Sonntag, 26. Februar 2017


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Schrotthandel im Visier

Fahnder schätzen Steuerhinterziehung auf 1 Milliarde Euro

(lifePR) (Koblenz am Rhein, ) Ein ganzes Jahr lang recherchierte Steuerfahnder Joachim M. von der Oberfinanzdirektion Koblenz und wühlte buchstäblich im Abfall. Untersucht wurden Schrottgroßhändler, die vor allem Abfall von metallverarbeitenden Betrieben erhielten oder vom "Schrotti", wie Joachim M. die kleinen Schrottsammler nennt.

Der größte Teil des Schrotts entsteht allerdings in den metallverarbeitenden Betrieben. Man schätzt das 10 bis 70% des Wareneinsatzes Schrott sind, aber häufig wird nur ein Teil offiziell in der Buchführung erwähnt: "Von vier Containern Schrott ist einer für die Buchführung und drei für die Strohmänner", weiß der erfahrene Fahnder zu berichten.

Bundesweit sind so in dem untersuchten Zeitraum der Jahre 2003 bis 2007 rund eine Milliarde Euro an der Steuer vorbei geflossen - dank steigender Rohstoffpreise vor allem im Bereich Kupfer und Stahl.

Allein auf rheinland-pfälzische Schrottlieferanten entfiel für diesen Zeitraum laut Oberfinanzdirektion Koblenz eine Liefersumme von 688 Millionen Euro.

Insgesamt wurde Material gegen 6.500 Personen gesammelt, davon wurden über 3.000 Personen bereits von Fahndern durchsucht bzw. von den zuständigen Finanzämtern aufgefordert, ihre Steuern genauer zu erklären. Die bislang 180 erledigten Fälle in Rheinland-Pfalz haben jetzt schon steuerliche Mehreinnahmen von rund 500.000 Euro gebracht.

Zudem stellte sich heraus, dass einige der sogenannten "Schrottis" zu Unrecht Leistungen nach Harz IV bezogen haben.

Probleme bereiten Fahndern, Finanzbeamten und Polizei jedoch die Strohmänner, die - auch wenn sie einmal ins Netz gehen - ihre eigentlichen Lieferanten nur zögerlich Preis geben, weil sie oft um Leib und Leben fürchten müssen, da mafiöse Strukturen für den nötigen Druck sorgen.

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