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Pressemitteilung BoxID: 445967 (Samuelis Baumgarte Galerie)
  • Samuelis Baumgarte Galerie
  • Niederwall 10
  • 33602 Bielefeld
  • http://www.samuelis-baumgarte.com

IBIZA - Abseits ist überall" (Project Room) 19.10.2013 - 31.01.2014

Die Vernissage findet am Samstag, dem 19.10.2013 um 17:00 Uhr statt / Die Künstlerin ist anwesend.

(lifePR) (Bielefeld, ) Im Project Room präsentieren wir erstmalig der Öffentlichkeit auf drei Ebenen Fotografien der Hamburger Fotokünstlerin Christine Schindler unter dem Titel: "IBIZA - Abseits ist überall". Die Hamburger Fotografin Christine Schindler wird 1968 in der Nähe von Stuttgart geboren. Mit 15 Jahren kauft sie ihre erste Spiegelreflexkamera. Durch die Fotografie findet sie ein Medium, um Inhalte und Werte nachhaltig zu transportieren. Mit Beginn ihres Studiums 1983 in Rosenheim ist die Kamera ihr ständiger Begleiter auf vielen interkontinentalen Reisen. Mehrere Besuche der Pityusen-Insel Ibiza inspirieren die Künstlerin seit 2001, sich mit diesem magischen Ort künstlerisch auseinander zu setzen.

Die Fotokünstlerin ist der Faszination der Insel Ibiza erlegen. Keinesfalls ihren Naturschönheiten wie blauen Buchten und rauschenden Wäldern, nein, sondern den kulturellen Umformungen und das sogar in einer Ästhetik des Verfalls, wie beispielsweise in "Sa Penya relación 7", 2013 (C-Print auf Aludibond, 35 x 85 cm). Die Arbeiten zeigen Einblicke in einen abgründigen Traum historisch-rätselhafter, oft sozialkritischer Sujets der mystischen Pityusen-Insel. Das Unheimliche, Beklemmende entwirft komplexe und detailreich ausgemalte Bildwelten, in denen Christine Schindler die Ikonografie der Insel, ihre suburbanen Strukturen als Metapher für das scheinbar Unerklärliche darstellt ("Dalt Vila relación 2", 2013, C-Print auf Aludibond, 30 x 63 cm). Sie zeigt in realistisch-dokumentarischer Haltung einen zunehmend brüchig und unverständlich gewordenen zivilisatorischen Zusammenhang, um damit die geheimnisvollen Abgründe und den fragil gewordenen Wirklichkeitszusammenhang visuell zu fassen, durch den sie sich wie hypnotisiert an Orten der Insel bewegt, von dem urbanen "Cerca de Dalt Vila relación", 2013 (C-Print auf Aludibond, 40 x 70 cm) zu an der Küste gelegenen "Ses Salines relación 1", 2013 (C-Print auf Aludibond, 50 x 120 cm).

Bereits die Romantik hat Ruinen als Symbole des künstlerischen Schaffens überhaupt gedeutet. Ruinen und Verfall versinnbildlichten die Überlegenheit der Naturkräfte über den von Menschen gemachten Tand. Inbegriffen war schon die Vorwegnahme des Entropieprinzips und das Bild des Laufes der Geschichte als ein Rennen nach Katastrophe und Untergang. Ruinen wurden Objekte der Kontemplation, ein dauerhaftes memento mori, eingebettet ins zeitgenössische Leben, wie beispielsweise "Dalt Vila relación 3", 2013 (C-Print auf Aludibond, 50 x 115 cm). Viele zeitgenössische Fotografen widmen sich diesem Thema, aber man griffe zu kurz, reduzierte man das Werk von Christine Schindler auf Übungen in der Ästhetik des Verfalls. Es ist ein Aspekt, sogar ein wichtiger, aber ihre Herangehensweise, so wie sie sich in der Ibiza-Serie manifestiert, impliziert sowohl eine Geschichtsphilosophie als auch einen sozialen Kommentar, wie die Arbeit "Ses Feixes relación 2", 2013 (C-Print auf Aludibond, 50 x 130 cm). Ihre Bildstrategien sind dabei teils klassisch, teils innovativ - eine sehr fruchtbare Kombination. Die Faszination dieser Orte umschreibt Christine Schindler wie folgt: "Das intensive Sonnenlicht erhöht die verbliebene Restfarbigkeit, für mich gleichbedeutend mit Leben, und erzeugt eine reizvolle Spannung von morbider Ästhetik."

Überraschend und in hohem Maße innovativ ist das kombinierende Verschmelzen von Bildern, wie exemplarisch in "Caló d'en Serra relación 6", 2013 (C-Print auf Aludibond, 50 x 140 cm) und "Bungalow Park relación 6", 2013 (C-Print auf Aludibond, 45 x 130 cm). Sie gehen zumeist ineinander über, so dass sie sich von traditionellen Diptychen unterscheiden. Mit ihnen haben sie allerdings gemein, dass, obgleich beide Bilder Aufmerksamkeitszentren sind, das gemeinsame Bild eine sowohl visuelle wie semantische Einheit eigener Art bildet. Etwas Unerwartetes, Neues und Beklemmendes erscheint, das größer ist als die Teile, aus denen es besteht. Das stellt eine neue Sichtweise dar, eine neue Erklärung, eine neue bildliche Tatsache. Und diese neue Tatsache ist das tertium comparationis und das Ergebnis des Vergleichs zugleich. Und so etwas gelingt nur in der Kunst.

Die Ausstellung ist geöffnet Montag - Freitag 10:00 - 18:00 Uhr, Samstag 10:00 - 14:00 Uhr

Es ist ein 60-seitiger Farbkatalog mit Texten von Beate Wedekind und Gerhard Charles Rump erschienen.