Montag, 11. Dezember 2017


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Kinderarmut kann nur mit Hilfe beider Eltern wirksam bekämpft werden

Die aktuelle Bertelsmannstudie zeigt, dass "alleinerziehend" zu den größten und langfristigsten Risikofaktoren für Kinderarmut zählt. Gemeinsame Elternschaft kann die Situation der Kinder dauerhaft entlasten

Eisenach, (lifePR) - Die aktuelle Studie der Bertelsmannstiftung (1) verdeutlicht, dass für Kinder der Status „Alleinerziehend“ eines Elternteils eines der größten und langfristigen Armutsrisiken ist. Reflexartig fordert die Politik mehr Geld – ohne damit aber das eigentliche Problem erkannt zu haben.

„Unsere gesetzlichen Rahmenbedingungen fördern noch immer Kinderarmut, da gemeinsame Elternschaft nach einer Trennung behindert wird. Wie die Studie aber deutlich zeigt, lässt sich die Doppelbelastung von Kinderbetreuung und Erwerbsarbeit durch einen Elternteil alleine nicht bewältigen. Leidtragende sind wieder einmal die Kinder“, meint Markus Witt, Bundesvorstand im Väteraufbruch für Kinder e.V. „Wir leben in einem der reichsten Länder der Welt, umso beschämender ist es, dass es uns bisher nicht gelungen ist, die Armut insbesondere auch von Trennungskindern einzudämmen. Die Politik muss sich von der einseitigen Förderung des auf tradierten Rollenmodellen basierenden Alleinerziehendenmodells verabschieden.“

Der Verein fordert einen grundlegenden Perspektivwechsel hin zur Förderung der gemeinsamen Elternschaft, um damit den Kindern die Chance zu geben, von den Ressourcen beider Eltern zu profitieren und dem langfristigen Armutsschicksal zu entgehen. Die naheliegendste Lösung, nämlich stärker darauf hinzuwirken, dass sich beide Eltern auch nach einer Trennung gleichverantwortlich um Kinder und Erwerbsarbeit kümmern, hat die Politik bislang kaum in Betracht gezogen. Einzig und allein die FDP verfolgt bisher in Übereinstimmung mit europäischen Empfehlungen (2) ein Konzept, die gemeinsame Elternschaft nach einer Trennung zu stärken. Denn mit mehr staatlicher Unterstützung allein wird sich die Armut von Kindern langfristig nicht bekämpfen lassen. In den anstehenden Koalitionsverhandlungen wird sich zeigen, ob CDU und Grüne sich der Thematik stellen werden.

(1)
Silke Tophoven, Torsten Lietzmann, Sabrina Reiter, Claudia Wenzig (2017). Armutsmuster in Kindheit und Jugend Längsschnittbetrachtungen von Kinderarmut (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung), https://www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/Projekte/Familie_und_Bildung/Studie_WB_Armutsmuster_in_Kindheit_und_Jugend_2017.pdf

(2)
Einstimmig angenommene Resolution 2079(2015) der Parlamentarischen Versammlung des Europarates
http://assembly.coe.int/nw/xml/XRef/Xref-XML2HTML-en.asp?fileid=22220&lang=en

Väteraufbruch für Kinder e. V

Der Väteraufbruch für Kinder e. V. (VAfK) ist der mitgliederstärkste bundesweit vertretene Interessenverband für Väter-, Kinder- und Familienrechte mit knapp 4.000 Mitgliedern in rund 100 Kreisvereinen und lokalen Ansprechpartnern, darunter 10 % Frauen.

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