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Analyse zu führenden Versicherern: Allianz fällt bei Klimaschutz zurück

(lifePR) (Berlin/London, ) .

•  Internationaler NGO-Bericht bewertet Kohle-Geschäft von 25 Versicherern
• Nach Axa und SCOR: Auch Zurich und Swiss Re planen Einschnitte bei Versicherungen für Kohlefirmen
•  Drei deutsche Versicherer schneiden im Vergleich mittelmäßig bis schwach ab

Umweltorganisationen veröffentlichen heute den Bericht „Insuring Coal No More: An Insurance Scorecard on Coal and Climate Change“. Darin werden 25 der weltgrößten Versicherer nach ihren Aktivitäten zum Klimaschutz bewertet, vor allem im Bereich Kohle-Investitionen und Versicherungen für die Kohle-Wirtschaft. Basis für die Analyse waren Schreiben an die Versicherer, in denen die aktuellen Pläne zum Umgang mit dem Klimakiller Kohle abgefragt wurden. Die internationale NGO-Koalition „Unfriend Coal“, zu der auch die deutsche Umweltorganisation urgewald gehört, hat die Antworten sowie öffentliche Informationen ausgewertet und in einen Wertungsbogen, genannt „Scorecard“, eingetragen.

15 der führenden Versicherer haben teilweise weitreichende Kohle-Divestment-Entscheidungen getroffen. Dazu gehören die Allianz, AXA, Swiss Re, Munich Re und SCOR. Eine steigende Zahl von Versicherungsunternehmen geht noch weiter und bietet für viele Kohlefirmen auch keine Versicherung mehr an: Begonnen hat dies der französische Versicherer AXA im April 2017, im September hat der ebenfalls französische Rückversicherer SCOR angekündigt, neue Kohleminen und Braunkohleprojekte nicht mehr zu versichern. In dieser Woche hat auch der Schweizer Versicherer Zurich erklärt, künftig Unternehmen nicht mehr zu versichern und Investitionen in Unternehmen abzustoßen, die mehr als 50 Prozent ihres Umsatzes mit Kohle machen. Der Konzern Swiss Re (Schweiz) hat nun ebenfalls gegenüber Unfriend Coal neue Kohle-Richtlinien angekündigt. Sie enthalten einen „Carbon Risk Steering Mechanism“, nach dem künftig bestimmte Kohle-Unternehmen nicht mehr versicherbar sind.

„Teile der Versicherungsindustrie überdenken nun endlich ihren Umgang mit Kohle auch in ihrem Kerngeschäft. Das ist eine gute Nachricht für das Klima. Die Dynamik geht allerdings an den deutschen Versicherern vorbei“, sagt Regine Richter, Energieexpertin von urgewald. Die Allianz hat zwar ein umfassendes Kohle-Divestment bei ihren Eigenanlagen beschlossen, aber sie hält nach wie vor an Kohle-Investitionen im Auftrag von Drittkunden fest, anders als AXA und Zurich. Auch Versicherungen für Kohleunternehmen will sie weiter anbieten. „Damit fällt Allianz in Klimafragen hinter ihre Wettbewerber zurück. Wenn sie beim Klimaschutz den Anschluss behalten will, muss sie bei Kohle-Investitionen für Dritte rigider werden und darf keine Kohleunternehmen mehr versichern.“ Die Munich Re hat Investitionen in besonders kohlelastige Unternehmen abgestoßen, gibt aber grundsätzlich keine Informationen zu ihren internen Richtlinien zum Thema. Hannover Re, die auch angeschrieben wurde, hat trotz mehrfachen Nachhakens nicht geantwortet.

Peter Bosshard, Koordinator der Unfriend-Coal-Kampagne, sagt: „Kohle muss unversicherbar werden. Wenn Versicherer aufhören die zahllosen Risiken von Kohleprojekten abzusichern, können diese nicht mehr gebaut und betrieben werden und wir haben eine bessere Chance, die Klimaziele des Pariser Abkommens zu erreichen.“

Weitere Informationen:

Bericht „Insuring Coal No More“ (Download)
Hintergrund der Unfriend-Coal-Kampagne