Donnerstag, 21. September 2017


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Niedriger Wasserstand offenbart Geheimnisse

Entdeckungstouren zu „Edersee-Atlantis“

Korbach, (lifePR) - In jedem Jahr zum Sommerende bietet sich den Gästen am Edersee ein ganz besonderes Schauspiel. Dann nämlich, wenn der Wasserstand sinkt, gibt der See seine wahre Geschichte preis und lässt die versunkenen Dörfer wieder sichtbar werden.

Vor 91 Jahren wurde die Sperrmauer gebaut und das Flüsschen Eder schuf zwischen Hemfurth im Osten und Herzhausen im Westen einen der schönsten Stauseen Europas. Rund 1000 Arbeiter beteiligten sich von 1908 bis 1914 am Bau der Staumauer. Mit einem Fassungsvermögen von 202,4 Millionen Kubikmetern und einer Länge von 27 Kilometern gehörte der See damals und heute zu den größten dieser Art in Deutschland.

Drei Dörfer mussten damals allerdings den Fluten weichen, die Bewohner von Asel, Berich und Bringhausen umgesiedelt werden. Sie verließen mit Hab und Gut ihre Häuser und zogen in die neu geschaffenen Ortschaften. Vieles blieb natürlich an Ort und Stelle, ging in den Wassermassen unter und erinnert noch heute bei niedrigem Pegel an die ehemaligen Dörfer.

Zu den Attraktionen gehören zweifelsohne die bestens erhaltene Aseler Brücke sowie die Ruinen von dem ehemaligen Dorf Berich. In der Bericher Hütte wurde beispielsweise im 18. und 19. Jahrhundert Eisenerz aus dem benachbarten Adorf verarbeitet. Sinkt der aktuelle Wasserstand noch weiter, werden auch die Schlote deutlich sichtbar. Zudem zeugen Reste von Gräbern, Grundmauern ehemaliger Häuser, aber auch das alte Pflaster einiger Dorfstraßen von der Geschichte, die normaler-weise am Grund des Edersees ruht und nur nach trockenen Sommern sichtbar wird.

Und so ist es auch in diesem Jahr. Der Wasserstand des Sees ist niedrig und das "Waldecker Atlantis" lockt wieder zahlreiche Besucher in Hessens beliebteste Ferienregion. Die umliegenden Gemeinden haben nun aus der Not eine Tugend gemacht und ein Infoblatt veröffentlicht, das genau beschreibt, bei welchem Wasserstand, was zu sehen ist. Erhältlich sind die Flyer in allen Info-Stellen der Edersee-Touristik.

"Der Edersee ist im Herbst bei Niedrigwasser genauso reizvoll wie im Sommer bei Vollstau", betont Wolfgang Müller, Geschäftsführer der Edersee Touristik Service GmbH. Und auch deshalb bieten die umliegenden Gemeinden im September und Oktober einzigartige Wanderwochen auf dem Grund des Edersees an. Gebucht werden können diese Pauschalen ab 230 Euro pro Person für drei Tage im Komfortzimmer und mit Halbpension.

Für Individualreisende bietet die Edersee Touristic GmbH zudem mittwochs, samstags und sonntags sowohl in Berich (Treffpunkt Denkmal) als auch in Asel (Treffpunkt Bootsanleger) jeweils um 10.30 Uhr und um 15 Uhr kostenlose Führungen an.

"Einfach unvorstellbar, dass hier sonst ein mächtiger See ist", sind immer wieder die Kommentare der vielen Schaulustigen, die sich vor allem an den Wochenenden auf dem Grund des Sees tummeln. Aber nicht selten beweisen noch einige Boote, die mitunter zehn Meter oberhalb des aktuellen Ufers liegen, dass hier normalerweise Wasser wäre.

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