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130 Millionen Mädchen weltweit ohne Zugang zu Bildung

Feministinnen erwarten Taten gegen globale Bildungskrise

(lifePR) (Berlin, )
Zehn Tage vor der Finanzierungskonferenz der Globalen Bildungspartnerschaft (Global Partnership for Education – GPE), die am 02. Februar in Dakar (Senegal) stattfindet, senden internationale weibliche Führungspersönlichkeiten bei einem Treffen in Berlin ein deutliches Signal für ein stärkeres Engagement für die Bildung von Mädchen. Weltweit können 130 Millionen Mädchen noch immer keine Schule besuchen. Je ärmer ein Land ist, desto größer sind die Nachteile für Mädchen. Die GPE ist ein Schlüsselinstrument, um dies zu ändern. Doch Deutschland beteiligt sich bisher marginal an der Finanzierung. Daher fordert ONE gemeinsam mit anderen Entwicklungsorganisationen, dass Deutschland seinen jährlichen Beitrag an die GPE von derzeit 9 Millionen auf 100 Millionen Euro erhöht.

Für Mädchen ist es insbesondere in den ärmsten Ländern schwerer, Zugang zu Bildung zu erhalten. In Subsahara-Afrika besuchen 51 Millionen Mädchen keine Schule – verglichen mit 45 Millionen Jungen. Das hat drastische Konsequenzen. Bei Mädchen, die keine Schule besuchen, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass sie früh verheiratet werden, sich mit Krankheiten wie HIV anstecken und jünger sterben. ONE stellt fest: Armut ist sexistisch. Dabei haben Mädchen und Frauen das größte Potential, extreme Armut zu beenden – wenn man sie lässt.

Die Vorsitzende der Mädchenrechtsorganisation ‚Girls Not Brides‘ Mabel von Oranje, sagt dazu: „130 Millionen Mädchen, die nicht zur Schule gehen, sind 130 Millionen Mädchen zu viel. Von diesen Mädchen leben 75 Prozent in Subsahara-Afrika, Zentral- und Südasien – dort, wo die Raten für Kinderehen am höchsten sind. Wenn Mädchen zu früh heiraten, bedeutet das normalerweise auch das Ende ihrer Schuldbildung. Niemand wird es schaffen, allen Mädchen den Zugang zu Bildung zu ermöglichen, solange das Thema Kinderehen nicht angegangen wird. Wenn Mädchen denselben Bildungszugang hätten wie Jungen und sich ihnen die gleichen Möglichkeiten böten, ihr Potential zu entfalten, hätten Entwicklungsländer jährlich mindestens 112 Milliarden US-Dollar mehr in den Staatskassen. Wir müssen die globale Bildungskrise jetzt beenden. Es ist nicht nur das moralisch Richtige, sondern auch das Klügste, was wir tun können.“

Um der weltweiten Bildungskrise entgegenzutreten, richten der französische Präsident Emmanuel Macron und sein senegalesischer Amtskollege Macky Sall am 02. Februar die Finanzierungskonferenz der Globalen Bildungspartnerschaft (GPE) in Dakar aus. Die GPE hat sich zum Ziel gesetzt, die Bildungssysteme in Entwicklungsländern zu verbessern, um insbesondere Kindern, die am stärksten von Armut und Konflikten betroffen sind, den Zugang zu hochwertiger Bildung zu ermöglichen. Vor allem Deutschland hält sich mit seinem Engagement für die GPE bisher zurück.

Dazu sagt Stephan Exo-Kreischer, Deutschland-Direktor von ONE: „Egal, wie schwierig der Regierungsbildungsprozess gerade ist: Die derzeitige innenpolitische Situation darf nicht dazu führen, dass Deutschland seine internationale Verantwortung nicht wahrnimmt. Die neun Millionen Euro jährlich, mit denen die Bundesregierung die GPE ab 2018 unterstützt, reichen hinten und vorne nicht, um die globale Bildungskrise in den Griff zu kriegen. Der faire Anteil an der Finanzierung der Globalen Bildungspartnerschaft liegt bei 100 Millionen Euro jährlich. Die geschäftsführende Bundesregierung und das Parlament müssen nun globale Verantwortung beweisen und diese notwendige Erhöhung ermöglichen, die auch im Interesse Deutschlands ist.“

Julia Gillard, Vorstandsvorsitzende der Globalen Bildungspartnerschaft, fügt hinzu: „Bildung hat die Kraft, Menschen und Gesellschaften aus der Armut zu holen, sie ist der Schlüssel für mehr Chancengleichheit und ein machtvolles Mittel gegen Konflikte. Nur wenn alle – Geber- und Entwicklungsländer gleichermaßen – dies erkennen und jetzt in Bildung investieren, wird es uns gelingen, der jetzigen sowie zukünftigen Generationen eine Zukunftsperspektive zu geben.“

Bei dem heutigen Treffen im Berliner Pauly-Saal – einer ehemaligen jüdischen Mädchenschule – diskutierten internationale weibliche Führungspersönlichkeiten, wie sichergestellt werden kann, dass alle Mädchen auf der Welt die Schule abschließen können.

Zu den Teilnehmerinnen gehörten:


Gayle Smith, Präsidentin von ONE und ehemalige Leiterin der United States Agency for International Development (USAID) unter Barack Obama,
Julia Gillard, GPE-Vorstandsvorsitzende und ehemalige australische Premierministerin,
Mabel van Oranje, niederländische Prinzessin und Vorsitzende der Mädchenrechtsorganisation ‚Girls Not Brides‘,
Juliane Rosin, Leiterin der Women20 (W20), dem frauenpolitischen Dialogprozess zur deutschen G20-Präsidentschaft
Anne Wizorek, Bloggerin und #Aufschrei-Initiatorin,
Sabine Frank, Juristin und politische Beratering für Google in Deutschland
Ingrid Hamm, Kuratoriumsmitglied der Karl-Schlecht-Stiftung, ehemalige Direktorin der Robert-Bosch-Stiftung 
sowie die ONE-Jugendbotschafterin Ayla Marie Akgün


Bilder der Veranstaltung finden Sie hier: http://bit.ly/2BkEUDm

In einer Petition von ONE fordern über 740.000 Unterstützer*innen die Bundesregierung auf, sich stärker für die Bildung von Mädchen und Frauen in der Welt einzusetzen.

ONE Deutschland

ONE ist eine entwicklungspolitische Lobby- und Kampagnenorganisation zur Bekämpfung von extremer Armut und vermeidbaren Krankheiten, insbesondere in Afrika. Im Dialog mit der Öffentlichkeit und politischen Entscheidern setzt sich ONE für kluge und effektive Politikansätze und Programme ein, um Aids und vermeidbare Krankheiten zu bekämpfen, Investitionen in Landwirtschaft und Ernährung zu erhöhen und mehr Transparenz bei Maßnahmen zur Armutsbekämpfung zu schaffen. Knapp 9 Millionen Menschen unterstützen die überparteiliche Arbeit von ONE mit ihrer Stimme. Mehr Informationen gibt es auf www.one.org und auf Twitter: @ONEDeutschland

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