Das «Maltechnik-Notizbuch» von Hans Emmenegger

(lifePR) ( Zürich, )
Das Schweizerische Institut für Kunstwissenschaft (SIK-ISEA) lanciert ein Forschungsprojekt zu Maltechnik und Werkstattpraxis des Innerschweizer Malers Hans Emmenegger. Ausgangspunkt ist ein Notizbuch, das der Künstler im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts systematisch mit maltechnischen Informationen füllte. Von besonderem Interesse sind jene 150 Seiten, auf denen er zwischen 1901 und 1905 in Form von tagebuchartigen Einträgen den oft langwierigen Entstehungsprozess seiner Gemälde dokumentierte.

Hans Emmenegger (1866–1940) gehört zu den wichtigsten Schweizer Malern des frühen 20. Jahrhunderts. Mit seiner Kunst reiht er sich in die Moderne ein, die sich abseits der Akademien entwickelte. In maltechnischer Hinsicht ist er repräsentativ für die grosse Gruppe von Malern des 19. und 20. Jahrhunderts – darunter auch Vertreter des Impressionismus –, die trotz moderner oder avantgardistischer Bildfindungen an der akademischen Schichtenmalerei festhielten. Damit unterscheiden sie sich von Künstlern wie Ferdinand Hodler, Giovanni Giacometti oder Cuno Amiet, die sich von maltechnischen Traditionen zunehmend lösten.

Im Rahmen des Forschungsprojekts nimmt SIK-ISEA eine wissenschaftliche Auswertung von Emmeneggers Aufzeichnungen vor. Gleichzeitig werden ausgewählte Gemälde des Künstlers aus dem Zeitraum 1901 bis 1905 technologisch untersucht und die Befunde mit den Notizbucheinträgen verglichen. Die Untersuchung vermittelt einen faszinierenden Einblick in den Alltag eines «artist at work», in seine Überlegungen, Erfolge und Misserfolge auf der beharrlichen Suche nach einer kontrollierbaren, dauerhaften Maltechnik. Die Ergebnisse, die auch in Bezug auf den grösseren Kontext der Maltechnik um 1900 von ausserordentlicher Aussagekraft sind, werden in Band 6 der SIK-ISEA-Schriftenreihe «KUNSTmaterial» publiziert.

Zusätzlich zur Buchpublikation bereitet SIK-ISEA gemeinsam mit der Universitätsbibliothek Heidelberg eine digitale Edition des «Maltechnik-Notizbuchs» vor. Sie beinhaltet neben einem Faksimile des Notizbuchs den im XLM-Format nach den Richtlinien der Text Encoding Initiative (TEI) transkribierten, edierten und annotierten Text. Dieser erschliesst sich über Volltext- und indexierte Suchfunktionen und ist mit Stellenkommentaren zu Zeiträumen, Produkten, Handlungen und Ereignissen angereichert. Die Untersuchungsberichte zu denjenigen Werken, die kunsttechnologisch analysiert werden, stehen als PDF-Downloads zur Verfügung.

Die Forschungs- und Produktionskosten werden komplett über Drittmittel finanziert.

Aufruf an Sammlerinnen und Sammler
Hinweise auf noch nicht registrierte Gemälde des Künstlers, insbesondere aus dem Zeitraum 1901 bis 1905, werden erbeten an: SIK-ISEA, Dipl.-Rest. Karoline Beltinger, Zollikerstrasse 32, Postfach, CH8032 Zürich, karoline.beltinger@sik-isea.ch, T +41 44 388 51 51. Absolute Diskretion wird zugesichert.
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