Symposium für zeitgemäße soziale Verantwortung und emotionalen Genuss in der Seniorenverpflegung - ein Rückblick

Emotionale Atmosphäre und Denkanstöße sorgen für eine erkenntnisreiche Tagung

(lifePR) ( Riedstadt, )
Das Leben in einer Senioreneinrichtung ist für die Bewohner oftmals mit dem Verlust ihrer Autonomie verbunden. Bei den Heimbewohnern äußert sich das nicht selten durch negative Stimmungsschwankungen bis hin zur Altersdepression. Welche therapeutischen Auswirkungen kann die Integration der Senioren in die Speisezubereitung haben? Und was bedeutet emotionaler Genuss in diesem Zusammenhang? Diese Kernfragen standen im Mittelpunkt des ersten Symposiums des Zustellgroßhändlers Transgourmet Deutschland, das am 16. November 2016 in der Brüderkirche in Kassel stattfand. Ein spannendes Rahmenprogramm und intensive Dialoge und Diskussionen haben die Veranstaltung geprägt. Den Höhepunkt bildete die Auszeichnung der Gewinner des Wettbewerbs „Vom Kostenfaktor zum Glücksfaktor – Wettbewerb für emotionale Genusskonzepte in der Seniorenverpflegung".

Am 16. November fand erstmals das „Symposium für zeitgemäße soziale Verantwortung und emotionalen Genuss in der Seniorenverpflegung" statt. Das Motto der von Transgourmet Deutschland initiierten Veranstaltung macht deutlich, worum es geht: die Einbindung von emotionalem Genuss in die Seniorenverpflegung. Weit über hundert Gäste aus Wissenschaft und Politik sowie Mitarbeiter von Senioreneinrichtungen und Ehrengäste von Transgourmet Deutschland genossen die Veranstaltung samt Moderation. Das Symposium bildete zugleich die Abschlussveranstaltung des Wettbewerbs „Vom Kostenfaktor zum Glücksfaktor – Wettbewerb für emotionale Genusskonzepte in der Seniorenverpflegung". Im Frühjahr 2016 hatte Transgourmet Deutschland bundesweit Senioreneinrichtungen dazu aufgerufen, ihre innovativen Hauskonzepte zur Verbesserung der Verpflegungsqualität und Integration von Senioren in die Auswahl und Zubereitung von Lebensmitteln einzureichen. Unter den zahlreichen Einreichungen hat die hochkarätige Jury sechs Einrichtungen nominiert. Die Auszeichnung der drei Gewinner des Wettbewerbs sowie der drei restlichen Nominierten bildete den Höhepunkt des Symposiums.

Leuchttürme in der Seniorenverpflegung

Best Practice Beispiele für emotionale Genusskonzepte in der Seniorenverpflegung zu honorieren und einen Anreiz zum Nacheifern zu schaffen – das ist das erklärte Ziel des Wettbewerbs. Die drei Gewinner punkten in ihren Einrichtungen zusätzlich zu ihrem kreativen Genussansatz mit einer ausgeprägten Wohlfühlatmosphäre. Vielmehr noch – die Konzepte, die dort gelebt werden, leisten einen entscheidenden Beitrag zum Erhalt der Autonomie. Durch das Einbeziehen in die Entscheidungsprozesse und das Angebot von Wahlmöglichkeiten wird die Selbstständigkeit der Bewohner gefördert. Für die Gewinnereinrichtung Caritas-Hausgemeinschaft für Senioren St. Elisabeth in Hollfeld sprechen insbesondere die familiären Strukturen: In den Küchen der jeweiligen Wohngruppen wird gemeinsam gekocht und gegessen. Im hauseigenen Gemüsegarten pflanzen und ernten die Bewohner Kartoffeln und es gibt regelmäßige Veranstaltungen wie den monatlichen Männerstammtisch und ein wöchentliches Fest für alle Wohngruppen. In der Zentralküche der Gewinnereinrichtung, dem Sozialzentrum „Jung und Alt unter einem Dach" in Würzburg wird täglich zusammen gekocht und einmal in der Woche gemeinsam gebacken. Durch den mobilen Backwagen können auch bettlägerige Bewohner mitmachen und Backwaren selbst zubereiten. Der dritte Gewinner, das Seniorenzentrum Carl-Joseph in Leutkirch, überraschte mit einem mobilen Wochenmarkt, der bis ans Bett der Bewohner geschoben werden kann. Im hauseigenen Gemüsegarten bauen die Bewohner selbstständig Gemüse an und verwenden dieses bei der Speisezubereitung. Auch hier spielt sich ein Großteil des sozialen Lebens in der Küche ab – das gemeinsame Kochen und Essen bringt Bewohner und Pflegekräfte täglich an einen Tisch und es wird viel kommuniziert.

Als Zeichen der Wertschätzung wurden alle Gewinner mit dem Siegel „Impulsgeber für emotionalen Genuss 2017" ausgezeichnet, das Transgourmet Deutschland erstmalig verlieh. Ferner dürfen sich die Gewinner über eine Imagekampagne, finanziert durch Transgourmet Deutschland, freuen. Die Freude bei den Gewinnern war spürbar groß: Auf der Bühne wurde gemeinsam gejubelt und sich gegenseitig gratuliert. „Wir freuen uns riesig! Der Gewinn ist eine große Bestätigung, auch für meine Mitarbeiter. Die sind an der Planung und Umsetzung des Konzeptes gleichermaßen beteiligt. Jetzt gibt es erstmal eine Party für alle bei uns in der Einrichtung", kommentiert Simone Simon, Leiterin des Seniorenzentrums Carl-Joseph, glücklich den Gewinn. Auch die drei weiteren nominierten Einrichtungen – der DRK Kreisverband Bitburg-Prüm e.V. in Bitburg, der Samariterstift im Nachbarschaftshaus Scharnhauser Park in Ostfildern und der DRK-Kreisverband Emsland e.V. in Meppen – erhalten das Siegel als Auszeichnung für ihr vorbildliches Engagement.

Ein stimmungsvolles Rahmenprogramm

Zum Auftakt des Symposiums begrüßte Martin Kölle, Leitung Nationaler Vertrieb Gemeinschaftsverpflegung bei Transgourmet Deutschland und Initiator des Projektes, die Gäste. „Wir nehmen unsere Verantwortung gegenüber unseren Kunden und der Gesellschaft sehr ernst. Wir möchten erreichen, dass sich die Verpflegungsqualität in Senioreneinrichtungen verbessert.", betonte Kölle und fügte hinzu: „Das Beisammensein am Essenstisch gehört in den stationären Einrichtungen zu den täglichen Highlights der Senioren. Wir wünschen uns, dass sie das mit Genuss verbinden." Das Grußwort stimmte auf die drei nachfolgenden Impulsvorträge ein: Helmut Kneppe vom Kuratorium Deutsche Altershilfe bescherte den Gästen durch seine Präsentation „Mit Genuss durch den Tag! Wie Ernährung das Wohlbefinden steigert" wissenswerte Informationen rund um das Thema Altersdepression und erläuterte, welchen positiven Effekt das gemeinsame Kochen auf die betroffenen Senioren in den Einrichtungen haben kann. Prof. Dr. Christoph Klotter, Professor für Ernährungspsychologie und Gesundheitsförderung an der Hochschule Fulda zeigte in seinem Vortrag „Älter werden, genießen, unabhängig sein" die Konsequenzen der heute sehr viel höheren Lebenserwartung auf: Nicht nur steigt die Anzahl der Bewohner in den Senioreneinrichtungen, auch die Anzahl der Jahre, die sie dort verbringen, steigt. Umso wichtiger ist es, den Erhalt der Autonomie der Heimbewohner zu unterstützen. Daniela Born-Schulze vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz erläuterte in ihrem Beitrag „Der Staat kann Orientierung geben – aber keine Vorschriften machen, was auf den Tisch kommt" die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung für die Verpflegung von Senioren.

Im Anschluss erwartete die Gäste eine spannende Podiumsdiskussion zum Thema „Vom Kostenfaktor zum Glücksfaktor – emotionaler Genuss in der Praxis". Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion Gabriele Lerche (Verpflegungsleiterin, Seniorenwohnanlage Habichtswald Kassel), Dieter Heinecke (Küchenleiter, St. Elisabeth Köthen), Lothar Kanter (Geschäftsführer; Curatio Sinzheim) und Johannes Kuther (Mitglied der Geschäftsführung; Diakonisches Werk Schweinfurt e.V.) gaben Einblicke und Erfahrungen aus der Praxis preis. Und diese bestätigen: Das gemeinsame Kochen ist ein wirkungsvolles Kommunikationsmittel. Auf den Tisch kommen dabei auch biografische Rückblicke – es geht um die Kriegs- und Nachkriegsjahre, die erste Liebe und Erinnerungen an weise Ratschläge wie „Koch nicht besser als deine Schwiegermutter". Die Gesprächsrunde hat auch gezeigt, dass die Umsetzung effektiver Maßnahmen ohne großen Aufwand möglich ist. So bietet das Curatio Seniorenzentrum in Sinzheim seinen Bewohnern eine ganz besondere Kochgelegenheit: eine mobile Küche, die so kompakt ist, dass sie bequem in einen Aufzug passt. Frei nach dem Motto "Kommen die kochbegeisterten Senioren nicht zur Küche, dann kommt die Küche eben zu den Bewohnern.

In der Mittagspause durften die Gäste eine Vielzahl an Gerichten aus dem Kochbuch „Wir haben einfach gekocht" genießen. Das von Transgourmet Deutschland initiierte Buchprojekt dient als Pilot der Kampagne. Es basiert auf Besuchen in verschiedenen Senioreneinrichtungen, bei denen die Bewohner ihre Lieblingsgerichte selbst zubereitet und gemeinsam gekocht haben. Diese Rezepte wurden als Buch herausgebracht. Das Ergebnis ist eine kulinarische Entdeckungsreise entlang der Erinnerungen und damit verbundenen Emotionen von Senioren.

Ein Projekt mit Zukunft

„Mit dem Wettbewerb wollen wir Best Practice Beispiele würdigen und multiplizieren. Uns ist bewusst, dass es sich dabei um ein mittel- bis langfristiges Projekt handelt. Wir würden uns sehr freuen, wenn wir unseren Beitrag dazu leisten können, Genuss in der Seniorenverpflegung zu etablieren.", so Martin Kölle. Abschließend fügt er hinzu: „Gemeinsames Essen kann die Erinnerungen wecken, den Appetit anregen, es stärkt die Gemeinschaft und fördert den Dialog. Die Einbindung von emotionalem Genuss in der Seniorenverpflegung ist eine große Aufgabe mit einem großen Potenzial.". Auch im nächsten Jahr möchte Transgourmet im Rahmen des Wettbewerbs „Vom Kostenfaktor zum Glücksfaktor – Wettbewerb für emotionale Genusskonzepte in der Seniorenverpflegung" wieder auf die Suche nach „Impulsgebern für emotionalen Genuss" gehen. Die hierfür konzipierte und in 2016 erfolgreich durchgeführte Seminarreihe soll ebenfalls in 2017 fortgesetzt werden. In den Seminaren erfahren die Teilnehmer mehr über den emotionalen Wert von Mahlzeiten und ihren Zubereitungsprozessen mit Integration der Senioren. Vor allem werden praktische Tipps und Anleitungen vermittelt, wie diese einfach und effektiv umgesetzt werden können.

Weitere Infos unter www.kochen-für-senioren.de

Hier finden Sie ausführliche Informationen und Berichte rund um den Wettbewerb. Ergänzend dazu werden Videoclips der Botschafter-Einrichtungen St. Elisabeth in Köthen, Curatio Seniorenzentrum in Sinzheim und Schöne Aussicht Harleshausen in Kassel präsentiert.
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