Sonntag, 22. Oktober 2017


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SpiFa kritisiert WIDO Ärzteatlas 2015

Berlin, (lifePR) - "Die aktuelle Veröffentlichung des Wissenschaftlichen Institutes der AOK (WIDO) verkennt in beeindruckender Weise die tatsächliche Situation der Fach- und Hausärztlichen Versorgung der Bevölkerung", kommentiert der Hauptgeschäftsführer des SpiFa Lars F. Lindemann den Ärzteatlas 2015 des WIDO. "Wir haben keinen Überschuss, sondern schon heute einen Mangel an Ärzten der meisten Fachrichtungen, der sich in den kommenden Jahren noch dramatisch verstärken wird. Wenn die WIDO-Gutachter ausschließlich reine Verhältniszahlen zur Bedarfsplanung aus dem Jahre 1992 für Ihre Schlussfolgerungen zu Grunde legen, liegen sie komplett falsch. Alle ernsthaften Akteure im Gesundheitswesen haben das inzwischen verstanden, sogar der Gesetzgeber will aktuell eine Reform der Bedarfsplanung. Nur die WIDO-Gutachter spielen auf einer uralten und zudem verstimmten Klaviatur"

Die Ergebnisse, zu denen das WIDO kommt, blenden die demografische Entwicklung der Bevölkerung und der Ärzteschaft sowie die Entwicklung der Morbidität völlig aus. Die Realität ist eine andere, wird aber in der Kassenwelt derzeit noch nicht zur Kenntnis genommen. Andererseits fordert die AOK den Zugang nichtärztlicher Heilberufe zur medizinischen Leistungserbringung - mit der Begründung des Ärztemangels. Diesen Widerspruch sollten die AOK-Verantwortlichen schnellstmöglich aufklären. Zur Glaubwürdigkeit trägt ein solcher Widerspruch jedenfalls nicht bei.

Bereits auf dem 1. Fachärztetag Anfang Juni stellte der SpiFa in einer hochkarätigen Runde aus Mitgliedern des Gesundheitsausschusses und der Spitze des SpiFa klar, dass die gegenwärtige Regelung der Bedarfsplanung weder die Versorgungsrealität abbildet, noch die künftige Struktur vorbereiten kann. Die Fachpolitiker aller Fraktionen des Bundestages waren vertreten, unter anderem Maria Michalk, designierte neue Gesundheitspolitische Sprecherin von CDU/CSU und der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses, Prof. Dr. Edgar Franke, SPD. Parteiübergreifend herrschte Einigkeit, dass die Grundlagen der Bedarfsplanung nicht mehr zeitgemäß sind. Bestätigt wurde dies auch durch Prof. Eberhard Wille, dem ehemaligen Vorsitzenden des Sachverständigenrates für das Gesundheitswesen, der durchgängig für alle Fachgruppen incl. der Hausärzte einen Bedarfsanstieg bis zu 30 Prozent ermittelt hat. Wille berücksichtigt in seiner Untersuchung die Alters- und Morbiditätsentwicklung, auch deren regionale Auswirkungen.

"Die Politik und die überwiegende Zahl der Sachverständigen denken um - die Kassen sollten es auch tun", fordert Lindemann. Versorgungssteuerung, so der SpiFa abschließend, über ein Zurückfahren der Arztzahlen wird nicht funktionieren.

Spitzenverband Fachärzte Deutschlands e.V.

Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands e. V. (SpiFa) ist ein Dachverband fachärztlicher Berufsverbände. Das Ziel des SpiFa ist die Darstellung der übergeordneten Interessen der Fachärzte in Praxis und Klinik sowie deren politische Durchsetzung auf Bundes- und auch auf Landesebene.

Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands (SpiFa) setzt sich für die Interessen der niedergelassenen und klinisch tätigen Fachärzte ein. Sein Ziel: Erhalt der wohnortnahen ambulanten Patientenversorgung durch den Facharzt. Auf 1.000 Einwohner kommen in Deutschland 0,9 Fachärzte an Kliniken und 0,7 in der Facharztpraxis. Mit 1,6 Fachärzten auf 1.000 Einwohner liegt Deutschland sogar nur im unteren europäischen Mittelfeld. Von einer doppelten Versorgung kann keine Rede sein.

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