Dienstag, 23. Mai 2017


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Konstituierende Sitzung des Interreg-Begleitausschusses

Regierungspräsident Hermann Strampfer: "Start frei für neues grenzüberschreitendes Förderprogramm am Bodensee"

(lifePR) (Tübingen, ) Eine neue Runde der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit rund um den Bodensee und entlang des Alpen- und Hochrheins hat heute (09.02.2015) in Friedrichshafen Tübingens Regierungspräsident Hermann Strampfer eingeläutet. Im Rahmen der konstituierenden Sitzung des international besetzten Begleitausschusses für das neue Interreg V-Programm "Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein" gab Strampfer den Startschuss für die nunmehr fünfte Interreg-Förderperiode, die bis ins Jahr 2022 reicht.

Das neue Förderprogramm zwischen Deutschland, Österreich, der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein steht unter dem Motto "Wir fördern Europa". Regierungspräsident Strampfer zeigte sich in seiner Begrüßungsansprache sehr erfreut darüber, dass dieses Interreg-Programm als viertes von über 70 grenzüberschreitenden Programmen in Europa am 15. Dezember 2014 von der EU-Kommission genehmigt wurde. Dies sei auch ein Beleg für die vorbildliche Arbeit der international besetzten Programmierungsgruppe.

Durch grenzüberschreitende Projekte soll das Zusammenwachsen Europas gefördert und grenzbedingten Nachteile überwunden werden. "Wenn Grenzen keine Hindernisse mehr sind, können wir näher zusammenkommen, gemeinsam Probleme lösen und Ressourcen nutzen", betonte Regierungspräsident Strampfer.

Das neue Interreg-Programm stellt drei Förderprioritäten in den Mittelpunkt: Den ersten Schwerpunkt bilden die Bereiche "Regionale Wettbewerbsfähigkeit, Innovation, Beschäftigung und Bildung", als Zweites folgen die Bereiche "Umwelt, Energie und Verkehr" sowie als dritter Schwerpunkt die Bereiche "Verwaltungszusammenarbeit und bürgerschaftliches Engagement". In diesem Rahmen können, so Hermann Strampfer "neue Impulse gesetzt und grenzüberschreitende Projekte unter anderem in den Bereichen Wirtschaft, Tourismus, Infrastruktur, Bildung, Forschung, Arbeitsmarkt und Beschäftigung, Standortattraktivität, Raumplanung, Umwelt- und Naturschutz, Kultur sowie Gesundheit und Soziales auf EU-Seite mit bis zu 70 Prozent und auf Schweizer Seite bis zu 50 Prozent ihrer Kosten gefördert werden".

Allein für den Baden-Württemberg, Bayern und Vorarlberg betreffenden Gebietsteil stellt die EU-Kommission aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) bis 2022 rund 40 Millionen und damit rund 16 Millionen Euro mehr als bisher zur Verfügung. Zusammen mit den Fördermitteln der am Programm beteiligten Schweizer Kantone sowie des Schweizer Bundes in Höhe von rund 12 Millionen Euro ergeben sich Gesamtfördermittel in Höhe von rund 52 Millionen Euro. Rechnet man noch die Beteiligung des Fürstentums Liechtenstein sowie die Eigenbeteiligung der öffentlichen und privaten Projektträger hinzu, stehen für die grenzüberschreitende Zusammen-arbeit am Bodensee in den nächsten acht Jahren rund 80 Millionen Euro zur Verfügung.

Angesichts der verbesserten Mittelausstattung rechnet der Tübinger Regierungspräsident mit einem neuen, deutlichen Schub für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit rund um den Bodensee und entlang des Alpen- und Hochrheins. Zugleich wies er ausdrücklich darauf hin, dass es sich bei Interreg um ein Programm handelt, das aus der Region maßgeschneidert für die Region geplant wurde. Erfreut zeigte er sich auch über die Erweiterung des Fördergebiets auf der deutschen Seite, das nunmehr vom Landkreis Lörrach im Osten bis hin zum Landkreis Ostallgäu und der Stadt Kaufbeuren reicht.

Für Ministerialrat Matthias Herderich vom bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie sichert das neue Programm dem Freistaat Bayern im Regierungsbezirk Schwaben eine erfolgreiche Anbindung zur Entwicklung und Durchführung grenzüberschreitender Projekte weit über den Bodenseeraum hinaus. "Gebündelte Interessen können", so Herderich, "attraktive Unterstützung durch die bereit stehenden EU-Programmmittel erfahren."

Der Präsident der Ostschweizer Regierungskonferenz, Regierungsrat Dr. Jakob Stark, gab als Vertreter der am Programm beteiligten Schweizer Kantone ebenfalls seiner Freude über das neue Förderprogramm Ausdruck: "Auch wenn die Schweiz nicht EU-Mitglied ist, sind den beteiligten neun Kantonen gute grenzüberschreitende Beziehungen ein großes Anliegen. Die Tatsache, dass sie alle mit eigenen Mitteln zum gemeinsamen kantonalen Interreg-Fördertopf beitragen, unterstreicht dies."

Auch der Vertreter des Schweizer Bundes, Herr Botschafter Dr. Eric Jakob, Leiter der Direktion für Standortförderung im Schweizer Staatssekretariat für Wirtschaft SECO, strich den hohen Stellenwert des Interreg V-Programms für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit rund um den Bodensee heraus: "Die Nachbarländer und insbesondere die grenznahen Gebiete sind für die Schweiz äußerst bedeutsame Wirtschaftspartner, sowohl mit Blick auf die Handelsbeziehungen als auch die Direktinvestitionen. Interreg hilft mit, dieses Potenzial mittels konkreter Projekte zu nutzen."

Angesichts von über 100 bereits vorliegenden Projektideen sieht der Tübinger Regierungspräsident die grenzüberschreitende Zusammenarbeit rund um den Bodensee und entlang des Alpen- und Hochrheins auf einem weiterhin guten Weg. Ausdrücklich lud er Projektinteressierte ein, sich mit Projektideen in die grenzüberschreitende Zusammenarbeit einzubringen. "Je mehr und je bessere Projekte wir fördern können, desto größer ist der grenzüberschreitende Mehrwert für die Region", so Hermann Strampfer.

Zugleich hob er das Motto des Programms "wir fördern Europa" hervor. Das Motto richte sich einerseits an die Programmverantwortlichen einschließlich der Europäischen Kommission und der Schweiz als Fördergeber, andererseits aber insbesondere an die Projektträger selbst, die mit ihren grenzüberschreitenden Projekten ganz entscheidend zum Gelingen des Programms und zu einem gegenseitigen Verständnis in Europa beitragen, betonte der Tübinger Regierungspräsident. Kaum ein Programm sei besser geeignet, um die Menschen in Europa zusammenzubringen als Interreg. Zum Beleg verwies er darauf, dass es in der nun zu Ende gehenden vierten Förderperiode bei insgesamt 97 geförderten Projekten gelungen sei, rund 650 verschiedene Projektpartner grenzüberschreitend zu vernetzen. Dies bedeute, dass sich an einem Interreg-Projekt im Durchschnitt mehr als sechs verschiedene Projektträger beteiligen. Hier werde Europa ganz konkret erlebbar, hier entstünden neue konkrete Netzwerke über Grenzen hinweg und machten diese durchlässiger. In diesem Sinne lädt der Tübinger Regierungspräsident Projektinteressierte ausdrücklich zum Mitmachen bei Interreg ein.

Weitere Informationen zum neuen Programm finden sich im Internet unter www.interreg.org.

Hintergrundinformation:

Zum Interreg-Fördergebiet gehören bislang auf deutscher Seite der Bodenseekreis, die kreisfreien Städte Kempten und Memmingen, die Landkreise Konstanz, Lindau, Oberallgäu, Unterallgäu und Ravensburg, der Schwarzwald-Baar-Kreis sowie die Landkreise Sigmaringen, Tuttlingen und Waldshut. Neu hinzugekommen sind nun die Landkreise Lörrach und Ostallgäu sowie die kreisfreie Stadt Kaufbeuren.

Österreich ist durch das Land Vorarlberg beteiligt. Zum Programmgebiet gehören ferner das Fürstentum Liechtenstein und in der Schweiz die Kantone Aargau, Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, Glarus, Graubünden, Schaffhausen, St. Gallen, Thurgau und Zürich.

Förderanträge können sowohl von privaten und juristischen Personen, sonstigen Institutionen als auch von öffentlichen Trägern gestellt werden, soweit sich an dem Projekt Partner aus mindestens zwei verschiedenen Ländern beteiligen und wenigstens ein Projektpartner seinen Sitz in einem EU-Mitgliedstaat hat.

Ansprechpartner für das Interreg V-Programm ist in Baden-Württemberg das Regierungspräsidium Tübingen, Gregor Cornelsen, Konrad-Adenauer-Str. 20, D-72072 Tübingen, Telefon 07071/757-3240, Telefax 07071/757-93240, E-mail: gregor.cornelsen@rpt.bwl.de

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