Dienstag, 22. August 2017


  • Pressemitteilung BoxID 490765

Freispruch für Pinar Selek gefordert - Urteil am 11. Juni erwartet

Darmstadt, (lifePR) - Das PEN-Zentrum Deutschland solidarisiert sich mit der in Frankreich lebenden türkischen Soziologin und Schriftstellerin Pinar Selek und fordert die Aufhebung des gegen sie verhängten Urteils, ihren Freispruch und die vollständige Rehabilitation.

Pinar Selek, Ehrenmitglied und von 2009-2012 Stipendiatin im Writers-in-Exile-Programm des deutschen PEN, wurde der Beteiligung an einem Sprengstoffattentat bezichtigt, obgleich die fragliche Explosion, die im Juli 1998 auf dem ägyptischen Basar in Istanbul sieben Menschen das Leben kostete und zahlreiche Verletzte, nach einhelliger Expertenmeinung auf eine lecke Gasflasche zurückzuführen war. Selek, die zunächst ohne Rechtsbeistand zwei Jahre in Untersuchungshaft saß und schwer gefoltert wurde, wurde bereits dreimal freigesprochen und von zahlreichen Gutachtern entlastet; das sich über 16 Jahre hinziehende Gerichtsverfahren gegen sie weist zahlreiche Verstöße gegen rechtsstaatliche Prinzipien auf.

Selek hat sich einen Namen gemacht durch ihre Studien zu Minderheiten in der Türkei, insbesondere zur Situation der Kurden, sowie durch ihr Engagement in der Friedens- und Frauenbewegung.

Wir appellieren an den 9. Senat des Kassationsgerichts in Ankara, nach erfolgter Anhörung ihrer Rechtsanwälte am 30. 4. bei der kommenden Verhandlung am 11. Juni Seleks Antrag auf Berufung nunmehr stattzugeben.

Für das PEN-Zentrum Deutschland wird Imre Török, PEN-Mitglied und Bundesvorsitzender des Verbands deutscher Schriftsteller, der Gerichtsverhandlung am 11. Juni in Ankara als internationaler Beobachter beiwohnen; frühere Prozessbeobachter für den deutschen PEN waren Günter Wallraff, Christa Schuenke und zuletzt Generalsekretärin Regula Venske (s. Foto im Anhang).

P.E.N.-Zentrum Deutschland

Das PEN-Zentrum Deutschland ist eine der weltweit über 140 Schriftstellervereinigungen, die im PEN International vereint sind. Die drei Buchstaben stehen für die Wörter Poets, Essayists, Novelists. Der PEN wurde 1921 in England als literarischer Freundeskreis gegründet. Schnell hat er sich über die Länder der Erde ausgebreitet und sich als Anwalt des freien Wortes etabliert - er gilt als Stimme verfolgter und unterdrückter Schriftsteller.

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

Bundestagswahl 2017

, Medien & Kommunikation, Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg

Zur anstehenden Wahl informiert die neue Ausgabe der Zeitschrift „Bürger & Staat“ mit einem aktuellen Themenheft. Bei der Landeszentrale für...

Bessere Lebensbedingungen: Äthiopien gewinnt internationalen Preis für erfolgreiche Maßnahmen gegen Landverödung

, Medien & Kommunikation, World Future Council

Erosion verringern, Lebensqualität verbessern: die äthiopische Tigray-Region zeigt, dass dies möglich ist. Darum wird sie vom World Future Council...

Krankenhaus-Dach wird saniert

, Medien & Kommunikation, Kreisausschuss des Vogelsbergkreises

Die Baumaschinen sind angerollt, die Sanierung am Alsfelder Krankenhaus ist angelaufen. In einer Vorweg-Maßnahme wird das Dach des 1982 eröffneten...

Disclaimer