Im Kampf gegen die Stille

Mit Hörprothesen Lebensqualität steigern

(lifePR) ( Wuppertal-Barmen, )
Jedes Geräusch besteht aus unsichtbaren Schwingungen – unabhängig davon, ob es sich hierbei um Stimmen, störenden Baulärm oder Musik handelt. Die Übertragung der sogenannten Schallwellen erfolgt über die Luft. Dabei ist jede Schallwelle einzigartig, deshalb nimmt der Mensch Töne unterschiedlich wahr. Beim Hören erfasst zunächst das Außenohr, bestehend aus Ohrmuschel und Gehörgang, die Schallwellen und leitet sie zum Mittelohr weiter, das sich aus Trommelfell, Paukenhöhle sowie Ohrtrompete zusammensetzt. Schallwellen versetzen die Trommelfellmembran in Schwingungen, sodass eine Übertragung zur Paukenhöhle stattfindet. Im Inneren der Paukenhöhle befinden sich mit den drei Gehörknöchelchen Hammer, Amboss und Steigbügel die kleinsten Knochen des menschlichen Körpers. Ihre Aufgabe besteht darin, Schwingungen des Trommelfells auf das Innenohr zu übertragen, wo sich die Hörschnecke, auch Cochlea genannt, befindet. Die dortigen Haarzellen erzeugen aufgrund der Schwingungen elektrische Impulse, deren Weiterleitung zum Gehirn über den Hörnerv erfolgt. „Liegt eine Störung in einem der Bereiche des Ohrs vor, kann dies einen teilweisen oder vollständigen Hörverlust verursachen. Wenn Hörgeräte keine Abhilfe schaffen, können Cochlea-Implantate eine Behandlungsalternative für höhergradig hörgeschädigte und in manchen Fällen sogar taube Menschen darstellen“, erklärt Prof. Dr. Götz Lehnerdt, Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde und Chefarzt der Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie der zum Klinikverbund St. Antonius und St. Josef gehörenden St. Anna-Klinik, Wuppertal.

Hörverlust hat gravierende Auswirkungen

Es gibt zwei Arten von Hörstörungen: die Schallleitungsschwerhörigkeit und die Schallempfindungsschwerhörigkeit. Während bei ersterer eine Störung im Außen- oder Mittelohr die Ursache darstellt, liegt bei einer Schallempfindungsschwerhörigkeit ein Schaden an Innenohr, Hörnerv oder Hörbahn vor. Im letzteren Fall fehlen Patienten oft ganze Tonhöhenbereiche. Folglich hilft es nicht, wenn beispielsweise das Gegenüber lauter spricht. Unabhängig davon, ob ein Hörverlust plötzlich eintritt oder sich mit der Zeit verschlimmert, kann er, unbehandelt, mentale, physische und psychologische Auswirkungen haben. „Betroffenen drohen nicht nur soziale Isolation, da sich Gespräche und Telefonate mit Familie und Freunden als schwierig erweisen, sondern auch Einschränkungen des Lernvermögens. Da akustische Signale ebenso als Warnung, etwa im Straßenverkehr, dienen, stellt ein Verlust des Hörvermögens auch immer eine Gefahr für die Sicherheit der Patienten dar“, so Prof. Dr. Lehnerdt.

Cochlea-Implantat übernimmt Funktion der Hörschnecke

Herkömmliche Hörgeräte verstärken in der Regel lediglich die Schallwellen – sie helfen also nur bei Patienten, die unter einer Schallleitungs- oder leicht- bis mittelgradigen Schallempfindungsschwerhörigkeit leiden. Die Funktionsweise eines Cochlea-Implantates beruht jedoch nicht auf der Verstärkung der Schallwellen. Stattdessen wirken die kleinen Hilfsmittel unmittelbar auf das Innenohr, indem ein Mikrofon Schallwellen aufnimmt. Diese akustischen Wellen werden an eine Sendespule übertragen, die dann Signale an das Implantat übermittelt. Dort findet eine Umwandlung in elektrische Signale statt, die Elektrodenträger anschließend frequenzspezifisch an den Hörnerv weiterleiten. Damit lässt sich der geschädigte Bereich im Innenohr umgehen. Das Implantat eignet sich für die Behandlung von Kindern sowie Erwachsenen mit einem schweren Hörverlust – es kann sogar bei gehörlos geborenen Kindern zum Einsatz kommen. Zu den Voraussetzungen zählt jedoch immer, dass der Hörnerv funktioniert. „Während eines minimalinvasiven Eingriffs bekommen Patienten die Empfangsspule in den Schädelknochen unmittelbar hinter dem Ohr implantiert. Darüber führe ich den Elektrodenträger in die Hörschnecke ein. Einige Wochen nach dem Eingriff erfolgt dann die Erstanpassung. Hierbei erhalten die Patienten den sogenannten Sprachprozessor. Erst ab diesem Zeitpunkt findet eine Übertragung der Sprachsignale an das Implantat statt“, erklärt der Chefarzt das Vorgehen. Eine Verfeinerung der Einstellungen im Laufe der nachfolgenden ambulanten Hörrehabilitationstherapie hilft dabei, das Implantat an die Bedürfnisse des Trägers anzupassen und somit die Lebensqualität zu steigern.

Weitere Informationen unter www.st-anna-klinik-wuppertal.de 

Zum Klinikverbund St. Antonius und St. Josef mit Sitz in Wuppertal gehören das Petrus-Krankenhaus, das Krankenhaus St. Josef sowie die St. Anna-Klinik. Der Verbund ist eine Einrichtung der Stiftung der Cellitinnen zur hl. Maria in Köln. Zu den Leuchttürmen des Klinikverbundes gehören neben dem Institut für Neuromodulation und des AltersTraumaZentrum des Petrus-Krankenhaus unter anderem auch die Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie der St. Anna-Klinik und die Orthopädie I – Klinik für Endoprothetik, rekonstruktive Hüft- und Kniegelenkchirurgie, Kinderorthopädie des Krankenhaus St. Josef.
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