Spielfilm "Ein Leben lang" von 1940 im Haus der Stadtgeschichte

(lifePR) ( Offenbach, )
Am Freitag, 22. November 2013, 14 Uhr, erinnert die Historikerin Dr. Rosemarie Killius mit einem Vortrag und der Aufführung des Spielfilms "Ein Leben lang" an den 1904 geborenen Schauspieler Joachim Gottschalk, der im Jahr 1941 gemeinsam mit seiner Familie Selbstmord beging. Seine größten Erfolge feierte Gottschalk an den Frankfurter Städtischen Bühnen als Schiller-Interpret, bevor er nach Berlin wechselte und in Spielfilmen mitzuwirken begann. Regisseur Gustav Ucicky drehte den Spielfilm "Ein Leben lang" im Kriegsjahr 1940 mit Joachim Gottschalk und Paula Wessely in den Hauptrollen. Die Aufführungsgenehmigung erteilte das Deutsche Filminstitut, Wiesbaden.

Zur Handlung: Der Durchreisende Hans von Gallas trifft in Wien Agnes Seethaler, mit der er eine kurze Affäre hat und einen Sohn zeugt. In Peking heiratet er eine andere Frau, mit der er ebenfalls einen Sohn zeugt. Bei einem Wiedersehen in Wien verschweigt ihm Agnes Seethaler das uneheliche Kind, erneuert aber ihre Liebesbekundungen in der Überzeugung, dass eine Vorsehung waltet, die beide irgendwann zusammenführen wird. Mit ihrer Entscheidung, das gemeinsame Kind zu verschweigen, will sie den geliebten Mann nämlich nicht mit Zwang an sich binden, sondern hofft auf dessen Erkenntnis eigener Liebe zu ihr. Als die in Peking geschlossene Ehe scheitert und Hans von Gallas Frau und Sohn verliert, nimmt ihn Agnes Seethaler zurück in Wien mit offenen Armen auf und das Schicksal geht in Erfüllung.

In der Realität jener Jahre war Joachim Gottschalk mit Meta Wolff verheiratet, ebenfalls Schauspielerin und getaufte Christin, die aber wegen ihrer jüdischen Abstammung schon seit 1933 keine Rollen mehr bekommen hatte. Gottschalk lehnte es ab, sich von seiner Frau zu trennen, und erhielt keine Angebote mehr, obwohl er zu den beliebtesten Filmgesichtern gehörte. Als der Deportationsbefehl für Meta und den gemeinsamen achtjährigen Sohn Michael eintraf, begingen die Eltern mit ihrem Kind Suizid. In den Zeitungen gab es keine Nachrufe auf den beliebten Darsteller, auf Weisung von Goebbels, der in sein Tagebuch notierte: "Am Abend kommt noch die etwas peinliche Nachricht, dass der Schauspieler Gottschalk, der mit einer Jüdin verheiratet war, mit Frau und Kind Selbstmord begangen hat." Zu seinem 25. Todestag im Jahr 1966 schrieb die Frankfurter Allgemeine Zeitung: »Er stieg auf wie ein Stern, leuchtete ein paar Jahre in der dunklen Welt des Dritten Reiches, dann stürzte er wie ein Komet hinunter ins Schweigen des Todes.«

Der Eintrittspreis für Vortrag und Aufführung beträgt 10 € (keine weitere Ermäßigung). Eine Anmeldung über die vhs Offenbach ist erwünscht. Ansprechpartnerin: Birgit Grün, Programmbereichsleiterin Kulturelle Bildung, vhs Offenbach, Tel. (069) 80 65 - 31 35; Fax (069) 80 65 - 29 89; E-mail: birgit.gruen@offenbach.de

Freitag, 22. November 2013, 14 Uhr
Filmreihe Haus der Stadtgeschichte / vhs Offenbach:
"Joachim Gottschalk - verehrt, verfolgt vergessen"
Aufführung des Spielfilms "Ein Leben lang" (1940)
mit Vortrag von Dr. Rosemarie Killius
Haus der Stadtgeschichte (OF-Herrnstraße 61)
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