Donnerstag, 14. Dezember 2017


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IWH Halle: Ostdeutschland braucht noch mehrere Jahrzehnte

Ostdeutschland erreicht erst 70 bis 80 % des Westniveaus / Forschungsausgaben zu gering

Halle, (lifePR) - Die ostdeutsche Wirtschaft hinkt weiterhin stark der westdeutschen Entwicklung hinterher und braucht voraussichtlich noch Jahrzehnte, um den Abstand aufzuholen. Das Institut für Wirtschaftsforschung Halle beziffert die Lücke derzeit auf bis zu 30 Prozent der Wirtschaftsleistung im Westen. "Aus ökonomischer Sicht sind wir noch meilenweit von gleichen Verhältnissen entfernt. Der Aufholprozess vollzieht sich sehr langsam. Die Lücke wird noch lange klaffen, sicher mehrere Jahrzehnte", sagte Oliver Holtemöller, Vorstand des IWH Halle in den am Freitag erscheinenden VDI nachrichten. "Sowohl bei der Produktion je Einwohner als auch bei der Produktivität erreicht Ostdeutschland derzeit 70 % bis 80 % des westdeutschen Niveaus." Der Aufholprozess werde noch sehr lange dauern. Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen, dass sich solch eine Lücke "nur um jährlich etwa 2 % schließt"

Ostdeutschland leide unter einem schlechten Branchenmix, so Co-Vorstand Jutta Günther. "Ein Grund ist der unterschiedliche Branchenmix. Die technologieintensiveren Industrien sind in den alten Ländern stärker präsent. In Sachsen-Anhalt dominiert weiterhin die Nahrungsmittelbranche, doch hier ist die Wertschöpfung vergleichsweise gering." Auch die geringeren Forschungsausgaben der Unternehmen seien ein großes Problem. "Sicher gibt es eine Forschungslücke zwischen Ost und West. Im Osten gibt die private Wirtschaft knapp 1 % des BIP für Forschung und Entwicklung aus, im Westen sind es rund 2 %, also das Doppelte." Die ostdeutsche Industrie müsse "ganz klar mehr in Forschung und Entwicklung investieren".

Die demografische Entwicklung mache Ostdeutschland zusätzlich stark zu schaffen, so Holtemöller: "Deutschland altert insgesamt, der Osten aber deutlich stärker. Selbst wenn die Produktivität weiter konvergiert, nähert sich das Einkommen, das pro Kopf erwirtschaftet wird, nicht in gleichem Maße an. Denn das Verhältnis von Erwerbstätigen zur Gesamtbevölkerung entwickelt sich im Osten ungünstiger."

Das Interview finden Sie im Wortlaut unter www.vdi-nachrichten.com/IWH

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