Stadt Offenbach ist neues FSME-Risikogebiet in Hessen

(lifePR) ( Offenbach, )
Schon immer waren sie da, die kleinen, achtbeinigen Plagegeister, die immer hungrig auf der Suche nach Blut durch hohes Gras krabbeln oder in Bäumen und Geäst auf Nahrung warten: Zecken. Ihr Biss ist nicht nur unangenehm, sondern auch gefährlich. Die Spinnentiere können sowohl Borreliose als auch FSME (Frühsommer-Meningoencephalitis) übertragen. Weil in den vergangenen zwei Jahren 3,5 FSME-Erkrankungsfälle gemeldet wurden, ist nun auch die Stadt Offenbach vom Robert Koch-Institut in Berlin zum Risikogebiet erklärt worden.

"Wir wollen keine Ängste schüren, sondern Sicherheit geben", sagte Birgit Simon bei einer Pressekonferenz. Besonders Angst brauche man nicht zu haben, so die Bürgermeisterin.

Die krumme Zahl von 3,5 Erkrankungsfällen setzt sich aus zwei Fällen im Jahr 2009 sowie 1,5 Erkrankungsfällen im Jahr 2010 zusammen. Der halbe Erkrankungsfall erklärt sich aus den beiden möglichen Infektionsorten mit Aufenthalten sowohl in der Stadt als auch im Landkreis Offenbach. Damit wurde der Erkrankungsfall je zur Hälfte der Stadt und dem Kreis zugerechnet. Hessenweit treten pro Jahr etwa 15 Erkrankungsfälle auf. 2006 waren es 51, 2007 14, 2008 13, 2009 20 und 2010 12. Die Zahl der infizierten in ganz Hessen ist also rückläufig. In Hessen gehören bereits die Landkreise Odenwaldkreis, Bergstraße, Darmstadt-Dieburg, Offenbach Land, Groß-Gerau, Main-Kinzig und Marburg-Biedenkopf sowie die Stadt Darmstadt zu den Risikogebieten. Die Stadt Offenbach am Main ist aktuell neu hinzugekommen. Diese Entwicklung sei nicht verwunderlich, meinte Birgit Simon.

Jedes Jahr informiert die Stadt über das Risiko der Krankheitsübertragung durch einen Zeckenbiss. Der Unterschied zu den Jahren zuvor ist nun die Ernennung zum Risikogebiet.

In diesem Jahr gab es bisher noch keinen Fall von FSME.

Das Krankheitsbild

Die FSME-Infektion ist eine durch ein Virus hervorgerufene infektiöse Erkrankung des zentralen Nervensystems. Die Zeit von der Ansteckung bis zum Krankheitsbeginn (Inkubationszeit) beträgt in der Regel zwischen 7 und 14 Tagen. Bei 70 Prozent der infizierten Personen verläuft die Infektion unbemerkt. Bei 30 Prozent beginnt die Erkrankung mit grippeähnlichen Krankheitszeichen wie Fieber, Kopfschmerzen, Erbrechen oder Schwindelgefühl. Nach einem fieberfreien Intervall von etwa einer Woche treten bei sechs bis zehn Prozent dieser infizierten Personen Entzündungen der Hirnhäute, des Gehirns oder anderer Nervengewebe auf. In diesen Fällen besteht die Gefahr von bleibenden neurologischen Ausfällen, wie z.B. Lähmungen oder Epilepsie. Schwere Krankheitsverläufe werden überwiegend bei Erwachsenen beobachtet. Bei ein bis zwei Prozent der Erkrankten mit Beteiligung des zentralen Nervensystems kann die Infektion auch zum Tode führen. Bei der FSME-Erkrankung ist nur die Behandlung der Symptome möglich. Von Mensch zu Mensch übertragen werden, können die Viren nicht.

Schutz vor FSME bietet eine Impfung

Schutz bietet eine Impfung, die nun, da die Stadt zum Risikogebiet zählt, von den Krankenkassen übernommen wird. Drei Teilimpfungen sind nötig, damit der FSME-Erreger im menschlichen Körper nichts mehr anrichten kann. Die Impfung ist keine Pflicht. "Jeder kann frei entscheiden, ob er sich impfen lassen möchte oder nicht", betonte Dr. Michael Maiwald, Leiter des Stadtgesundheitsamtes.

Eine erhöhte Aufmerksamkeit sei wichtig, sagte der Experte. Lange Hosen und Strümpfe können bei Ausflügen in den Wald und ins Feld schützen. Ebenso wichtig sei auch das Absuchen des Körpers nach Zecken und Zeckenbissen. Wer ein Spinnentier auf der Haut entdeckt, muss jedoch nicht in Panik geraten. Nur etwa ein bis fünf Prozent der Insekten sind mit dem Erreger infiziert. Mit Bissen zu rechnen, ist vor allem in den Monaten April bis November.

Dem Stadtgesundheitsamt ist es wichtig klarzustellen, dass Zecken nicht nur FSME, sondern auch Borreliose übertragen. Gegen diese bakterielle Erkrankung ist kein Impfschutz möglich.

Sie tritt wesentlich häufiger auf als FSME und ist in allen Teilen Deutschlands zufinden, wobei 10-35% der Zecken betroffen sind.

Mit Blick auf diese Erkrankung, die sich mit Antibiotika behandeln lässt, sei es besonders wichtig, Zeckenstiche zu vermeiden, betonte Birgit Simon. Aber auch eine umgehende und sachgerechte Entfernung ist von Bedeutung. Hierbei sollte eine Zeckenzange verwendet werden, die möglichst an den Mundwerkzeugen des Tierchens angesetzt wird. Bei einer Entzündung oder Hautrötung an der Stichstelle sowie beim Auftreten von grippeähnlichen Symptomen sollte ärztliche Hilfe gesucht werden.

Das Stadtgesundheitsamt informiert Ärzte, Krankenhäuser, Altenheime, Kindergärten und Schulen der Stadt über die aktuelle Situation mit einem FSME-Merkblatt.

Weitere Informationen können ab dem 02. Mai 2011 auf den Internetseiten des Robert Koch-Institutes (www.rki.de) unter den Stichworten Infektionskrankheiten A-Z und FSME entnommen werden.
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