Donnerstag, 24. August 2017


5. Internationale Fairtrade Conference als zukunftsweisende Plattform für den Fairen Handel

Ferrero gibt Zusammenarbeit mit Fairtrade bekannt

Berlin, (lifePR) - Der Absatz von Fairtrade-Kakao erreicht neue Dimensionen: Auf der Internationalen Fairtrade Conference IFC in Berlin gab Schokoladenhersteller Ferrero seine Zusammenarbeit mit Fairtrade unter dem Kakao-Programm bekannt. Bis 2016 will Ferrero insgesamt 20.000 Tonnen Fairtrade-Kakao einkaufen. Die Internationale Fairtrade Conference in der Konrad Adenauer Akademie ist Plattform für zukunftsweisende Diskussionen rund um das Thema Fairtrade. Unter den rund 150 Gästen und Teilnehmern waren unter anderem Gerd Billen, Staatsekretär des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz, Vertreter der Rewe Group, Coop, Unilever, Chocolats Halba, Pfanner Getränke und Ernsting's Family. "Fairtrade setzt Nachhaltigkeit am Produkt um", so Billen. "Die Idee des Fairen Handels überzeugt immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher." Dr. Auma Obama, Gründerin der Sauti Kuu Stiftung, machte deutlich: "Nur durch echte wirtschaftliche Partnerschaften gibt es für die Menschen aus den sogenannten Entwicklungsländern einen Weg aus Armut. Der Handel muss erkennen, dass er nur gemeinsam mit den Menschen dieser Länder langfristig und nachhaltig gut wirtschaften kann."

20.000 Tonnen Fairtrade-Kakao bis 2016

Unter dem Kakao-Programm beginnt Ferrero seine Zusammenarbeit mit Fairtrade. "Bis 2020 wird Ferrero 100 Prozent zertifiziert nachhaltigen Kakao für seine Süßwarenproduktion einsetzen", so Stephan Nießner Geschäftsführer der Ferrero Deutschland GmbH. "Das Fairtrade-Sourcing-Programm ist dabei ein fester Bestandteil, dieses Ziel zu erreichen und damit Ferreros Nachhaltigkeitsstrategie weiter voranzutreiben." Nach einer intensiven gemeinsamen Testphase im vergangenen Erntejahr wurde nun ein Drei-Jahres-Abkommen vereinbart. Bis 2016 will Ferrero insgesamt 20.000 Tonnen Fairtrade-Kakao einkaufen. Ziel ist es, durch das neue Kakao-Programm Kleinbauernorganisationen in Westafrika weiterzubilden und zu stärken. "Durch die Zusammenarbeit wollen wir die Professionalisierung des Kakaoanbaus vorantreiben, die kleinbäuerlichen Strukturen nachhaltig stärken und die Einkommen der Farmer und ihrer Familien verbessern", betonte Nießner.

Nachhaltigkeit gibt es nicht zum Nulltarif

Die Forderung nach ökologisch und sozial korrekten Produkten steht oftmals im Widerspruch zum tatsächlichen Kaufverhalten. Auf der IFC sagte Dieter Overath: "Der Preis macht nach wie vor die Musik - aber nachhaltige Produkte gibt es nicht zum Nulltarif. Wir brauchen einen Wertewandel bei Herstellern, Handel und den Verbrauchern." Der Preisdruck innerhalb der Lieferketten endet oft bei den Schwächsten: den Produzentenorganisationen. Die Geschäftsführerin von Fairtrade Africa Dr. Nyagoy Nyong'o forderte einen stärkeren und offenen Dialog zwischen Produzentenorganisationen, Herstellern, und Händlern. "Wenn wir den Anbau von Kakao, Bananen oder Kaffee nicht attraktiver gestalten, wird es zukünftig niemanden mehr geben, der diese Rohstoffe anbaut", warnte sie. Fairtrade ermögliche diesen Dialog und schlage eine Brücke zwischen den Gliedern der Wertschöpfungskette.

Neue Marktzugangschancen für Fairtrade-Kakaokooperativen

Das Kakao-Programm öffnet zusätzliche Absatzkanäle für Kleinbauern. Der Schwerpunkt des Programms liegt nicht wie bisher auf der Zertifizierung eines spezifischen Endprodukts, sondern auf der Rohstoffbeschaffung auf Unternehmensebene. "Bisher gab es den klassischen Schokoriegel mit dem Fairtrade-Siegel. Jetzt können Unternehmen auch Fairtrade-Kakao als Einzelrohstoff beziehen und über mehrere Sortimente hinweg oder für die Gesamtproduktion verwenden", sagte TransFair-Geschäftsführer Dieter Overath. Bereits im Januar hatten Rewe, Kaufland, Lidl, Mars und die Confiserie Riegelein im Rahmen der Süßwarenmesse ihre Kooperation vorgestellt. Ersten Hochrechnungen zufolge erwartet Fairtrade International 2014 ein Absatzwachstum von fair gehandeltem Kakao um gut 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Fairtrade-Programm gibt es auch für die Rohstoffe Zucker und Baumwolle. Mehr Infos zu den Fairtrade-Programmen unter www.fairtrade-deutschland.de/programm

Fairtrade Awards für herausragendes Engagement

Im Anschluss an die Konferenz verleiht TransFair die Fairtrade Awards für herausragendes Engagement für den Fairen Handel in den Kategorien Hersteller, Handel, Gastronomie und Zivilgesellschaft. Unter den prominenten Gästen sind Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller und die Schauspieler Joachim Król, Ursula Karven und Ben. Die Moderation übernimmt Anke Engelke. www.fairtrade-deutschland.de/award

Die Nominierten für die Awards in alphabetischer Reihenfolge:

- Hersteller: 3FREUNDE, Chocolats Halba, Wertform GmbH
- Handel: Kaufland, REWE Group, Schüler-Weltaden der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule Lünen
- Gastronomie: Bäckerei Terbuyken GmbH, GILGEN'S Bäckerei & Konditorei GmbH & Co. KGf, Miko Kaffee GmbH - Puro Fairtrade Coffee
- Zivilgesellschaft: INKOTA-netzwerk - Make Chocolate Fair!, Schokofair AG der Montessori-Haupt- und Sekundarschule am Hermannplatz, Düsseldorf, Weltladen A Janela, Berlin

Zusätzlich wird der Publikumspreis an Comazo vergeben sowie die fairsten Azubis (FABI) gekürt.

TransFair Verein zur Förderung des Fairen Handels in der Einen Welt

Der Verein TransFair e.V. wurde 1992 mit dem Ziel gegründet, benachteiligte Produzentengruppen in Entwicklungsländern zu unterstützen. Als unabhängige Organisation handelt TransFair e. V. nicht selbst mit Waren, sondern vergibt das Fairtrade-Siegel für fair gehandelte Produkte und fördert das Bewusstsein für einen nachhaltigen Konsum. Produkte mit dem Fairtrade-Siegel gibt es bundesweit in 42.000 Geschäften. Über 20.000 gastronomische Betriebe schenken Fairtrade-Kaffee und -Kakao aus. 250 Firmen bieten rund 2000 Fairtrade-Produkte an. Laut einer Studie von GlobeScan (2013) kennen 80 Prozent der Verbraucher das Fairtrade-Siegel. 98 Prozent der Käufer vertrauen ihm. www.fairtrade-deutschland.de

Internationales Netzwerk und Kontrollen:

TransFair gehört zum internationalen Verbund Fairtrade International e.V., in dem Initiativen aus 24 Ländern und die drei kontinentalen Produzentennetzwerke zusammengeschlossen sind. Unter Beteiligung aller Stakeholder setzt Fairtrade International die international gültigen Fairtrade-Standards fest. Zusätzlich unterstützt und berät der Verein die Produzentengruppen durch lokale Berater. Alle beteiligten Akteure werden regelmäßig von FLO-CERT GmbH kontrolliert. Die Gesellschaft mit Sitz in Bonn arbeitet mit einem unabhängigen, transparenten und weltweit konsistenten Zertifizierungssystem nach den Anforderungen der Akkreditierungsnorm ISO 65 (DIN EN 45011).

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