Mittwoch, 18. Oktober 2017


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Uruguay: Europa muss Quecksilber-Ausstoß senken

Ende Juni beginnen Verhandlungen über Senkung der weltweiten Quecksilber-Emissionen / Verhandlungsführer Lugris: Europa muss sich bewegen

Berlin, (lifePR) - Uruguay als Ausrichter der nächsten UNEP-Runde über ein globales Übereinkommen zur Senkung der Quecksilberemissionen Ende Juni sieht die Chance, dass sich die Teilnehmerstaaten auf erste Maßnahmen verständigen können. Dabei appelliert im Vorfeld der Gespräche der Verhandlungsleiter Fernando Lugris an die Europäische Union, sich insbesondere beim Streitpunkt um die Quecksilberemissionen aus Kohlekraftwerken zu bewegen. "Die USA wollen seit Ende 2011 Quecksilberemissionen aus Kohlekraftwerken viel stärker begrenzen als die EU", sagte Lugris den VDI nachrichten. "Diese amerikanische Initiative wird die Verhandlungen beeinflussen. Es ist eine Einladung an alle anderen Länder, eigene Maßnahmen zu ergreifen."

Neben Europa müssten aber auch die armen Länder mehr tun, um die Vergiftung der Umwelt mit dem Schwermetall zu vermindern. "Wir dürfen nicht nur auf die EU und andere OECD-Länder schauen. Wir brauchen jetzt vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern Pilotprojekte, die zeigen, was dort möglich ist." So müsse es Lösungen für den Goldabbau mit Quecksilber in den Entwicklungsländern geben, etwa durch technische Hilfen oder Jobalternativen. Positiv wertet Lugris, dass auch in der chemischen Industrie immer mehr Unternehmen in der Chlorproduktion auf die Verwendung von Quecksilber verzichten. "Das gilt etwa für Unternehmen in Brasilien und in meinem Land."

Große Hoffnung hat Lugris, dass es gelingt, die letzte große Quecksilbermine in Kirgisistan zu schließen. "Eigentümer ist der Staat. Er muss eine Lösung für die Arbeiter finden, die seit vielen Jahren dort arbeiten. Möglicherweise wird der Globale Umweltfonds (GEF) hier helfen."

Das Interesse, endlich zu einem Ergebnis zu kommen, sei für alle Länder hoch, weil Quecksilber keine Grenzen kenne. "Das flüchtige Metall verteilt sich mit dem Wind weltweit und reichert sich als Methylquecksilber in der Nahrungskette vor allem in Fischen an." Lugris verweist auf Empfehlungen wie die der schwedischen Regierung an Schwangere, wegen der Quecksilberbelastung nicht zu viel Ostseefisch zu essen. Auch in anderen Weltmeeren steige die Belastung. "Im Pazifik ist die Quecksilberbelastung seit 1995 um 30 % gestiegen. Umweltverbände fürchten, dass sie sich dort von 1995 bis 2050 sogar verdoppeln wird - wenn wir nichts tun."

Uruguay als Veranstalter hofft, dass auf der Konferenz vom 27. Juni bis 2. Juli in zentralen Fragen Lösungen gefunden werden. "Wir kommen langsam, aber stetig voran. Ich bin optimistisch, jetzt in Punta del Este weiterzukommen", hofft Verhandlungsleiter Lugris. "Im Januar 2013 soll das Übereinkommen unterschriftsreif sein."

Das Interview finden Sie im Wortlaut unter www.vdi-nachrichten.com/Lugris

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