Donnerstag, 19. Oktober 2017


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Schaar: "Das ist eine brisante Mischung"

Datenschützer fordert gesetzliche Verbot der "Profilbildung"

Bonn, (lifePR) - Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar hat davor gewarnt, dass der Datenschutz durch die rapide wachsenden Auswertungsmöglichkeiten neuer Techniken ausgehöhlt wird. Es bestehe die Gefahr, dass immer mehr Daten der Bundesbürger aus verschiedensten Quellen verknüpft werden. Deshalb fordert Schaar von der Bundesregierung gesetzliche Regelungen zum Schutz der Bürger und ein Verbot der sogenannten Profilbildung. "Die größte Herausforderung ist die technologische Entwicklung, die es ermöglicht, immer mehr Daten über uns zu erheben und zu speichern, die reale Vorgänge mit digitalen Erfassungssystemen verknüpft sowie die damit verbundenen Auswertungsmöglichkeiten", sagte Schaar den VDI nachrichten. "Diese Entwicklung trifft auf einen Datenhunger staatlicher Stellen und privater Unternehmen. Das ist eine brisante Mischung."

Schaar fordert ein staatliches Verbot für das Zusammenführen von Daten aus verschiedenen Datenbanken. "Ich plädiere für ein Verbot der Profilbildung hinter dem Rücken des Betroffenen. Das haben wir derzeit so explizit nicht", kritisiert Schaar. "Die Erhebung und Zusammenführung von für unterschiedliche Zwecke gespeicherten Daten soll nur dann erlaubt sein, wenn der Betroffene ausdrücklich darin einwilligt. Außerdem muss er die Möglichkeit haben, die Einwilligung jederzeit zu widerrufen. Dann müssen die Daten auch wieder zurückgeholt werden."

Gefahren sieht Schaar auch für die Nutzer von Smartphones, weil sie eine Vielzahl persönlicher Daten in den Geräten und beim Datenaustausch preisgeben. "Bei der neuen Generation der Kommunikationsmittel, den sogenannten Smartphones, müssten mehr datenschutzfreundliche Technologien zum Einsatz kommen", fordert Schaar. "Eine einwandfreie Identifikation berechtigt nicht, dass alle Daten erhoben und zusammengeführt werden. Hier besteht also gesetzgeberischer Handlungsbedarf."

Auch im öffentlichen Raum hält Schaar angesichts der rasch zunehmenden Zahl von Überwachskameras mehr Schutz des Einzelnen für notwendig und verweist auf datenschutzkonforme Lösungen aus Kanada. "Bestimmte Technologien ermöglichen ein "Privacy by Design": Etwa dass man Gesichter bei einer Videoüberwachung zunächst verpixelt und nur dann kenntlich macht, wenn eine Straftat begangen wurde. In der U-Bahn der kanadischen Stadt Toronto wird eine solche Technik eingesetzt. Das Mehr an Überwachung muss also nicht automatisch auch ein Mehr an persönlicher Überwachung bedeuten."

Das Interview finden Sie im Wortlaut unter www.vdi-nachrichten.com/Pschaar

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