Dienstag, 26. September 2017


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T. Rowe Price: Globales Wirtschaftswachstum hält an - dennoch gibt es neue Risiken

Baltimore, Maryland, (lifePR) - .


Wachstum dürfte in Europa trotz Unsicherheiten moderat bleiben
Spannungen zwischen USA und China entschärft
Trumps versprochene Steuererleichterungen kommen wahrscheinlich nicht vor 2018


Nach der deutlichen Beschleunigung des globalen Wirtschaftswachstums in der zweiten Jahreshälfte von 2016 ist das Wachstum in diesem Jahr eher moderat. Steigende Spannungen auf der koreanischen Halbinsel und in Syrien sind ernst zu nehmende Störfaktoren, die den grundsätzlich positiven Trend beeinträchtigen könnten. Weiterhin kann laut dem Internationalen Währungsfonds (IWF) die Straffung der Geldpolitik das weltweite Wachstum bremsen. Hinzu kommt, dass Chinas Regulierungsabsichten die Konjunktur möglicherweise dämpfen – zugleich ist die Regierung darum bemüht, eine Kreditverknappung zu vermeiden.

Moderates Wachstum in Europa

„In Europa rechnen wir mit einem moderaten Wachstum. Der Sieg der Pro-Europäischen Union bei den französischen Wahlen hat die Eurozone gestärkt“, sagt Alan Levenson, US-Chefvolkswirt bei T. Rowe Price. Zugleich stelle die Entschlossenheit der EU-Staats- und Regierungschefs im Zuge des Brexits für das Vereinigte Königreich ein Risiko dar. Am derzeitigen Zinsniveau im Euroraum werde sich so schnell nichts ändern. „Wir gehen nicht davon aus, dass die Europäische Zentralbank (EZB) kurzfristig dazu bereit ist, die Leitzinsen zu erhöhen. Dennoch erwarten wir, dass die Notenbank in diesem Herbst bekannt gibt, ihre Anleihe-Ankaufprogramme Anfang 2018 zu drosseln“, so Levenson.

China treibt Wachstum an

Die Stimulierungsmaßnahmen Chinas haben laut dem Ökonom nicht nur im Reich der Mitte selbst, sondern weltweit das Wirtschaftswachstum angetrieben. Dies gelte insbesondere auch für die Volkswirtschaften in Malaysia, Saudi-Arabien und Chile. Der anstehende Kommunistische Parteikongress biete einen politischen Anreiz für die Regierung, das stetige Wirtschaftswachstum im laufenden Jahr zu fördern. Die anhaltende monetäre Verschärfung in China könne jedoch das Wachstum ein wenig bremsen. Die Regierung habe ihren Fokus auf Finanzstabilität und Finanzierungsbedingungen im Schattenbankensystem erhöht. „Wir sehen derzeit einige Stressindikatoren in Chinas Interbankenmärkten, die jedoch wenig Einfluss auf die Gesamtwirtschaft haben dürften“, sagt Levenson.

USA: Verhältnis zu China hat sich entspannt

Nachdem US-Präsident Donald Trump zunächst Chinas Handelspolitik scharf kritisiert hatte, scheinen sich die Spannungen zwischen den USA und der Volksrepublik nach dem ersten Treffen im April mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping abgekühlt zu haben. „Offenbar hat Trump erkannt, dass die Unterstützung Chinas erforderlich ist, um die nuklearen Ambitionen Nordkoreas einzudämmen“, so Alan Levenson.

Gute Aussichten für US-Wirtschaft

Das Wirtschaftswachstum hat sich in den USA im ersten Quartal 2017 verlangsamt. Allerdings deuten die meisten Fakten darauf hin, dass dies saisonbedingt war. „Jüngste Daten unterstützen unsere Annahme, dass sich die Erholung der US-Wirtschaft aus der zweiten Jahreshälfte 2016 nun fortsetzt“, erklärt der Experte. Darauf deuten seiner Ansicht nach auch die steigenden Investitionsausgaben in der Industrie hin. „Wir erwarten, dass die solide Nachfrage dazu beiträgt, dass das US-amerikanische Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2017 rund zwei Prozent beträgt.“

Auf der anderen Seite gebe es keinen Beleg dafür, dass die sogenannte Trump-Reflation – zu den geplanten Maßnahmen gehören höhere Ausgaben für Infrastruktur, Reduzierung der Steuer, Lockerung der Bankenregulierung – das Wachstum im kommenden Jahr steigern wird. Das Scheitern der anfänglichen republikanischen Bemühungen, Obamas Programm der „erschwinglichen Gesundheitsversorgung“ zu ersetzen, sei als Rückschlag in der republikanischen legislativen Agenda zu bewerten. Hinzu komme, dass die Untersuchung der Beziehungen der Trump-Kampagne zu Russland einen Schatten über die US-Regierung geworfen habe.

Moderates Zinserhöhungstempo der Fed

Derzeit gebe es keine Anzeichen dafür, dass die US-Notenbank Fed das Finanzumfeld signifikant ändern möchte. Die Notenbank habe signalisiert, das Zinserhöhungstempo weiterhin moderat zu halten. Das Inflationsziel der Fed bei privaten Konsumausgaben bleibe weiterhin bei zwei Prozent. Dies sei zugleich ein Mittelwert, der auch vorübergehend überschritten werden könne, ohne dass die Fed umgehend die Zinsschraube anzieht.

Angesichts der größeren Klarheit um die Zinssätze habe sich die Aufmerksamkeit vor kurzem auf die Bilanz der Fed verlagert. Die Protokolle aus den jüngsten politischen Treffen zeigten die Erwartungen der politischen Entscheidungsträger, dass die Notenbank ihr Vorhaben, ihre fällig werdenden Portfoliobestände zu reinvestieren, durchaus noch in diesem Jahr ändern kann. „Wir erwarten, dass die Fed eine Änderung ihrer Reinvestitionspolitik im September bekannt gibt – mit der Umsetzung rechnen wir bereits im Oktober. Dementsprechend erwarten wir, dass die Bilanzbereinigung die Finanzmärkte in den kommenden Monaten beschäftigen wird“, erläutert Alan Levenson.

T. Rowe Price

T. Rowe Price ist eine globale Investmentgesellschaft mit 702,5 Milliarden Euro Assets under Management. Das 1937 von Thomas Rowe Price jr. gegründete Unternehmen hat seinen Sitz in Baltimore (USA) und ist mit eigenen Büros in den USA und Kanada, EMEA und Asien präsent. Diversifizierung, Stiltreue und ein fundiertes Research zeichnet den disziplinierten und risikokontrollierten Investmentansatz von T. Rowe Price aus. Kunden aus Deutschland bietet T. Rowe Price insbesondere Aktien- und Fixed-Income-Lösungen. Für weitere Informationen besuchen Sie www.troweprice.com.

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