Montag, 25. September 2017


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Keine Verhandlungen zu Nofretete

Berlin, (lifePR) - Aktuelle Zeitungsberichte, nach denen die Direktorin des Ägyptischen Museums der Staatlichen Museen zu Berlin, Dr. Friederike Seyfried, mit Dr. Zahi-Hawass, Gene­raldirektor der Ägyptischen Antikenverwaltung, in Kairo über den Verbleib der be­rühmten Büste der Nofretete verhandele, entbehren jeglicher Grundlage.

Seyfried ist seit August 2009 im Amt. Sie fährt in den nächsten Tagen zu einem An­trittsbesuch nach Ägypten, um unter anderem mit ihrem Kollegen Hawass über zu­künftige gemeinsame Projekte zu sprechen. Beide streben eine enge Zusammen­arbeit auf wissenschaftlicher und musealer Ebene an. Außerdem wird Seyfried Un­terlagen zur Fundteilung der Grabung der deutschen Orientgesellschaft vom Januar 1913, bei der auch die Büste der Nofretete gefunden wurde, übergeben. Diese lagen offensichtlich Hawass bislang noch nicht vor.

Ein offizielles Rückgabeersuchen von Seiten des ägyptischen Staates hat es nie ge­geben. Die Dokumente belegen eindeutig, dass der preußische Staat die Büste rechtmäßig erwarb und keine Rechtsansprüche von Seiten Ägyptens bestehen.

Die Frage einer möglichen Ausleihe der Büste im Rahmen einer zeitlich befristeten Ausstellung wird derzeit in Berlin noch geklärt. Ausschlaggebend werden dabei allein die Ergebnisse der konservatorischen Untersuchungen insbesondere zur Trans­portfähigkeit sein, die noch nicht abgeschlossen sind.

Die Büste der Nofretete wurde im Rahmen einer von Ägypten genehmigten und wis­senschaftlich durchgeführten Grabung in Tell-el-Amarna 1912 gefunden. Die Gra­bung war durch die Finanzierung des Berliner Kaufmanns und Kunstsammlers James Simon ermöglicht und von Professor Dr. Borchardt vom Kaiserlichen Deut­schen Institut für Ägyptische Altertumskunde geleitet worden. Die Vereinbarung mit der ägyptischen Seite sah von Anfang an eine damals übliche Fundteilung, als Ge­genleistung für die Finanzierung, vor. Um sicherzustellen, dass beide Parteien gleichwertige Anteile der Grabungsfunde erhalten, war vereinbart, dass das Ar­chäologenteam den Fund in zwei Teile teilt und der ägyptische Antikendienst als Vertreter der ägyptischen Regierung dann einen davon auswählt. Das ist so auch geschehen. Die Objekte waren in Listen genau erfasst. Von den herausragenden Fundstücken - so auch von der Büste der Nofretete - lagen Fotografien vor, die die Schönheit und Qualität der Objekte wiedergeben. Zudem standen die geöffneten Kisten zur Begutachtung der Objekte bereit. Von einer Täuschung bei der Teilung kann keine Rede sein.

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