Versicherungen geraten in den Zins-Fokus

(lifePR) ( Frankfurt am Main, )
In den letzten drei Wochen sind vor allem die Renditen für langlaufende Anleihen massiv unter Druck geraten. Der aktuelle Zins für Bundesanleihen mit 30 Jahren Restlaufzeit ist seit 16. Juli 2019 von 0,33% auf aktuell -0,14% gefallen. Diese Entwicklung hat auch Auswirkungen auf die Aktien der Versicherungsbranche. Die Anleger haben dies jedoch noch nicht im Fokus.

Der aktuelle, starke Verfall langfristiger Zinssätze hat die Diskussion über den aktuellen Zustand der Weltwirtschaft angeheizt. Nachdem Frühindikatoren wie die sentix Konjunkturindizes bereits seit Anfang Juli klare Rezessionssignale senden, tun dies die Bondmärkte nun auch. Vor allem die dramatische Verflachung der Zinskurven gilt als untrügliches Rezessionssignal. Als 2000 oder 2007/2008 die US-Zinskurve zwischen 10- und 2-jährigen Anleihen einen Zinsabstand von unter 0% aufwies, folgten Abschwung und Aktien-Bärenmarkt.

Aber auch einzelne Sektoren zeigen sich zinssensitiv. Offensichtlich gilt dies für Banken, die deutlich unter einer flachen Zinskurve leiden. Zum einen, weil ihnen eine flache Zinskurve die sogenannte Fristentransformation erschwert. Und zum anderen, weil ein Wirtschaftsabschwung meist auch erhöhte Abschreibungen auf das Kreditportfolio nach sich zieht.

Weniger im Fokus der allgemeinen Betrachtung sind die Versicherungsaktien. Diese waren im Finanzbereich in den letzten Jahren die positive Ausnahme und konnten bis zuletzt durch eine moderate Outperformance überzeugen. Die nachfolgende Grafik unterstreicht jedoch, dass dieser Sektor ebenfalls zinsabhängig ist und nun im Juli eine wichtige Zäsur stattgefunden haben könnte.

Das Chart zeigt, dass der Rückgang im langfristigen Zinsbereich zuletzt die Kurse von Versicherungen deutlich gedrückt und sich hier möglicherweise eine Trendwende in der relativen Stärke eingestellt hat.

Versicherungen verfügen über erhebliche Kapitalanlagen, die sie zur Deckung übernommener Risiken benötigen. Die Bewertung dieser Anlagen ist stark zinsabhängig. Unmittelbar, sofern es sich um Anleihen handelt, und mittelbar im Falle von Aktien und anderen Wertpapieren.

Es verwundert deshalb nicht, dass parallel zum langfristigen Renditerückgang seit 2008 auch die Versicherungsaktien deutlich an Wert gewonnen haben. Schaut man jedoch genau hin, dann sind sich beschleunigende Abwärtsbewegungen bei Zinsen meist Vorboten einer Korrektur am Bondmarkt und damit einer Phase relativ unterdurchschnittlicher Kurschancen bei Aktien der Versicherungsbranche.

Auf eine solche Phase sind die Anleger noch nicht eingestellt. Dies zeigt das sentix Sektor Sentiment für Versicherungen.

Dieses notiert zwar vordergründig unauffällig an der Null-Linie, ist demnach also „neutral“. Doch diese neutrale Haltung ist immerhin das bullischste Sentiment seit 2013. Zur eigenen Historie ist die Stimmung also vergleichsweise positiv. Hinzu kommt, dass viele Anleger nicht ausreichend im Finanzbereich zwischen Banken, Versicherungen und Finanzdienstleistern unterscheiden. Das bedeutet, dass die schwache Bankenstimmung auch das Sentiment bei Versicherungen beeinflusst.

Es lohnt deshalb ein Blick auf das relative Sentiment von Versicherungen zu Banken. Hier zeigt sich, dass die Anleger geradezu euphorisch für Versicherungen im Vergleich zu Banken gestimmt sind.

Dies war bislang auch richtig, doch die veränderte Zinslandschaft hält auch für die Aktionäre von Versicherungen eine unschöne Botschaft bereit. Denn die Vergangenheit zeigt deutlich, dass die relative Performance von Versicherungen vor allem durch einen Zinsanstieg sowie fallende Aktienmärkte belastet wird.

In unserem Blog (https://www.sentix.de/index.php/Woolly-Thoughts-Blog/warten-auf-den-tod.html) haben wir ausgeführt, dass der Zinsmarkt eines von beiden allerdings klar in Aussicht stellt. Anleger sollten also bei Versicherungen vorsichtiger agieren.
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