Donnerstag, 24. Mai 2018


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Diskussion um Mais verärgert Landwirte

Bonn, (lifePR) - Der WDR-Beitrag „Maisanbau verursacht Überflutungen“ in der Sendung WDR-aktuell vom 06. Juni hat die rheinischen Landwirte sehr verärgert. Der Vorwurf, intensiver Maisanbau sei verantwortlich für die Überschwemmungen bei den Regenunwettern der vergangenen Tage, sei nicht haltbar.

Wie der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) dazu mitteilt, lasse sich die Unterstellung aufgrund der vorliegenden und bei unvoreingenommener und sorgfältiger Vorrecherche auch für Journalisten verfügbaren Zahlen nicht halten.

Der Mais ist nach RLV-Angaben nicht für das Wetter verantwortlich. Maisfelder bekommen den gleichen Starkregen ab wie andere Flächen. Es gibt im Umfeld der Gemeinde Kallmuth, die aufgrund der Aussagen eines Feuerwehrmannes im Fernsehbeitrag als besonders „maisgeschädigt“ herausgestellt wird,  keinen gehäuften Maisanbau. Nur auf 10 % (27 ha von 282 ha) der landwirtschaftlichen Flächen wird dort Mais angepflanzt. Es ist eine für die Eifel typische Milchviehregion. Im gesamten umgebenden Kreis Euskirchen liegt der Maisanbau sogar bei nur 7,3 % der landwirtschaftlichen Fläche. Zudem findet der Maisanbau in Kallmuth nicht auf erosionsgefährdeten Flächen statt. Lediglich vier der in Kallmuth liegenden Mais-Schläge mit knapp 5 ha liegen in Feldblöcken, die als gering erosionsgefährdet eingestuft sind. Wenn die Böden „voll“ sind, kann das Wasser naturgemäß nicht mehr einsickern, sondern nur ablaufen, betont der RLV. Insofern stelle die „Demonstration“ des Naturschutzvertreters, der eine Flasche Wasser auskippt, um das Verhalten von Regen zu simulieren, blanken Populismus dar und lasse keine Rückschlüsse auf das tatsächliche Niederschlagsverhalten bei Starkregen zu.

Damit Unwetter in Zukunft nicht so starke Überschwemmungen nach sich ziehen, fordert der RLV, endlich bei der Reduzierung des Flächenverbrauchs aktiv zu werden. Jeden Tag dürften allein in NRW 12 ha verbraucht, sprich versiegelt werden. Wo soll das Wasser hinfließen, wenn immer mehr Fläche zubetoniert wird?, hinterfragt der RLV. Vor diesem Hintergrund bezeichnet es der RLV als höchst bedauerlich, dass im derzeit überarbeiteten Landesentwicklungsplan NRW die auch im Koalitionsvertrag der regierenden Parteien vorgesehene Zielvorgabe für den Flächenverbrauch von höchstens 5 ha/Tag anderen Interessen geopfert wurde.

Insgesamt konnten die Böden die starken Niederschläge, die bundesweit aufgetreten sind, gut aufnehmen. Das liegt daran, dass die Landwirte in den vergangen Jahren viel für den Erosionsschutz getan haben, zum Beispiel durch Verzicht auf den Pflug, Anbau von Zwischenfrüchten und vielem mehr, sodass die Böden den Regen dank ihrer Struktur gut kompensieren konnten. Vielerorts bemühen sich die Landwirte beim Maisanbau bereits, bodenschonend vorzugehen, etwa durch den Anbau von Untersaaten und der pfluglosen Bodenbearbeitung. In den vergangenen Jahren haben sich die Landwirte bei der Konzeption geeigneter Hochwasserschutzmaßnahmen mit dem Ziel eines effektiven Schutzes unter Berücksichtigung der begrenzten Flächenverfügbarkeit eingebracht.

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