Gemeinsame Befragung von NRW.BANK und VdW: Corona wirkt sich bislang wenig auf Wohnungsmärkte in NRW aus

(lifePR) ( Düsseldorf, )
Die Corona-Pandemie hat sich im April nur wenig auf die Wohnungsmärkte in Nordrhein-Westfalen ausgewirkt. Zwar gab es vereinzelt Mietausfälle, Verzögerungen beim Bau und in Teilen Anfragerückgänge in der Neuvermietung, Liquiditätsengpässe oder ein Stopp bei Investitionen für Modernisierung und Instandhaltung sind aktuell aber nicht zu verzeichnen. Diese und weitere Ergebnisse liefert die erste von drei Befragungen, die die NRW.BANK in diesem Jahr vor dem aktuellen Hintergrund der Corona-Pandemie gemeinsam mit dem VdW Rheinland Westfalen durchgeführt hat.  Zwei weitere Umfragen folgen im Mai und Juni.

Die Folgen der Corona-Pandemie sind für die Wirtschaft immens, doch die Wohnungswirtschaft ist im Moment nur leicht betroffen. Bei rund 85 Prozent der Unternehmen gab es im April 2020 höhere Mietausfälle als in einem durchschnittlichen Monat aus 2019. Doch gemessen an allen Mietverhältnissen ist der Anteil derjenigen, die im April ihre Miete nicht oder nicht vollständig gezahlt haben, in den überwiegenden Fällen (64 Prozent) noch gering und betrifft unter 2 Prozent der Haushalte. Bei weiteren 27 Prozent der befragten Unternehmen sind 2 bis unter 5 Prozent der Mietverhältnisse betroffen.
 
Als Maßnahmen zur Entlastung bzw. Unterstützung der Mieter bieten die Wohnungsunternehmen vor allem Optionen zur Ratenzahlung (60 Prozent der Befragten) und verstärkte Beratungsangebote (60 Prozent) an. Außerdem verzichten viele (41 Prozent) auf Mieterhöhungen, die ansonsten angefallen wären.
Das Risiko in Liquiditätsengpässe zu geraten, schätzt die Mehrheit der Unternehmen im April als gering ein: 91,4 Prozent der Befragten gaben an, die Möglichkeit dafür sei „eher unwahrscheinlich“ oder „sehr unwahrscheinlich“.
 
Bei den geplanten Investitionen im Neubausegment sehen rund 70 Prozent der Befragten keine hemmenden Auswirkungen der Corona-Pandemie. 22 Prozent gaben an, etwas oder deutlich weniger Investitionen tätigen zu wollen, als es vor dem Ausbruch der Krise geplant war. Ähnlich verhält es sich bei den geplanten Investitionen für Modernisierung und Instandhaltung – auch hier gaben etwa zwei Drittel der Unternehmen an, dass die Corona-Pandemie zum aktuellen Zeitpunkt keinen Einfluss auf die geplanten Investitionen hat.
 
Anders verhält es sich bei Bauprojekten. Hier stellten 44 Prozent der Befragten aufgrund der Corona-Pandemie Verzögerungen fest. Gründe sind vor allem Probleme bei den Lieferketten für Baustoffe (63 Prozent), Personalmangel bei der Bauwirtschaft (54 Prozent) und Verzögerungen von Baugenehmigungen (41 Prozent).
 
„Für die Wohnungswirtschaft ergeben sich durch die Pandemie neue Herausforderungen“, sagt Dietrich Suhlrie, Vorstandsmitglied bei der NRW.BANK. „Die Wohnraumförderung des Landes ist mit ihrem breiten Spektrum an Fördermöglichkeiten hierbei ein wichtiger Partner für Investoren.“ 
 
Alexander Rychter, Verbandsdirektor des VdW, schätzt die Lage wie folgt ein:
„Das eigene Zuhause ist wichtiger denn je, unsere Mitgliedsunternehmen und –genossenschaften müssen für die Menschen in NRW der verlässliche Partner bleiben, der sie sind. Deshalb beobachten wir die Entwicklungen in der Branche weiter.“
 
Die NRW.BANK hat aufgrund der Corona-Pandemie gemeinsam mit dem Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Rheinland Westfalen die rund 480 Mitgliedsunternehmen des VdW befragt. An der ersten Befragung im April nahmen über 100 Unternehmen teil, 80 Prozent waren Wohnungsgenossenschaften mit bis zu 3.000 Wohneinheiten. Um Entwicklungen besser nachvollziehen zu können, ist die Umfrage als Panel-Befragung ausgelegt und soll im Mai und Juni fortgeführt werden.

Über den VdW Rheinland-Westfalen
Der VdW Rheinland Westfalen ist Interessensvertretung und Dienstleister für rund 480 Mitgliedsunternehmen und -genossenschaften in Nordrhein-Westfalen und dem nördlichen Rheinland-Pfalz. Dem Verband gehören Wohnungsgenossen-schaften sowie kommunale, öffentliche, kirchliche, industrie-verbundenen und private Wohnungsunternehmen an. Sie bewirtschaften rund 1,1 Millionen Wohnungen, das sind fast 20 Prozent aller Mietwohnungen in NRW. Wohnraumversorgung ist für sie in erster Linie eine soziale Aufgabe. ­­
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