Sonntag, 22. April 2018


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Jahresausblick von Sal. Oppenheim: Risikobehaftete Anlageklassen auch 2017 im Vorteil

Köln, (lifePR) - .

- Aktien entwickelter Volkswirtschaften bieten das meiste Potenzial
- Beimischung von Rohstoffinvestments und Absolute Return sinnvoll
- Gestiegene Risiken und teilweise negative Ertragsaussichten am Rentenmarkt
- US-Dollar bei 1,07 pro Euro; Ölpreis steigt auf 55 US-Dollar

Aktieninvestments werden im kommenden Jahr die wichtigste Performancequelle sein: Die Börsen der entwickelten Volkswirtschaften dürften Anlegern 2017 einen Ertrag von 5,0 Prozent bringen. In den Schwellenländern rechnet Dr. Lars Edler, Co-Chief Investment Officer von Sal. Oppenheim, mit einer Aktien-Performance von 3,4 Prozent.

Grundlage für die Prognose bildet ein Szenario von Dr. Martin Moryson, Chefvolks-wirt von Sal. Oppenheim, nach dem die Weltwirtschaft im kommenden Jahr um 3,4 Prozent wächst. Dabei wird die Konjunktur von zunehmender Antiglobalisierung nach den US-Wahlen sowie durch aufkommende Inflation geprägt werden. „it der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten hat sich die Antiglobalisierung in der größten Volkswirtschaft der Welt an die politische Spitze gesetzt ", sagt Moryson.

Schwächeres Wachstum und steigende Inflation in den USA

In den USA dürften ein staatliches Infrastrukturpaket und Steuererleichterungen den Staatshaushalt belasten. Darüber hinaus würden Importzölle und die Abschiebung von 3,5 Millionen illegalen Einwanderern Importe verteuern und Engpässe am Arbeitsmarkt verursachen. „Wir erwarten fürs kommende Jahr eine Inflationsrate von deutlich über 2 Prozent", folgert Moryson. „llerdings wird die Fed keinen steilen Zinspfad einschla-gen." Insgesamt rechnet der Chefvolkswirt für die USA mit einem Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent und mit einem Wechselkurs von 1,07 US-Dollar/Euro zum Jahresende 2017.

Konjunktur in Europa 2017: Schwach und sehr heterogen

In der EU dürfte das Wachstum mit 1,3 Prozent etwas hinter dem laufenden Jahr zurückbleiben. Einige Länder wachsen dabei deutlich lebhafter. „Deutschland stößt langsam an seine Kapazitätsgrenzen und auch Spanien setzt seinen kräftigen Auf-schwung fort. Frankreich und vor allem Italien dürften enttäuschen", sagt Moryson.

Wegen des Ölpreisanstieges dürfte die Inflationsrate vorübergehend die Marke von 1,5 Prozent überschreiten. Moryson glaubt aber an die Fortdauer der lockeren Geldpolitik: „Die EZB wird ihr Ankaufprogramm für Staatsanleihen auch im kommenden Jahr fortsetzen und die Leitzinsen bis mindestens 2018 auf dem niedrigen Niveau belassen."

Als größtes Risiko macht Moryson politische Machtverschiebungen zugunsten Euro-skeptischer Parteien aus, die den Zusammenhalt in Europa in Frage stellen. Das gilt vor allem für Frankreich: „Wird Marine Le Pen zur Präsidentin gewählt, würde sie wohl ein Referendum zur Rückkehr zum Franc ausrufen. Damit stünde die Existenz der EWU auf dem Spiel", sagt Moryson. Aktien dürften in diesem Fall stark nachgeben und die Kurse von Bundesanleihen deutlich anziehen. „Anleger, die mit einem solchen Szenario rechnen, sollten zur Diversifikation des Portfolios auf deutsche Staatsanleihen setzen" , empfiehlt Edler.

Antiglobalisierung und Verschuldung erhöhen Risiken in China

China dürfte im kommenden Jahr von politischem Bemühen um Stabilität bei steigenden Risiken geprägt sein. Der Umbau des Wachstumsmodells – weg von der industriege-stützten Exportwirtschaft hin zu einer Dienstleistungsgesellschaft – kommt voran. Risiken liegen jedoch in der hohen Verschuldung von Staat und Unternehmen, der kräftigen Kreditvergabe der Banken, im deutlichen Anstieg der Immobilienpreise sowie in der Antiglobalisierungswelle. „Unsere Wachstumsprognose für China beträgt 5,9 Prozent", sagt Moryson. „Wirtschaftlich und demografisch bedingt haben viele Schwel-lenländer trotz schwächelnden Welthandels immer noch bessere Aussichten als die Industriestaaten", so Moryson weiter. Allerdings sei das Potenzial der Aktienmärkte dort begrenzt, da eine protektionistische Wirtschaftspolitik der USA auf die Unternehmen s-gewinne (und damit die Börsenkurse) drücken dürfte.

Renteninvestoren sollten umdenken

An den Rentenmärkten wird es 2017 kaum etwas zu verdienen geben. „Bei zehnjährigen Bundesanleihen gehen wir von einer negativen Gesamtrendite von etwa 1 Prozent aus", sagt Edler. Wenig besser dürfte es Anlegern mit US-Staatsanleihen ergehen: Hier ist lediglich eine Nullrendite zu erwarten. „In Europa rechnen wir im fünfjährigen Invest-ment-Grade-Bereich nach der guten Entwicklung in den vergangenen Jahren für 2017 nicht mehr mit einer positiven Jahresperformance", prognostiziert Edler. Das gilt sowohl europäische Peripherie- (-0,6 Prozent) als auch für Unternehmensanleihen (-0,8 Prozent). Lediglich bei europäischen Hochzinsanleihen (+0,4 Prozent) dürfte der Rückgang der Risikoaufschläge ausreichen, um den von uns erwarteten Zinsanstieg zu kompensieren. Etwas freundlicher einzuschätzen ist die Situation für kreditrisikobehaf-tete Anleihen. Das gilt in besonderem Maße für die USA, wo Edler für fünfjährige Hochzinsanleihen mit einer Jahresperformance von 2,1 Prozent rechnet.

Anleger in festverzinslichen Wertpapieren sollten angesichts gestiegener Risiken und teilweise negativer Ertragsaussichten umdenken und Anlagealternativen offen gegen-überstehen, rät Edler: „Unter den liquiden Anlageklassen entwickeln sich Absolute- Return-Konzepte immer mehr zu wichtigen Rentensubstituten. Eine umsichtige Auswahl vorausgesetzt, können diese bieten, was Renteninvestments zuletzt vermissen ließen: attraktive Renditen bei geringem Risiko. "

Positive Vorzeichen bei Rohstoffen

Sinnvoll ist auch die Beimischung von Rohstoffinvestments, trotz anhaltender Schwan-kungen dieser Anlageklasse. Mit Aktien- und Renteninvestments kombiniert, können Rohstoffe das Rendite-Risiko-Verhältnis signifikant verbessern, da sie anderen Einfluss-faktoren unterliegen. Wichtiger ist jedoch ihre absolute Wertentwicklung: 2017 rechnen die Experten von Sal. Oppenheim hier mit positiven Vorzeichen. Am Ölmarkt dürfte sich der Angebotsüberhang angesichts niedriger Anlageinvestitionen und der vereinbar-ten konzertierten Produktionskürzungen verringern. „Der Preis der Ölsorte WTI dürfte daher am Jahresende bei 55 US-Dollar pro Barrel notieren", erwartet Edler. „Bei Goldinvestments sehen wir auf dem aktuellen Preisniveau hingegen wenig Spielraum für Kurssteigerungen."

Sal. Oppenheim jr. & Cie. KGaA


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