VCD fordert: Notfallpläne für S-Bahn-Betrieb bei Stuttgart 21 offenlegen

Kapazität bei S21 im Störungsfall nicht ausreichend -- Auswirkungen für Fahrgäste bis Ulm und Mannheim spürbar

(lifePR) ( Stuttgart, )
Am 16.7.2009 ereignete sich in der S-Bahn Station Hauptbahnhof ein schwerer Unfall. Der Zugverkehr im S-Bahntunnel kam zum Erliegen. Zwischenfälle wie diese werden sich auch zukünftig nicht vermeiden lassen. Deshalb stellt sich die Frage, wie nach der Realisierung von Stuttgart 21(S21) der S-Bahnbetrieb im Störungsfall durchgeführt wird.

Ob die von den Planern von S21 skizzierten Ausweichrouten funktionieren, ist nach Ansicht des Umwelt- und Verbraucherverbandes Verkehrsclub Deutschland (VCD) e. V. bis heute äußerst fraglich. Denn weder der Kopfbahnhof noch die Gäubahn stehen dann noch als Ausweichstrecken zur Verfügung, stellt der VCD fest.

"Sehr viel wahrscheinlicher ist, dass bei einem Störungsfall im S-Bahntunnel unter der Innenstadt der gesamte Schienenverkehr rund um Stuttgart erheblich beeinträchtigt sein wird", erklärt Matthias Lieb, VCD-Landesvorsitzender, "im schlimmsten Fall werden die Auswirkungen in Mannheim und in Ulm zu spüren sein."

"Die Aussagen der S21-Planer, alles sei ganz einfach zu lösen, indem die S-Bahnen bei Störungen in den neuen Tunnelbahnhof umgeleitet werden oder über den Fildertunnel zum Flughafen, halten einer Prüfung nicht stand", kritisiert Lieb, "zu viele Fragen bleiben unbeantwortet." Deshalb fordert der Verkehrsclub die Verantwortlichen von S21 auf, die Notfallpläne für den S-Bahn-Betrieb offenzulegen.

"Kommt es zu Betriebsstörungen müssten beispielsweise die S-Bahnen aus Richtung Feuerbach ab der Station Zuffenhausen auf die Fernbahngleise wechseln mit letztlich drastischen Folgen für die Fahrgäste", verdeutlich Klaus Arnoldi, VCD-Landesvorstand, anhand eines Szenarios. "Der ICE-Verkehr wird beeinträchtigt, da die S-Bahnen die Fernbahngleise kreuzen müssen. Die S-Bahn-Halte Feuerbach und Nordbahnhof können nicht mehr bedient werden. Der Killesbergtunnel muss den gesamten Verkehr von ICE, Regionalzügen und S-Bahnen aufnehmen. Weitere Zugausfälle insbesondere im S-Bahnbetrieb sind damit sehr wahrscheinlich", ergänzt Arnoldi.

Der VCD hat weitere Szenarien beleuchtet, darunter die Auswirkungen auf die Linien S1, S2 und S3 aus Richtung Bad Cannstatt. "Im Störungsfall werden zwei Gleise im Tiefbahnhof durch die S-Bahn belegt, die dann für den regulären Bahnbetrieb nicht mehr zur Verfügung stehen", erklärt Arnoldi. Außerdem müsste der Fildertunnel zusätzlich zum gesamten Fernverkehr nach München, Ulm und Tübingen sowie dem Verkehr der Gäubahn die drei S-Bahn-Linien aufnehmen, gibt der Landesvorstand zu bedenken.

Arnoldi: "Wir halten es für äußerst zweifelhaft, dass der Fildertunnel technisch in der Lage sein soll, diesen Verkehr zu bewältigen, zumal der Flughafen-Bahnhof nur sehr eingeschränkte Kapazitäten hat. Die umgeleiteten S-Bahnen fahren auf den Fildern zudem in ,falscher Richtung', was zu weiterer Verwirrung der Fahrgäste führen wird."

Heute verfügt der Kopfbahnhof über ausreichend Reserven, um die S-Bahnzüge im Störungsfall aufzunehmen, erklärt der VCD-Vorsitzende. Bei S21ist dies nach Einschätzung des VCD nur möglich, wenn zusätzlich Ausbauten vorgenommen werden. Ob der 8-gleisige Tunnelbahnhof zusätzliche S-Bahn-Züge überhaupt aufnehmen kann, hält Lieb für sehr fraglich.

Eine Alternative zu S21 ist das vom Verkehrsclub Deutschland entwickelte Konzept Kopfbahnhof 21 (K21). Dieses sieht die Modernisierung des Kopfbahnhofes, die Realisierung der Neubaustrecke nach Ulm sowie die Anbindung des Flughafens mittels eines S-Bahn-Ringverkehrs vor. Im Gegensatz zum städtebaulichen Projekt S21 wird die stufenweise Umsetzung aber nur etwa ein Drittel der Kosten von S21 verursachen.

Hintergrundinformationen zu den vom VCD untersuchten Szenarien samt Fragenkatalog unter: www.vcd-bw.de

Weiter Informationen zum VCD-Alternativkonzept Kopfbahnhof 21 unter: www.kopfbahnhof-21.de
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