Sonntag, 19. November 2017


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Steuersümpfe heizen die Klimakrise an

Mit den verlorenen Steuer-Milliarden könnte Deutschland sich komplett klimaneutral stellen

Bonn, (lifePR) - Allein mit den Steuereinnahmen, die Deutschland in einem Jahr durch die Steuertricks internationaler Konzerne entgehen, könnte das Land mehr als seine gesamten jährlichen Treibhausgas-Emissionen kompensieren. Dem deutschen Fiskus werden laut einer Berechnung des Ökonomen Gabriel Zucman im Auftrag der Süddeutschen Zeitung jährlich 17 Milliarden Euro an Steuereinnahmen vorenthalten, weil internationale Konzerne ihre Gewinne in sogenannte Steueroasen verschieben. Geld, das bei der Bekämpfung der Klimakrise fehlt. Die Steuertrickser bringen damit die Kinder und Jugendlichen um ihre Zukunft.

Mit 17 Milliarden Euro ließen sich beispielsweise so viele Bäume pflanzen, dass Deutschland seine gesamten Treibhausgasemissionen kompensieren könnte und damit das drängendste Problem unserer Zeit abschwächen: die Klimakrise. „Die Manager der Konzerne und ihre Aktionäre werden die schlimmsten Auswirkungen der Klimakrise nicht mehr erleben. Für uns Kinder und Jugendliche hingegen liegt 2100 noch in unserer Lebenszeit. Wir leiden dann unter den massiven Folgen: Naturkatastrophen, Wassermangel, Flüchtlingskrisen, Hunger und Kriegen,“ sagt Felix Finkbeiner (20), der die Kinder- und Jugendinitiative Plant-for-the-Planet als Neunjähriger ins Leben rief.

Während Delegierte aus 196 Staaten auf der UN-Klimakonferenz in Bonn um feste Regeln für den weltweiten Klimaschutz ringen, kommt mit den sogenannten Paradise Papers ans Licht: „Konzerne und Privatleute, im Zusammenwirken mit Steuersümpfen, die sie auch noch ‚Oasen‘ nennen,  bringen uns jungen Menschen unsere Zukunft und behalten uns Geld vor, das für die Klimaschutz-Maßnahmen dringend nötig wäre,“ so Finkbeiner. „Um die 2°C-Grenze noch zu halten, sind bis 2050 – zusätzlich zur Einhaltung der im Vertrag von Paris verabschiedeten Klimaziele – jährlich globale Investitionen von 500 Milliarden Euro nötig. Dieses Geld fehlt aber in den Staatskassen.“

Allein Deutschland könnte mit den entgangenen Steuereinnahmen seine kompletten CO2-Emissionen mehr als ausgleichen, indem Aufforstungsprojekte in den Ländern des globalen Südens finanziert werden. Dies wäre zugleich eine effektive Maßnahme gegen Fluchtursachen, denn der Bevölkerung würden mit langfristigen Arbeitsplätzen in der Aufforstung Perspektiven im eigenen Land eröffnet und die Bindung des CO2 in den Bäumen würde die Klimakrise abschwächen und so Lebensgrundlagen der Menschen sichern.

Im Detail könnten mit 17 Milliarden Euro ca. 50 Milliarden Bäume in ärmeren Regionen tropischer Länder gepflanzt und gepflegt werden. Ab etwa dem zehnten Lebensjahr binden diese Bäume im Schnitt je 20 Kilogramm CO2 pro Jahr und damit insgesamt 1 Milliarde Tonnen CO2. Laut Umweltbundesamt emittierte Deutschland im Jahr 2015 902 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente (Prognose für 2016: 906 Millionen Tonnen). Wenn internationale Konzerne ihre Gewinne in Deutschland versteuern würden, statt sie in Steuersümpfe zu verschieben, könnte mit Hilfe der Einnahmen nur eines Jahres deutlich mehr CO2 gebunden werden, als Deutschland ausstößt. Mit 17 Milliarden Euro Jahr für Jahr könnte ein Vielfaches davon erreicht werden.

Die Kompensation von Emissionen ist dabei notwendig im Kampf gegen die Klimakrise, aber reicht bei Weitem nicht aus. Die Kinder und Jugendlichen von Plant-for-the-Planet fordern, die Treibhausgas-Emissionen langfristig auf Null zu senken. Auch Deutschland soll seine Klimaziele einhalten. Diese Bäume sind hierbei notwendig, um einen Zeitpuffer zu gewinnen, sodass der Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur doch noch auf 2°C begrenzt werden kann.

Auf der Klimakonferenz COP23 in Bonn verteilen jugendliche Botschafter für Klimagerechtigkeit von Plant-for-the-Planet derzeit Schokolade an die Delegierten. Im Wickel legen sie in einem Brief dar, wie mit Hilfe von 1,000 Milliarden neuen Bäumen 25 bis 50 % der CO2-Emissionen kompensiert werden könnten. Die Schokolade und mit ihr die Botschaft kommt bei den Delegierten an.v

Plant-for-the-Planet Foundation

Die Kinder- und Jugendinitiative Plant-for-the-Planet wurde im Januar 2007 ins Leben gerufen. Der damals neunährige Felix Finkbeiner forderte am Ende eines Schulreferats über die Klimakrise seine Mitschüler auf: "Lasst uns in jedem Land der Erde eine Million Bäume pflanzen!" Ziel der Kinder- und Jugendinitiative ist mittlerweile, bis zum Jahr 2020 weltweit 1.000 Milliarden Bäume zu pflanzen. Bäume sind das günstigste und effektivste Mittel, CO2 zu binden und so der Menschheit einen Zeitjoker zu verschaffen, um die Treibhausgas-Emissionen auf Null zu senken und die Klimakrise abzuschwächen. 2011 übergab das Umweltprogramm der Vereinten Nationen, kurz UNEP, die traditionsreiche Billion Tree Campaign an Plant-for-the-Planet - und damit den offiziellen Weltbaumzähler. Plant-for-the-Planet hat ihn zum interaktiven Online-Tool gemacht, das zum Mitpflanzen motiviert. Bisher wurden bereits über 14 Milliarden Bäume mit Hilfe vieler Erwachsenen in 193 Ländern gepflanzt. In Akademien bilden Kinder andere Kinder zu Botschaftern für Klimagerechtigkeit aus und befähigen sie, selbst aktiv zu werden - weltweit schon über 63.000 Kinder aus 58 Ländern. In Mexiko pflanzt Plant-for-the-Planet alle 15 Sekunden einen neuen Baum. Das Projekt zeigt, wie einfach es ist im großen Stil effizient Bäume zu pflanzen. Mit eigenen Produkten (z.B. Die Gute Schokolade) und Kampagnen (z.B. "Stop talking. Start planting.") pflanzt die Initiative selbst Bäume und motiviert zum Mitpflanzen.

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