeiten wie am späten Abend, an Wochenenden und Feiertagen darf der Notdienst darüber hinaus noch Zuschläge berechnen.

Betroffene, die Probleme mit Schlüsseldiensten haben, finden Individuellen Rat


in den Verbraucherberatungsstellen, Terminvereinbarung unter 0331 / 98 22 999 5 (Mo bis Fr, 9 bis 18 Uhr) oder online unter vzb.de/termine,
am Beratungstelefon unter 09001 / 775 770 (Mo bis Fr, 9 bis 18 Uhr, 1 €/min a. d. dt. Festnetz, Mobilfunk abweichend) sowie
per E-Mailberatung auf vzb.de/emailberatung

Verbraucherzentrale Brandenburg e.V.

Die Verbraucherzentrale Brandenburg e.V. (VZB) ist die wichtigste Interessenvertretung der Brandenburger Verbraucher gegenüber Wirtschaft und Politik. Sie bietet unabhängige Verbraucherberatung, -information und -bildung zu zahlreichen Themen: Markt & Recht, Reise & Freizeit, Finanzen & Versicherungen, Lebensmittel & Ernährung, Digitale Welt & Telekommunikation, Energie, Bauen & Wohnen. Zudem berät sie zu deutsch-polnischem Verbraucherrecht.

Darüber hinaus mahnt die VZB Unternehmen ab, die zu Ungunsten von Verbrauchern gegen geltendes Recht verstoßen und klärt die Öffentlichkeit über Verbraucherrechte, Abzockmaschen und Spartipps auf. Kürzlich feierte sie ihren 25. Geburtstag.

Aktuelle Informationen gibt es auf www.vzb.de und www.facebook.com/....

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

Luftwärmepumpe darf in geringem Abstand bleiben

, Verbraucher & Recht, ARAG SE

Die Parteien sind Nachbarn. Der Beklagte betreibt auf seinem Grundstück eine Luftwärmepumpe, die er in eine Holzhütte eingebaut hat. Die Hütte...

Ausgleichszahlung bei "Wildem Streik"

, Verbraucher & Recht, ARAG SE

Am 30.09.2016 kündigte die Fluggesellschaft TUIfly ihrer Belegschaft überraschend Pläne zur Umstrukturierung des Unternehmens an. Dies führte...

Disclaimer