Der Klang des 18. Jahrhunderts in der kurpfälzischen Residenz

Barockschloss Mannheim

(lifePR) ( Stuttgart, )
Seit zwei Jahren beherbergt Schloss Mannheim einen außergewöhnlichen Schatz: fünf Originalinstrumente, die vor 250 Jahren von den Künstlern des berühmten kurpfälzischen Hoforchesters gespielt wurden – im 18. Jahrhundert ein europaweit renommiertes Spitzenensemble. Zu sehen sind die Stücke im Trabantensaal. Nun werden sie aus ihrer Vitrine herausgeholt und kommen zum Einsatz: Anlass ist der 300. Geburtstag von Johann Stamitz, des Gründers der „Mannheimer Schule“. Sie erklingen in einem Kammerkonzert mit dem Cramer-Quartett am 17. Juni im Rittersaal des Mannheimer Schlosses. Das Konzert ist eine Veranstaltung der Gesellschaft für Musikgeschichte und der Staatlichen Schlössern und Gärten Baden-Württemberg in Kooperation mit der Forschungsstelle Südwestdeutsche Hofmusik der Heidelberger Akademie der Wissenschaften.

Originale der Hofkapelle aus privatsammlung

Vier Violinen, eine Viola und ein Cello sind in zwei Vitrinen im Trabantensaal im Barockschloss zu bestaunen. Die gut erhaltenen Instrumente stammen aus dem unmittelbaren Umfeld der kurpfälzischen Hofmusik. Zwei der Instrumente wurden vermutlich schon in der Innsbrucker Hofkapelle Carl Philipps gespielt und kamen mit dem Gründer des Mannheimer Schlosses in die Kurpfalz, als dieser die Pfälzer Kurwürde übernahm. Auch der Geigenbauer Jacob Rauch (um 1680–1763) übersiedelte mit Carl Philipp nach Mannheim und war dort über vierzig Jahre tätig. Von ihm stammen eine Violine aus der Innsbrucker Zeit um 1710 und eine Viola von ca. 1740, die zur Eröffnung des prächtigen Mannheimer Opernhauses 1742 im Orchester gespielt wurde. Weitere Violinen stammen von Mathias Gülich (?–1803) und wurden 1759 und 1778 angefertigt. Die kostbaren Instrumente sind Leihgaben aus Privatbesitz. Sie werden von Geigenbaumeister Matthias Kohl aus Heidelberg fachkundig betreut. Die zuständige Kuratorin der Staatlichen Schlösser und Gärten, Dr. Uta Coburger, weiß diesen Schatz sehr zu schätzen: „Schloss Mannheim war ein ‚Hotspot‘ der Orchesterkultur in Europa und die ‚Mannheimer Schule‘ hat als Wegbereiter der Klassik Musikgeschichte geschrieben. Wir arbeiten nicht nur an einer besseren Präsentation jener instrumentalen Schätze, sondern wollen sie künftig regelmäßig ‚live‘ erlebbar machen.“

Instrumente bei kammerkonzert zu hören

Zu hören sind die Streichinstrumente in einem Konzert am Samstag, den 17. Juni um 19 Uhr im Rittersaal von Schloss Mannheim. Unter dem Titel „Musik aus der Residenz“, mit der eine Kammermusikreihe der Gesellschaft für Musikgeschichte in Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit den Staatlichen Schlössern und Gärten eröffnet werden soll, bringt das Cramer-Quartett Streichquartette der Mannheimer Schule zu Gehör – eine Hommage an ihren Gründer Johann Stamitz (1717-1757).

Parallel widmet sich ein Symposium „Johann Stamitz zum 300. Geburtstag“ dem Mannheimer Musiker, das von der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim und der Forschungsstelle Südwestdeutsche Hofmusik am 17. und 18. Juni ausgerichtet wird und im Palais Hirsch in Schwetzingen und im Schloss Mannheim stattfindet.

rare Zeugnisse aus Mannheims musikalischer GLanzzeit

Unter der Herrschaft des Kurfürsten Carl Theodor spielte eine der größten Hofkapellen Europas in der Kurpfalz. In den Siebzigerjahren des 18. Jahrhunderts zählte sie im Schnitt 75 Musiker. Musikliebhaber aus ganz Europa kamen damals in die Kurpfalz, um die Aufführungen des Hoforchesters mitzuerleben. Die Komponisten und Musiker der „Mannheimer Schule“ bereiteten den Weg für die klassische Musik. Fünf der kostbaren Instrumente aus dieser Glanzzeit der Kurpfalz sind im Mannheimer Schloss zu sehen.
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