Mittwoch, 24. Mai 2017


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Kultusministerkonferenz beschließt "Handlungsempfehlungen zur Vorbeugung und Aufarbeitung von sexuellen Missbrauchsfällen und Gewalthandlungen in Schulen und schulnahen Einrichtungen"

(lifePR) (Bonn, ) Die Kultusministerkonferenz setzt sich für eine rückhaltlose Aufklärung und eine fundierte Prävention ein, um das Vertrauen in die Schule als geschütztem und sicherem Ort zu gewährleisten. Mit den "Handlungsempfehlungen zur Vorbeugung und Aufarbeitung von sexuellen Missbrauchsfällen und Gewalthandlungen in Schulen und schulnahen Einrichtungen" haben die Länder einen sofort umsetzbaren Maßnahmenkatalog entwickelt. Der Präsident der Kultusministerkonferenz, Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle (Bayern) fasste als Ergebnis zusammen: "Wir haben eine gute Grundlage geschaffen, die sexuellen Missbrauch in Schulen und in Internaten wirksam verhindern soll". Mit den Empfehlungen nehmen die Länder ihre grundgesetzlich verankerte Verantwortung für die staatliche Aufsicht über das gesamte öffentliche und private Schulwesen wahr. "Die Kultusministerkonferenz ist sich der Bereitschaft aller Verantwortungsträger zur Zusammenarbeit sicher und erwartet, dass alle, die mit der Bildung und Erziehung von Kindern und Jugendlichen betraut sind, zur gemeinsamen Lösung der anstehenden Probleme beitragen", so der Präsident. Abgestimmtes, zielgerichtetes Handeln aller Verantwortlichen soll dabei auch pauschalen Urteilen oder Verdächtigungen entgegenwirken.

Zentrale Punkte des Papiers sind:

- Eine Kultur des Hinsehens und des Hinhörens muss Teil des Lebens und Lernens in der Schule sein. Dafür müssen qualifiziertes pädagogisches Personal, angemessene Räume und Zeiten eingeplant und gesichert werden. Gefährdungen und Problemfälle müssen frühzeitig von schulischem und außerschulischem Personal erkannt werden. Opfer müssen Hilfe erhalten. Neben bereits bestehenden Unterstützungsangeboten müssen zusätzlich kompetente Ansprechpartner zur Verfügung stehen.
- Bei der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist der professionelle Umgang mit Nähe und Distanz von wesentlicher Bedeutung.
- Falsch verstandene Kollegialität und Unsicherheit über das eigene Urteil gegenüber möglichen Tätern dürfen nicht dazu führen, dass Kinder und Jugendliche zu Opfern werden. Jeder Missbrauchsfall muss aufgedeckt und aufgeklärt werden.
- Lehrerbildung und Lehrerfortbildung müssen sich verstärkt mit sexuellen Grenzüberschreitungen und Gewaltanwendung in Schulen auseinandersetzen.
- Zum Schutz der Kinder und Jugendlichen werden die Anstellungsträger für alle Personen, die im kinder- und jugendnahen Bereich und in Schulen arbeiten wollen, das sogenannte "Erweiterte Führungszeugnis" (§ 30a BZRG) verlangen.
- Die Kultusministerkonferenz setzt sich für eine gezielte Verlängerung der Löschungsfristen im Bundeszentralregister ein. Damit soll ausgeschlossen werden, dass Personen wieder im Bildungs- und Erziehungsbereich eingestellt werden, die in der Vergangenheit Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung begangen haben und straffällig geworden sind.
- Die Kultusministerkonferenz fordert die Justizbehörden auf, die Anweisung über "Mitteilungen in Strafsachen" so umzusetzen, dass entsprechendes frühzeitiges Handeln der Schulaufsicht bzw. des Anstellungsträgers ermöglicht wird.

"Eine größtmögliche Sensibilität gegenüber sexuellen Übergriffen und gewalttätigem Handeln in der Schule und schulnahen Einrichtungen sowie ein engagiertes Handeln für die Opfer und gegen die Täter stehen im Mittelpunkt", betont Spaenle.

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