Montag, 19. Februar 2018


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Studie zeigt Tätigkeitsprofil von Betreuungspersonen in der sogenannten "24-Stunden-Betreuung"

Bonn, (lifePR) - Sie arbeiten schwarz, 24 Stunden am Tag, fühlen sich ausgebeutet, verdienen
einen Hungerlohn, sind rechts- und versicherungslos, sprechen kaum Deutsch und sind schlecht
ausgebildet. Dieses Bild haben viele von osteuropäischen Betreuungspersonen, die in deutschen
Privathaushalten in der sogenannten „24-Stunden-Betreuung“ (Betreuung in häuslicher
Gemeinschaft) tätig sind. Doch die Realität sieht völlig anders aus: Die Betreuungspersonen
betrachten sich selbst als fair behandelt und empfinden ihre Entlohnung meist als angemessen.
Erstmals wurden die Tätigkeiten, die polnische Betreuungspersonen in deutschen Privathaushalten
erbringen, sowie deren persönlichen, beruflichen und finanziellen Hintergründe wissenschaftlich
untersucht – mit überraschenden Ergebnissen. Der Verband für häusliche Betreuung und Pflege
(VHBP e.V.) und die Hausengel PflegeAllianz e.V. haben die breit angelegte Studie bei der
Berufsakademie für Gesundheits- und Sozialwesen Saarland (BAGSS) in Auftrag gegeben.
Insgesamt wurden 904 polnische Betreuungspersonen, 94 Familienangehörige pflegebedürftiger
Senioren und 65 Dienstleistungsunternehmen der Branche befragt, sowie elf Tagesablaufprotokolle
ausgewertet.
Fairness, Autonomie und gute Bildung
Die zentralen Erkenntnisse der Studie überraschen: Die überwiegende Mehrheit der
Betreuungspersonen bewertet ihr Beschäftigungsverhältnis als fair und durch einen hohen Grad an
Autonomie gekennzeichnet. Knapp 98% der Befragten verfügen über umfassende Erfahrung als
Betreuungsperson, 78% von ihnen besitzen mindestens Abitur.
Der Studie zufolge sind die Hauptaufgaben dieser Personen die klassische Hauswirtschaft (2:42
Stunden/Tag), Betreuung (2:15 Stunden/Tag) und Grundpflege (1:41 Stunden am Tag). Die
durchschnittliche tägliche Arbeitszeit von Betreuungspersonen in häuslicher Gemeinschaft beträgt
laut der Studie sechs Stunden und 47 Minuten, was rund 45 Stunden in der Woche ausmacht. Das
durchschnittliche monatliche Nettoeinkommen dieser Betreuungspersonen beträgt rund 1200 Euro
bei freier Kost und Logis. Dies ist in etwa mit einem Bruttoeinkommen von 2000 bis 2200 Euro
gleichzusetzen.
„Für mich steht bei meiner Arbeit die Unterstützung absolut aller im Pflegeprozess beteiligten
Personen im Vordergrund. Dazu gehören ganz klar auch Betreuungspersonen aus Osteuropa. Wir
können nicht immer so tun, als wären diese Kräfte nicht da und als wären sie alle nicht qualifiziert
und würden ausgebeutet. Die Studie zeigt ein klares Bild der Tätigkeiten dieser Kräfte. Wir sollten

Verband für häusliche Betreuung und Pflege e.V

Sie arbeiten schwarz, 24 Stunden am Tag, fühlen sich ausgebeutet, verdienen einen Hungerlohn, sind rechts- und versicherungslos, sprechen kaum Deutsch und sind schlecht ausgebildet. Dieses Bild haben viele von osteuropäischen Betreuungspersonen, die in deutschen Privathaushalten in der sogenannten "24-Stunden-Betreuung" (Betreuung in häuslicher Gemeinschaft) tätig sind. Doch die Realität sieht völlig anders aus: Die Betreuungspersonen betrachten sich selbst als fair behandelt und empfinden ihre Entlohnung meist als angemessen.

Erstmals wurden die Tätigkeiten, die polnische Betreuungspersonen in deutschen Privathaushalten erbringen, sowie deren persönlichen, beruflichen und finanziellen Hintergründe wissenschaftlich untersucht - mit überraschenden Ergebnissen. Der Verband für häusliche Betreuung und Pflege (VHBP e.V.) und die Hausengel PflegeAllianz e.V. haben die breit angelegte Studie bei der Berufsakademie für Gesundheits- und Sozialwesen Saarland (BAGSS) in Auftrag gegeben.

Insgesamt wurden 904 polnische Betreuungspersonen, 94 Familienangehörige pflegebedürftiger Senioren und 65 Dienstleistungsunternehmen der Branche befragt, sowie elf Tagesablaufprotokolle ausgewertet.

Fairness, Autonomie und gute Bildung

Die zentralen Erkenntnisse der Studie überraschen: Die überwiegende Mehrheit der Betreuungspersonen bewertet ihr Beschäftigungsverhältnis als fair und durch einen hohen Grad an Autonomie gekennzeichnet. Knapp 98% der Befragten verfügen über umfassende Erfahrung als Betreuungsperson, 78% von ihnen besitzen mindestens Abitur.

Der Studie zufolge sind die Hauptaufgaben dieser Personen die klassische Hauswirtschaft (2:42 Stunden/Tag), Betreuung (2:15 Stunden/Tag) und Grundpflege (1:41 Stunden am Tag). Die durchschnittliche tägliche Arbeitszeit von Betreuungspersonen in häuslicher Gemeinschaft beträgt laut der Studie sechs Stunden und 47 Minuten, was rund 45 Stunden in der Woche ausmacht. Das durchschnittliche monatliche Nettoeinkommen dieser Betreuungspersonen beträgt rund 1200 Euro bei freier Kost und Logis. Dies ist in etwa mit einem Bruttoeinkommen von 2000 bis 2200 Euro gleichzusetzen.

"Für mich steht bei meiner Arbeit die Unterstützung absolut aller im Pflegeprozess beteiligten Personen im Vordergrund. Dazu gehören ganz klar auch Betreuungspersonen aus Osteuropa. Wir können nicht immer so tun, als wären diese Kräfte nicht da und als wären sie alle nicht qualifiziert und würden ausgebeutet. Die Studie zeigt ein klares Bild der Tätigkeiten dieser Kräfte. Wir sollten sie endlich anerkennen und offiziell in Pflegesettings integrieren", so Markus Oppel, Vorstandsvorsitzender der Hausengel PflegeAllianz e.V.

Integration in das deutsche Pflegeversicherungssystem Frederic Seebohm, Geschäftsführer des Verband für häusliche Betreuung und Pflege (VHBP e.V.) geht sogar noch einen Schritt weiter und fordert: "Die Betreuung in häuslicher Gemeinschaft ist zur selbstverständlichen und unverzichtbaren Versorgungsform alter und kranker Menschen geworden. Der VHBP setzt sich dafür ein, dass sie nach der Bundestagswahl Eingang in das reguläre Pflegeversicherungssystem findet."

Der vollständige Forschungsbericht steht unter folgendem Link zum Download bereit: http://www.bagss.de/... _Studie.pdf

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