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Pressemitteilung BoxID: 645560 (ROBIN WOOD e.V.)
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Gülle killt Wald: Nur noch 12 Prozent der Buchen ohne Schäden

Gülle killt Wald / Nur noch 12 Prozent der Buchen ohne Schäden

(lifePR) (Bremen, ) ROBIN WOOD fordert zum Schutz der Wälder eine ökologische Wende in der Landwirtschaft. Mehr als zwei Drittel der Wälder in Deutschland sind laut dem kürzlich veröffentlichten Waldzustandsbericht 2016 der Bundesregierung geschädigt. Eine entscheidende Ursache dafür sind die hohen Stickstoffemissionen, die vor allem aus der landwirtschaftlichen Tierproduktion stammen. ROBIN WOOD fordert daher, die Tierproduktion drastisch zu reduzieren und insbesondere keinen Ausbau der Massentierhaltung mehr zu genehmigen.

Unter den Luftschadstoffen, die dem Wald zusetzen, sind die Emissionen von Stickstoffverbindungen aus der Landwirtschaft (Ammoniak) sowie aus Industrie und Verkehr (Stickoxide) die bei weitem stärkste Schadstoffgruppe. Beide Stickstoffverbindungen versauern die Waldböden und schaffen Nährstoffungleichgewichte, die die Wälder schwächen.

Während der Ausstoß aus dem Straßenverkehr und der Industrie seit Jahren zurückgeht, ist der Anteil aller Stickstoff-Emissionen aus Gülle und überdüngten Ackerböden auf 65 Prozent gestiegen.

"Gülle killt Wald - das weiß auch Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt. Doch darüber schweigt er. Auf den jetzt erschienenen Waldzustandsbericht 2016 seines Ministeriums weist er nicht einmal mit einer Pressemitteilung hin. Wohl aus gutem Grund! Denn sonst müsste er der Öffentlichkeit erklären, warum er nichts gegen die viel zu hohen Stickstoff-Emissionen in seinem Zuständigkeitsbereich unternimmt und warum seit 2013 die Ammoniak-Emissionen sogar zunehmen", kritisiert Rudolf Fenner, Waldexperte bei ROBIN WOOD.

Besonders stark leiden schon seit vielen Jahren Buchen und Eichen. Nur noch 12 Prozent der Buchen erscheinen äußerlich gesund. Der Wert belegt, dass Bundesminister Schmidt völlig daneben lag, als er im vergangenen Jahr verkündete: "Der Buche geht es besser." Bei den Eichen zeigen nur noch 24 Prozent keine erkennbaren Schädigungen.

"Wir brauchen dringend eine drastische Reduktion der landwirtschaftlichen Tierproduktion statt weiterer Genehmigungen für Massentierhaltungen und Schlachtfabriken!", fordert Fenner.

Zusätzlich macht die Klimaveränderung den Wäldern zu schaffen. Die ungewöhnlich lang anhaltende Hitze- und Dürreperiode im August und September 2015, die in Thüringen, Nordbayern und Südhessen besonders stark ausfiel, hat in diesen Bundesländern auch zu einer deutlichen Zunahme der schweren Schäden geführt: Thüringen +6 %, Bayern +8 % und Hessen +11 %.