Samstag, 20. Januar 2018


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Steuerskandal "Paradise Papers" zeigt nur Spitze des Eisbergs

Oxfam fordert scharfe Sanktionen gegen Geschäftsmodell der Steueroasen

Berlin, (lifePR) - Trotz des enormen Datenmaterials zeigt der Steuerskandal um die „Paradise Papers“ nur die Spitze des Eisbergs internationaler Steuervermeidung. Darauf weist die Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam hin. Oxfam fordert mehr Transparenz durch öffentliche Berichtspflichten, schwarze Listen für Steueroasen und Mindeststeuersätze für Konzerne.

Tobias Hauschild, Steuerexperte von Oxfam Deutschland, erklärt: „Steuervermeidung ist ein lichtscheues Geschäft. Das zeigt auch die jetzt bekanntgewordene Anfrage Apples nach einem Ort mit möglichst geringen Steuersätzen bei gleichzeitig möglichst geringer Transparenz. Die immer wieder auftretenden Skandale zeigen, dass es höchste Zeit ist, diesen Raum gründlich auszuleuchten.“

Bereits in früheren Berichten hatte Oxfam auf weitere Mosaiksteine hingewiesen, die helfen, das Bild internationaler Steuervermeidung klarer zu zeichnen:


2012 haben US-Konzerne allein in Bermuda mehr als 80 Milliarden US-Dollar Gewinn gemeldet – mehr als in Japan, China, Deutschland und Frankreich zusammen (https://www.oxfam.de/system/files/still-broken.pdf)
In einer Analyse von 200 weltweit führenden Unternehmen hat sich herausgestellt, dass neun von zehn mindestens eine Niederlassung in einer Steueroase haben (https://www.oxfam.de/system/files/bp210-economy-one-percent-tax-havens-180116-en.pdf)
Auf den Britischen Jungferninseln steht 830.000 registrierten Unternehmen gerade einmal 27.000 Einwohner gegenüber (https://www.oxfam.de/system/files/20141029-even-it-up-extreme-inequality.pdf)
2015 haben europäische Banken Millionenprofite in Steueroasen angemeldet, in denen sie nicht einmal Personal beschäftigen. So will etwa die französische Bank BNP Paribas ohne einen Angestellten vor Ort 134 Millionen Euro auf den Kaimaninseln verdient haben (https://www.oxfam.de/presse/pressemitteilungen/2017-03-27-verdacht-druecken-banken-um-beitrag-gemeinwohl)
Das schlechte Beispiel der Steueroasen macht Schule: Betrug der durchschnittliche Unternehmenssteuersatz der G20 vor 25 Jahren noch 40 Prozent, liegt er heute unter 30. (https://www.oxfam.de/presse/pressemitteilungen/2016-12-12-oxfam-enthuellt-15-schlimmsten-steueroasen)


Oxfam-Steuerexperte Hauschild kommentiert: „Es kann nicht angehen, dass internationale Konzerne und reiche Einzelpersonen sich Jahr für Jahr um ihren fairen Beitrag zum Gemeinwohl drücken. Wir brauchen echte Transparenz durch öffentliche länderbezogene Berichtspflichten für Konzerne, scharfe Sanktionen gegen das Geschäftsmodell der Steueroasen sowie Mindeststeuersätze für Konzerne.“

 

Oxfam Deutschland e.V.

Oxfam ist eine internationale Nothilfe- und Entwicklungsorganisation, die weltweit Menschen mobilisiert, um Armut aus eigener Kraft zu überwinden. Dafür arbeiten im Oxfam-Verbund 20 Oxfam-Organisationen Seite an Seite mit rund 3.500 lokalen Partnern in mehr als 90 Ländern.

Mehr unter www.oxfam.de

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