Donnerstag, 19. Oktober 2017


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Versichertenbund: von der Leyen führt Zwangsriester ein

Verbandschef: Transparenzregeln bei Riester verschleiern noch mehr

Berlin, (lifePR) - Der Bund der Versicherten hat seine Kritik am Vorschlag einer Zuschussrente durch Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen verschärft und auch die von der Bundesregierung geplanten Transparenzregeln als ungeeignet zurück gewiesen. Verbandschef Axel Kleinlein wirft der Ministerin vor, dass Geringverdiener künftig zwangsriestern müssen, obwohl sich die Verträge für sie überhaupt nicht lohnen. „Geringverdiener, die sich die Option für eine spätere Zuschussrente erhalten wollen, müssen zwangsweise riestern, weil es bei sehr niedrigen Prämien kaum andere Angebote gibt“, kritisiert Kleinlein in den VDI nachrichten. Doch die Verträge seien für Geringverdiener völlig unattraktiv. „Wo wenig Geld fließt, ist die Kostenposition übermäßig.“

Diese Probleme würden sich auch nicht durch die neuen Transparenzregeln ändern, die die Bundesregierung einführen will. „Das ist ein sehr kleiner Trippelschritt, der aber leider Fehlentwicklungen zementiert“, kritisiert Kleinlein. „An der Intransparenz der Kosten ändert dies nichts.“ Die vorgeschriebene Ausweisung der Effektivkosten bringe zum Beispiel keine Aufklärung, sondern zusätzliche Verwirrung. „Je später der vertragliche Rentenbeginn, desto niedriger sind die ,Effektivkosten‘, desto günstiger erscheint das Angebot.“ Die Versicherungsgesellschaften würden alle Möglichkeiten nutzen, um die Vergleichbarkeit der Verträge zu erschweren. „Verschiedene Lebensversicherer bieten bereits Rechnungen auf Basis der Gesamtkosten an – und wir stellen fest, dass diese Größe schon genutzt wird, um Angebote unvergleichbar bzw. scheinbar günstig zu gestalten.“

Den Zwangsriester kritisiert Kleinlein umso heftiger, weil Geringverdiener aufgrund ihrer niedrigeren Lebenserwartung von den Verträgen in der Regel gar nicht profitieren können. „Geringverdiener haben nachweislich eine signifikant geringere Lebenserwartung. Ihnen bringen Versicherungen auf Basis hoher Lebenserwartungen finanziell Nachteile“, erklärt Kleinlein. Er macht den Versicherern den Vorwurf, den Riester-Verträgen viel zu hohe Lebenserwartungen zugrunde zu legen. „Sterbetafeln führen zu absurden Ergebnissen. Beispielsweise unterstellt ein Anbieter fondsgebundener Rentenversicherungen für neugeborene Mädchen eine Lebenserwartung von 110 Jahren – und das als Durchschnittswert!“

Zugleich würden Geringverdiener von Versicherern auch noch bewusst benachteiligt, wenn zum Beispiel Risiken nicht eintreten und deshalb Überschüsse zu verteilen sind. „Beispielsweise beteiligt die Allianz bei ihren Riesterprodukten bestimmte Kundengruppen wie Kinderreiche, Ältere und Geringverdiener nicht am Kosten-Überschuss. Dieser entsteht, wenn die Kosten zu hoch kalkuliert waren und gar nicht verbraucht wurden.“

Das Interview finden Sie im Wortlaut unter www.vdi-nachrichten.com/Kleinlein

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