Paion gibt positive Headline-Daten in US-Phase-III-Studie mit Remimazolam in der Indikation Kurzsedierung bei Bronchoskopiepatienten bekannt

Primärer Endpunkt (Wirksamkeit) wurde erfolgreich erreicht / Phase-III-Programm erfolgreich abgeschlossen / Hervorragendes Sicherheitsprofil von Remimazolam bestätigt / Telefonkonferenz zu den Remimazolam-Headline-Daten am 29. Juni 2017 um 14:00 Uhr MESZ

(lifePR) ( Aachen, )
Das Specialty-Pharma-Unternehmen PAION AG (ISIN DE000A0B65S3; Frankfurter Wertpapierbörse, Prime Standard: PA8) gibt heute bekannt, dass Remimazolam, sein ultrakurz wirksames Benzodiazepin-Sedativum und -Anästhetikum, den primären Endpunkt zur Wirksamkeit in einer pivotalen US-Phase-III-Studie in der Indikation "Kurzsedierung bei kleinen Eingriffen" bei Patienten, die sich einer Bronchoskopie (Lungenspiegelung) unterzogen, erreicht hat.

Dr. Wolfgang Söhngen, Vorstandsvorsitzender der PAION AG, kommentierte: "Ich möchte mich bei den Patienten und Medizinern, die an der Studie teilgenommen haben, herzlich bedanken. Wir sind begeistert von den heute veröffentlichten Studienergebnissen. Mit dem erfolgreichen Abschluss der Bronchoskopiestudie haben wir einen bedeutenden Meilenstein in der Geschichte von PAION und auf dem Weg zur Zulassung von Remimazolam erreicht."

Diese klinische Phase-III-Studie, die in 15 Studienzentren in den USA durchgeführt wurde, war eine prospektive, doppelblinde, randomisierte, Placebo-kontrollierte Studie mit einem Open-Label-Midazolam-Arm mit 446 Patienten (von denen 431 Studienmedikation erhielten), die aus diagnostischen oder therapeutischen Gründen eine Bronchoskopie benötigten. Die Studie wurde kontinuierlich von einem unabhängigen Data Monitoring Committee (DMC) überwacht. 162 Patienten (37,6 %) waren ASA-III-Patienten (American Society of Anesthesiologists-Klassifizierung; ASA III: Patienten mit schwerer systemischer Erkrankung), und das Durchschnittsalter aller Patienten lag bei 62,3 Jahren im Vergleich zu 6,6 % ASA-III-Patienten und einem Durchschnittsalter aller Patienten von 54,9 Jahren in der zuvor berichteten pivotalen Phase-III-Koloskopiestudie. Die Patienten erhielten randomisiert entweder Remimazolam, Midazolam oder Placebo in Kombination mit Fentanyl als Schmerzmittel, um eine ausreichende Sedierung für den Beginn und die Durchführung des Eingriffs zu erzielen. Um die Durchführung der geplanten Bronchoskopie zu gewährleisten, stand für alle Patienten Midazolam als Ergänzungsmedikation (sog. "rescue medication") im Falle anderenfalls unzureichender Sedierung zur Verfügung.

Der primäre Endpunkt der Studie war aus folgenden Parametern zusammengesetzt: keine Notwendigkeit für Ergänzungsmedikation, vollständige Durchführung des Eingriffs und nicht mehr als fünf Dosen innerhalb von 15 Minuten für Remimazolam/Placebo und nicht mehr als drei Dosen innerhalb von 12 Minuten für Midazolam. Der primäre Endpunkt wurde in 82,5 % der behandelten Patienten in der Remimazolam-Gruppe und 3,4 % in der Placebo-Gruppe erreicht (p-Wert <0,0001). Wichtige sekundäre Endpunkte zeigten, dass die Remimazolam-Gruppe eine mediane Zeit von der Verabreichung bis zum Beginn des Eingriffs von 5,0 Minuten (Placebo: 17,0 Minuten) benötigte und die mediane Zeit vom Ende des Eingriffs bis zur Wiedererlangung des vollständigen Bewusstseins der Patienten bei 6,0 Minuten (Placebo: 14,0 Minuten) lag. Darüber hinaus dauerte es im Median nach subjektivem Empfinden der Remimazolam-Patienten 404 Minuten, bis sie nach Verabreichung der letzten Dosis ihren Normalzustand wieder erreicht hatten (Placebo: 935 Minuten).

Im Open-Label-Midazolam-Arm wurde die erfolgreiche Durchführung des Eingriffs in 34,8 % der Patienten erreicht. Midazolam-Patienten zeigten eine mediane Zeit vom Beginn der Medikationsgabe bis zum Beginn des Eingriffs von 16,0 Minuten und eine mediane Zeit vom Ende des Eingriffs bis zur Wiedererlangung des vollständigen Bewusstseins von 12,0 Minuten. Bei den Midazolam-Patienten dauerte es im Median 478,5 Minuten, bis sie nach Verabreichung der letzten Dosis ihren Normalzustand wieder erreicht hatten.

Unerwünschte Ereignisse insgesamt, behandlungsbedingte unerwünschte Ereignisse und insbesondere Vorfälle von Hypotonie und Bradykardie traten mit Remimazolam im Vergleich zu Midazolam seltener auf. Hypotonie war das am häufigsten berichtete unerwünschte Ereignis mit 41,9 % bei mit Remimazolam behandelten Patienten, 62,7 % bei Placebo und 49,3 % bei Midazolam. Hypoxie trat bei 21,8 % der Patienten mit Remimazolam, 20,3 % im Placebo-Arm und 18,8 % im Midazolam-Arm auf. Wie erwartet waren die Patienten, die an dieser Studie teilgenommen haben, in einem insgesamt schlechteren Gesundheitszustand als die Patienten, die an der pivotalen Koloskopiestudie teilgenommen hatten. Bei 21 Patienten traten über alle Behandlungsarme insgesamt 26 schwere unerwünschte Ereignisse nach Gabe der Studienmedikation auf. Von diesen 26 schweren unerwünschten Ereignissen wurden nur zwei als im Zusammenhang mit der Studienmedikation (Remimazolam) stehend beurteilt. Diese traten bei einem einzigen Patienten nach Verabreichung der doppelten der im Prüfplan erlaubten Fentanyl-Dosis auf.

"Die Studienergebnisse deuten darauf hin, dass Remimazolam, das als erste Substanz seit vielen Jahren für die Kurzsedierung bei Bronchoskopien getestet wird, das Potential hat, das Spektrum der Behandlungsmöglichkeiten für Bronchoskopiepatienten durch ein effizienteres Verfahren zu bereichern.", kommentierte Dr. Gerard A. Silvestri, Professor für Medizin, Medizinische Universität von South Carolina, Charleston, South Carolina, USA. "Remimazolam könnte ein idealer Wirkstoff für Bronchoskopiepatienten sein, weil es sicher und ultrakurz wirksam ist, einen hervorragenden sedierenden Effekt besitzt und es Patienten ermöglicht, schneller wieder das volle Bewusstsein zu erlangen. Die Ergebnisse der Studie werden weiterhin ausgewertet, die Daten zeigen aber bereits jetzt, dass Remimazolam vorraussichtlich einen Platz bei der adäquaten Sedierung von Bronchoskopiepatienten einnehmen wird."

Über Remimazolam


Remimazolam ist ein ultrakurz wirksames intravenöses Benzodiazepin-Sedativum und -Anästhetikum, das bereits positive Ergebnisse in klinischen Phase-III-Studien gezeigt hat. Im menschlichen Körper wird Remimazolam von Gewebe-Esterasen, einer weit verbreiteten Art von Enzymen, zu einem inaktiven Metaboliten abgebaut und nicht über cytochromabhängige Abbauwege in der Leber. Wie bei anderen Benzodiazepinen steht mit Flumazenil ein Gegenmittel zur Verfügung, um bei Bedarf die Sedierung und Narkose des Patienten wieder rasch beenden zu können.

Wirksamkeit und Sicherheit wurden bereits in klinischen Studien bei über 1.500 Probanden und Patienten gezeigt. Die bisherigen Daten deuten darauf hin, dass Remimazolam einen raschen Wirkeintritt und ein schnelles Abklingen der Wirkung hat und dabei ein günstiges kardiorespiratorisches Sicherheitsprofil besitzt.

Remimazolam befindet sich derzeit in klinischer Phase-III-Entwicklung für Kurzsedierungen in den USA. Nach Abschluss der laufenden Entwicklung ist die Implementierung eines bereits mit der FDA abgestimmten pädiatrischen Entwicklungsplans vorgesehen. Ein vollständiges Phase-III-Entwicklungsprogramm in der Allgemeinanästhesie wurde in Japan sowie eine Phase-II-Studie in der Allgemeinanästhesie in Europa erfolgreich abgeschlossen. Basierend auf den positiven Ergebnissen einer Phase-II-Studie ist die Sedierung auf der Intensivstation (für mehr als 24 Stunden nach der Operation) eine weitere attraktive Indikation.

Remimazolam steht zur Auslizenzierung außerhalb der USA, Kanadas, Chinas, Russlands (GUS), der Türkei, der MENA-Region und Südkoreas weiter zur Verfügung. In diesen Märkten ist die Substanz bereits an Cosmo Pharmaceuticals, Pharmascience (Pendopharm), Yichang Humanwell, R-Pharm, TR-Pharm und Hana Pharm verpartnert.

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