Freitag, 22. September 2017


  • Pressemitteilung BoxID 663745

EUWID-Bericht über Unregelmäßigkeiten bei Mengenmeldungen

Mengenschwund nicht akzeptabel / Vertragsgestaltung einzelner Systeme noch immer undurchsichtig

Köln, (lifePR) - Nach Informationen des Fachinformationsdienstes EUWID in seiner jüngsten Ausgabe gibt es für das Jahr 2016 erhebliche Differenzen zwischen den DIHK-Zahlen der dualen Systeme und den Istmengen, die an die Clearingstelle gemeldet werden. Dies ist ein klarer Hinweis, dass noch immer Lizenzmengen aus dem System verschwinden. Grundlage sei die noch nicht veröffentlichte Bilanz des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) zur Auswertung des Registers der Vollständigkeitserklärungen für das Jahr 2016. So zeige der Vergleich der noch vorläufigen DIHK-Zahlen der dualen Systeme mit den Istmengen, „dass auch für 2016 nicht alles mit rechten Dingen zugegangen sein kann“. Die Menge sei zwar gegenüber 2015 insgesamt angewachsen, stimme aber noch immer nicht mit den Mengen, die die Systembetreiber der Clearingstelle melden, überein. Insgesamt betrage die Lücke für 2016 etwa 210.000 Tonnen, davon rund 90.000 Tonnen Leichtverpackungen.

Nachdem es bereits in den Jahren zuvor Abweichungen gegeben hatte, schlossen die dualen Systeme bereits 2015 eine Zusatzvereinbarung zum Clearingstellenvertrag, in der festgelegt wurde, dass die DIHK-Zahlen mit den Istmengen übereinstimmen müssen. Diese Vereinbarung ist für alle Systeme bindend. Besondere Brisanz gewinnt der DIHK-Bericht dadurch, dass, wie der EUWID schreibt, seine Veröffentlichung verhindert werden sollte. So habe ein duales System den DIHK per Anwalt aufgefordert, „in der VE-Bilanz jede Nennung der Gesamttonnagen pro Materialfraktion sowie aller sonstigen Angaben zu unterlassen, die Rückschlüsse auf die Verpackungsmengen einzelner dualer Systeme oder ihrer entsprechenden Marktanteile zulassen.“

Dazu erklärt Raffael A. Fruscio, geschäftsführender Gesellschafter der Reclay Group: „Es ist nicht akzeptabel, dass sich einzelne Systeme noch immer nicht an Verträge halten und Mengen rechtswidrig aus dem System verschwinden lassen, um ihren Kostenanteil möglichst gering zu halten. Das Vorgehen spiegelt leider die bei einigen wenigen dualen Systemen vorherrschende undurchsichtige Vertragsgestaltung wider, bei der dem Kunden suggeriert wird, 100 % seiner Mengen seien im dualen System lizenziert, tatsächlich aber Abzüge vorgenommen werden. Damit wird eine ganze Branche in Verruf gebracht. Die DIHK-Mengen der Reclay Systems GmbH stimmen ohne Abweichungen mit den Mengen aus der Clearingstelle überein. Diese Übereinstimmung wurde zweimal geprüft und bestätigt: Sowohl von unserem Systemwirtschaftsprüfer im Zuge der Prüfung/Bestätigung der IST-Meldung 2016 als auch von einer unabhängigen Sachverständigen im Zuge der Mengenstrombestätigung. Wir begrüßen es sehr, dass sich der DIHK nicht der Drohung beugt und die Zahlen veröffentlichen wird. Der Vorgang zeigt einmal mehr, dass Industrie und Handel bei den anstehenden Vertragsverhandlungen genau hinschauen sollten, mit welchem dualen System sie zusammenarbeiten.“ 

Reclay Holding GmbH

Die Reclay Group ist ein international tätiger Dienstleister im Bereich Recycling und Wertstoffmanagement. Die mittelständische, inhabergeführte Unternehmensgruppe unterstützt mit ihren 220 Mitarbeitern weltweit an 12 Standorten über 3.000 Kunden aus Industrie, Handel und Gewerbe beim Erreichen ihrer Umweltziele und der Wahrnehmung ihrer Produktverantwortung. Die Reclay Group entwickelt individuelle Rücknahme- und Verwertungssysteme für unterschiedliche Abfallarten wie Verkaufs- sowie Transportverpackungen und berät Unternehmen sowie Regierungen beim Aufbau von Abfallsystemen. Darüber hinaus steuert die Unternehmensgruppe die Aufbereitung und Verwertung von Rezyklaten und versorgt die Wirtschaft so mit wichtigen Sekundärrohstoffen. Die spezialisierten Tochterunternehmen decken die gesamte Wertschöpfungskette der Abfallentsorgung und -verwertung ab – mit dem Ziel, Wertstoffe so lange wie möglich in einem geschlossenen Kreislauf zu halten. Die Hauptgesellschafter der 2002 gegründeten Unternehmensgruppe sind Martin Schürmann und Raffael A. Fruscio. Im Geschäftsjahr 2016 erzielte die Reclay Group einen Umsatz von 171 Millionen Euro.

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