Samstag, 18. August 2018


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Berner Konvention: Mazedoniens Regierung wird aufgefordert, den Bau von Wasserkraftwerken im Mavrovo-Nationalpark zu stoppen

Radolfzell/Skopje/Straßburg, (lifePR) - Der Ständige Ausschuss der Berner Konvention hat auf seiner 37. Sitzung seine Besorgnis über die noch bestehenden Pläne von Wasserkraftwerken im mazedonischen Mavrovo-Nationalpark geäußert. Der Ausschuss fordert die Regierung in Skopje auf, den Bau aller Wasserkraftprojekte gemäß einer Empfehlung aus dem Jahr 2015 auszusetzen.

Eine von der Organisation Bankwatch veröffentlichte Studie zu den ökologischen Folgen für Flusssysteme, an denen Wasserkraftwerke gebaut werden, weist eindeutig darauf hin, dass auch kleine Staudammprojekte schwere Schäden am Ökosystem verursachen. „Solche Projekte haben in Naturschutzgebieten nichts zu suchen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Fluss nach so einem gravierenden Eingriff wieder erholt, ist gleich Null“, erklärt Ana Colovic Lesoska von Eko-svest.

Nach einer mehrjährigen Kampagne mazedonischer und internationaler Naturschutzorganisationen haben die Europäische Bank für Wiederaufbau und die Weltbank ihre Finanzierung für die beiden großen, im Mavrovo-Nationalpark geplanten Kraftwerke Boskov Most und Lukovo Pole zurückgezogen. Allerdings steht die Entscheidung der mazedonischen Regierung, die beiden umstrittenen Projekte formell auszusetzen, noch aus. Ein kürzlich von der Regierung vorgelegter Bericht deutet obendrein an, dass diese zwar keine neuen Konzessionen für Wasserkraftwerke vergibt, aber auch keine Maßnahmen ergreift, um die Entwicklung für die Projekte zu stoppen, die bereits genehmigt wurden.

Angesichts der Verzögerungstaktik der Regierung in Skopje – in der vergangenen Sitzungswoche hat sie keinen Vertreter nach Straßburg entsandt – hat der Ständige Ausschuss der Berner Konvention seine Forderung nochmals bekräftigt, Staudammprojekte im Nationalpark auszusetzen. „Wasserkraftwerke stehen im krassen Widerspruch zum Erhalt der Biodiversität und gehören nicht in Schutzgebiete wie den Mavrovo-Nationalpark“, sagt Theresa Schiller von der international tätigen Naturschutzorganisation EuroNatur.

In der bereits erwähnten Empfehlung der Berner Konvention von 2015 wurde die mazedonische Regierung aufgefordert, den Status des Mavrovo-Nationalparks als streng geschütztes Gebiet nochmals zu bestätigen. Der daraufhin erfolgte Gesetzentwurf bedarf allerdings der Überarbeitung: „Dieses Gesetz kollidiert sowohl mit den Bestimmungen der Berner Konvention, als auch mit dem nationalen Naturschutzgesetz. Anstatt dem Schutz und der Förderung der Biodiversität in Mavrovo Vorrang einzuräumen, lässt es die Möglichkeit für den Bau neuer Wasserkraftwerke im Gebiet des Nationalparks offen. Die Regierung in Skopje sollte das Gesetz entsprechend den Richtlinien und Empfehlungen der IUCN ändern“, sagt Aleksandra Bujaroska von der mazedonischen NGO Front 21/42.

Zusätzlich beschloss der Ausschuss während der Sitzung in Straßburg, den Balkan-Luchs in die Liste der streng geschützten Arten aufzunehmen. Als tierisches Nationalsymbol Mazedoniens ist der Balkan-Luchs nur noch im westlichen Teil des Landes zu finden, hauptsächlich im Mavrovo-Nationalpark. Die Unterart des Eurasischen Luchses ist vom Aussterben bedroht; weniger als 50 Individuen streifen durch die Bergwälder Mazedoniens. Wissenschaftliche Daten, die Anfang dieses Jahres von der Macedonian Ecological Society veröffentlicht wurden, zeigen, dass sich die seltene Katze erfolgreich im Mavrovo-Nationalpark fortpflanzt. Dies unterstreicht noch einmal die Notwendigkeit eines umfassenden Schutzes und eines sorgfältigen Management des Gebiets.

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