Dienstag, 14. August 2018


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Studiendruck: "Bei mir saßen schon 22-jährige, die fühlten sich zu alt"

Renommierte Berufsberaterin Wilcke kritisiert viel zu kurze Schul- und Studienzeiten

Düsseldorf, (lifePR) - Die Verkürzung von Schul- und Studienzeiten und die verschulten Strukturen von Bachelor- und Masterstudiengängen haben offenbar erhebliche Konsequenzen auf das Selbstbewusstsein der Studierenden. Immer mehr Studierende fühlen sich zu jung für ein Studium und empfinden aufgrund der verkürzten Studienzeiten erheblichen Druck, sagt die Düsseldorfer Germanistik-Dozentin und bundesweit bekannte private Berufsberaterin Dr. Karin Wilcke in den am Freitag erscheinenden VDI nachrichten. "Bei mir sitzen durch die verkürzte Gymnasialzeit auch 16-Jährige, die sich selbst weder als erwachsen noch als studienreif empfinden", kritisiert Wilcke die inzwischen zu kurze Schulzeit.

Auch im Studium herrsche nur noch Druck, die Freiheit des Studiums früherer Zeiten sei verloren gegangen. "Wenn Studenten heute ihr Studium nicht in sechs Semestern zu Ende bringen, haben sie das Gefühl, "sitzen geblieben" zu sein. Da herrscht ein Schulklassendenken vor. Bei mir saßen schon 22-Jährige, in Tränen aufgelöst, die klagten: "Ich bin schon so alt und immer noch nicht fertig mit dem Studium", berichtet Wilcke. "Meine Generation hatte die Muße, viel auszuprobieren. Diese Lockerheit in Bezug auf die Zukunftsplanung ist heute komplett verschwunden."

Der Politik wirft die Düsseldorfer Berufsberaterin vor, nur aus Kostengründen Schul- und Studienzeiten verkürzt zu haben. "Das Hauptargument bei der Verkürzung von Schul- und Hochschulzeit war nach offiziellen Angaben der Wunsch der Wirtschaft nach jüngeren Berufseinsteigern", erinnert sich Wilcke. "Ist es wirklich wichtig, 23-jährige Absolventen statt 24-jährige auf den Arbeitsmarkt zu entlassen? Dahinter steckt eine Politik der Personaleinsparung. Verkürzt man die Schulzeit von neun auf acht Jahre, hat man ein Neuntel der Lehrer gespart. Ähnliches gilt für das verkürzte und verschulte Studium."

Das Interview finden Sie im Wortlaut unter www.vdi-nachrichten.com/Wilcke

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