Samstag, 25. Februar 2017


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Schulleitertag des VBE: „Schulentwicklung braucht Schulleitung“

(lifePR) (Mainz, ) Als "einen besonderen Missstand" bezeichnete Ludwig Eckinger, Bundesvorsitzender des Verbands Bildung und Erziehung (VBE), auf dem heute eröffneten Schulleitertag des VBE "die fehlende Anerkennung der Schulleiterinnen und Schulleiter". Zu hohe Unterrichtsverpflichtungen, zu wenig Leitungszeit und zu geringe finanzielle Anreize würden dazu führen, dass frei werdende Schulleiterstellen nicht neu besetzt werden könnten. Allein in Rheinland-Pfalz bleibe inzwischen jede zweite Schulleiterstelle ohne Bewerber. Eckinger betonte, angesichts der bevorstehenden Pensionierungswelle müsse dringend für die nötigen schulischen Führungskräfte aus der Lehrerschaft gesorgt werden. "Denn: Schulentwicklung ohne Schulleitung ist nicht möglich. Engagement und Expertise von Lehrerinnen und Lehrern potenzieren sich, wenn das Team kompetent geführt wird", sagte der VBE-Bundesvorsitzende weiter.

Vor den rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern betonte Eckinger, im Zuge zunehmender Dezentralisierung der administrativen Steuerung würden Schulen eigenverantwortlicher. Deshalb müssten auch Aufgaben und Funktion von Schulleiterin und Schulleiter klar beschrieben und mit allen Beteiligten kommuniziert werden. "Schulleiterinnen und Schulleiter sollen nicht nur viel sagen, sondern auch wirklich viel zu sagen haben", erklärte Eckinger. "Schulleitungen waren bisher nur etwas größere Rädchen als die Lehrkräfte im Getriebe der Schulbürokratie. Auf der Schulebene wird aber mehr denn je Führungspotenzial gebraucht, um die Qualität der Lernprozesse zu steigern." Eckinger forderte für "die Professionalisierung dieses schulischen Spezialberufs" Führungsakademien und Führungskollegs für Schulleiterinnen und Schulleiter. Zugleich warnte er davor, die große Bereitschaft von Schulleiterinnen und Schulleitern zu Veränderungen auszubeuten. Als besonderes Ärgernis würden sich in diesem Zusammenhang die Besoldungsstrukturen erweisen.

Schulleitung sei kein Anlernberuf, hob Johannes Müller, Landesvorsitzender des VBE Rheinland- Pfalz hervor. "Schulleitungen stehen heute vor besonderen Herausforderungen. Sie sollen das Dreiecksverhältnis von mehr Selbstständigkeit der Schulen, Einhaltung der Bildungsstandards und ständiger Evaluation ausbalancieren." Müller forderte eine professionelle Ausbildung für Schulleitungen und bekräftigte, Schulleitung müsse sich wieder lohnen.

Auf dem Schulleitertag sprach die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK) Annegret Kramp-Karrenbauer ein Grußwort. Sie bedankte sich "bei allen Schulleiterinnen und Schulleitern ausdrücklich für die Kooperationsbereitschaft und die 'Übersetzertätigkeit' von ministeriellen Zielsetzungen für die Kollegien, Eltern und Schülerschaft" und würdigte "die Schulleitung als Gelenkstelle in dem derzeitigen Prozess der Umsteuerung unseres Bildungswesens".

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