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Pressemitteilung BoxID: 687242 (Regionalverband Mittlerer Oberrhein)
  • Regionalverband Mittlerer Oberrhein
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  • 76137 Karlsruhe
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Reinhard-Baumeister-Preis 2017 geht nach Luxemburg und Karlsruhe

(lifePR) (Karlsruhe, ) Zum Auftakt der gestrigen (13.12.) Ver-bandsversammlung in Steinmauern konnte der Regio-nalverband nach 2013 und 2015 bereits zum dritten Mal Nachwuchswissenschaftler mit dem Reinhard-Baumeister-Preis auszeichnen. Von den insgesamt 20 Einsendungen zum diesjährigen Ausschreibungsthema "Mobilitäts- und Siedlungsentwicklung" haben zwei For-schungsarbeiten von Wissenschaftlern aus Karlsruhe und Luxemburg die Jury in gleichem Maße besonders überzeugt und teilen sich den Preis. Dabei handelt es sich zum einen um die Masterarbeit von Daniel Baum, in der er den grenzüberschreitenden ÖPNV in der Großregion "Saar-Lor-Lux+" vor dem Hintergrund des zunehmenden Pendlerverkehrs nach Luxemburg analy-siert hat. Zum anderen beeindruckte die Juroren die Dissertation von Mathias Jehling, der am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) eine Methodik zur stadtre-gionalen Analyse suburbaner Strukturen und Prozesse entwickelt hat.

Namensgeber des Preises ist Reinhard Baumeister. Der langjährige Professor am Polytechnikum Karlsruhe, dem heutigen KIT, gilt als Begründer des wissenschaft-lichen Städtebaus in Deutschland. Außer der Baumeis-ter-Verdienstmedaille des Regionalverbandes erhielten die Preisträger ein druckfrisches Exemplar der "Hom-mage an Reinhard Baumeister", die der Regionalver-band anlässlich des 100. Todestages am 11.12.2017 veröffentlicht hat. "Mit unserem Baumeister-Portfolio möchten wir das geistige Erbe des Karlsruher Planers und Konstrukteurs weitertragen, der für eine ausgeprägt fachübergreifende, praxisorientierte Städtebauplanung steht", kommentierte Verbandsdirektor Gerd Hager.

Fachliche Details zu den Preisträgerarbeiten:

Ausgezeichnet wurde Daniel Baum für seine Masterarbeit "Analyse des grenzüberschreitenden ÖPNV in der Großregion Saar-Lor-Lux+ vor dem Hintergrund des zunehmenden Pendlerverkehrs nach Luxemburg".

Die Arbeit liefert konkrete Handlungsempfehlungen zur Verbesserung der grenzüberschreitenden Mobilität in einer der großen Metropolitanen Grenzregionen Europas.

Die besonderen Herausforderungen, die sich aus der zusätzlichen Komplexität einer grenzüberschreitenden Metropolregion ergeben, hat der Autor in ausgezeichneter Weise bewältigt. Die Arbeit führt in ausgesprochen strukturierter Weise eine Vielzahl heterogener Daten- und Informationsquellen aus den Teilräumen der Grenzregion zusammen. Sie bietet damit eine fundierte kriteriengestützte Analyse zu den raumstrukturellen Verflechtungen, den soziodemographischen Entwicklungstrends und den daraus sich ergebenden Mobilitätsbedürfnissen in der Grenzregion. Bemerkenswert ist die zielführende Ergänzung der Dokumenten- und Datenanalyse mit Experteninterviews. Die Handlungsempfehlungen haben eine hohe planungspraktische Relevanz und adressieren einerseits die Verkehrsvermeidung, die Beeinflussung der Verkehrsmittelwahl und insbesondere Maßnahmen zum Abbau von Hürden zur Nutzung des grenzüberschreitenden ÖPNV.

Ebenfalls ausgezeichnet wurde Mathias Jehling für seine Dissertation "Methodik zur stadtregionalen Analyse suburbaner Strukturen und Prozesse". Die städtischen Kerne umgebenden äußeren Teile der Agglomerationen sind untereinander und mit dem Zentrum in vielfältigen Austausch- und Wechselbeziehungen verflochten.

Diese werden bestimmt durch kleinräumig differenzierte Veränderungen und Trends im Bereich Demographie, Gebäudebestand und verkehrlich Erreichbarkeit.

Mit seiner Arbeit schließt er in der Planungspraxis eine bislang nicht überwindbare Datenlücke für die Analyse dieser Entwicklungstrends und ihrer Bedeutung für stadtregionale Verflechtungen. Die amtliche Statistik beschränkt sich auf die Ebene der Gesamtgemeinden.

Feiner aufgelöste Daten werden teilweise durch die einzelnen Gemeinden aufwändig erarbeitet, gesamträumliche Analysen für die Stadtregion scheitern jedoch an der Heterogenität der so erarbeiteten Informationen.

Diese Lücke schließt die Arbeit unter Nutzung innovativer, moderner Ansätze zur Verarbeitung geografischer und statistischer Daten. Der Ansatz ermöglicht es insbesondere, Informationen auf feinere Betrachtungseinheiten als die der amtlichen Statistik zugrundeliegende Gemeindeebene herunter zu brechen.

Der Ansatz wird exemplarisch für die Region Karlsruhe umgesetzt. Das Beispiel zeigt eindrücklich, wie die Fragen der Planungspraxis mit diesem Ansatz wesentlich differenzierter als bislang beantwortet werden können.