Samstag, 23. September 2017


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Zelluläre Entwicklungsprozesse und die Entstehung von Krebs immer besser verstehen

Göttingen, (lifePR) - Krebsgrundlagenforschung: Göttinger Forscher sind am neuen Sonderforschungsbereich 1324 der Universität Heidelberg beteiligt. Dieser soll die Funktion eines grundlegenden Signalwegs bei der Embryonalentwicklung und bei der Krebsentstehung aufklären.

(umg) Wie Krebs entsteht, ist noch nicht vollkommen verstanden. An der Suche nach den molekularen Grundlagen sind in dem neuen und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Sonderforschungsbereich SFB 1324 "Mechanisms and functions of Wnt signaling" an der Universität Heidelberg auch Wissenschaftler der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) beteiligt. Dr. Julia Groß, Nachwuchsgruppenleiterin in der Klinik für Hämatologie und Medizinische Onkologie und am Institut für Entwicklungsbiochemie der UMG, und Prof. Dr. Holger Bastians vom Institut für Molekulare Onkologie der UMG, bringen mit ihren Arbeitsgruppen ihre spezielle Expertise für den Wnt-Signalweg ein.

Der mit insgesamt rund 8,5 Millionen Euro und zunächst bis 2021 geförderte SFB 1324 "Mechanisms and functions of Wnt signaling" schließt Forschergruppen aus Heidelberg (Sprecher-Hochschule), Karlsruhe und Göttingen ein. Der Sprecher ist Prof. Dr. Thomas Holstein vom Heidelberger Centre for Organismal Studies (COS).

Der SFB 1324 beschäftigt sich mit dem sogenannten Wnt-Signalweg. Dieser hat eine besondere Bedeutung bei der Embryonalentwicklung und auch bei der Entstehung von menschlichen Krebserkrankungen, insbesondere von Darmkrebs. Ziel der geplanten interdisziplinären Zusammenarbeit ist es, mit strukturbiologischen Verfahren, hochauflösender Mikroskopie, CRISPR/Cas9 und Modellierung ausgewählter Modellsysteme zu verstehen, wie der Wnt-Signalweg seine verschiedenen zellbiologischen Funktionen erfüllt, wie diese reguliert werden und wie Veränderungen des Signalwegs zur Tumorbildung beitragen können.

Dr. Julia Groß beschäftigt sich in ihrem Teilprojekt mit den molekularen Mechanismen der Sekretionsmaschinerie für Wnt-Liganden sowohl in humanen Zellen als auch in der Fruchtfliege Drosophila melanogaster. Sie möchte herausfinden, wie Wnt-Proteine zur Zell-Zell-Kommunikation beitragen können.

Prof. Dr. Holger Bastians untersucht in seinem Teilprojekt zusammen mit einem Heidelberger Kollegen die Rolle des Wnt-Signalwegs in der Mitose, also während der Phase der Zellkernteilung. Dabei sollen vor allem Wachstums-regulierende Proteine identifiziert werden, die durch den Wnt-Signalweg ge-steuert werden und so möglicherweise zu Genomveränderungen beitragen wie sie auch in Krebszellen regelhaft beobachtet werden.

Die Forschungsprojekte der beiden Göttinger Arbeitsgruppen können zukünftig dazu beitragen, besser zu verstehen, wie der zentrale Wnt-Signalweg die Entwicklung von Geweben reguliert und wie die Tumorentstehung beim Menschen durch Veränderungen des Wnt-Signalwegs begünstigt werden.

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