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Pressemitteilung BoxID: 346359 (Niedersächsisches Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr)
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Bode: Niedersachsens Küste ist Wachstumsregion und Investitionsschwerpunkt der Landesregierung

(lifePR) (Stade, ) "Die niedersächsische Küste ist ein Wirtschaftsraum, der mehr als 40.000 Menschen einen Arbeitsplatz bietet und sich durch eine besondere Wachstumsdynamik mit großem Zukunftspotential auszeichnet", unterstrich Niedersachsens Wirtschafts- und Verkehrsminister Jörg Bode auf dem 22. Niedersächsischen Hafentag in Stade die Bedeutung der Maritimen Wirtschaft. "Die Landesregierung investiert in die niedersächsischen Häfen in einem gewaltigen Umfang, den man vor Jahren noch nicht für möglich gehalten hätte. Eine Vielzahl von Bauprojekten konnte in diesem Jahr bereits abgeschlossen und in Betrieb genommen werden."

Das größte Infrastrukturprojekt ist der JadeWeserPort Wilhelmshaven, der am 21. September 2012 feierlich eröffnet wird. "Dieser Hafen hat nicht nur strategische Bedeutung für Deutschland insgesamt sondern für Niedersachsen im Besonderen. Hauptnutznießer wird die Region sein, denn es werden eine Vielzahl neuer Arbeitsplätze geschaffen", betonte der Minister in seiner Rede. Neben seiner Tideunabhängigkeit sowie der vorhandenen Fahrwassertiefe der Jade von 18 Meter sei ein besonderes Alleinstellungsmerkmal des JadeWeserPort Wilhelmshaven außerdem, dass in unmittelbarer Nähe des Hafens große zusammenhängende Flächen für Industrie- und Gewerbeansiedlung verfügbar sind. "Direkt angrenzend an das Terminalgelände ist ein rund 160 ha großes Güterverkehrszentrum mit exzellenter Verkehrsanbindung entstanden. Hier und direkt im Hafen werden auf absehbare Zeit über 2.000 Arbeitsplätze entstehen", so Bode.

Die Niedersächsischen Seehäfen im Einzelnen

Besondere Wachstumsimpulse für die Häfen gehen von der Energieerzeugung und der Automobilindustrie aus. Zu nennen sind die Verladung von Anlagen für Offshore- Windenergieparks oder auch Importkohle in Brake, Cuxhaven, Emden und Wilhelmshaven sowie der Automobilumschlag in Emden und Cuxhaven. Die Landesregierung hat frühzeitig die optimalen Voraussetzungen zum Erhalt und Ausbau der Leistungsfähigkeit dieser Häfen geschaffen.

Die niedersächsischen Seehäfen bilden folglich einen Investitionsschwerpunkt des Landes:
- In Brake wurde am Niedersachsenkai ein zweiter Großschiffsliegeplatz geschaffen (rd. 17,5 Mio. Euro).
- In Cuxhaven wird der Liegeplatz 9 im Oktober 2012 fertig gestellt (rd. 65 Mio. Euro), der Cuxhavens Rolle als führende Offshore-Basis an der deutschen Nordseeküste weiter stärkt.
- In Emden wird gegenwärtig die Nesserlander Schleuse grundsaniert (79 Mio. Euro).
- In Wilhelmshaven wurde in den Ausbau der Niedersachsenbrücke und die Erschließung des Rüstersieler Groden investiert (rd. 30 Mio. Euro).
- Im Rahmen der Inselversorgung wurde der Fähranleger auf Langeoog komplett saniert (rd. 3 Mio. Euro).

Niedersachsen thematisiert Maritime Notfallvorsorge auf der Verkehrsministerkonferenz

Besonderes Augenmerk legte der Minister auf den Havaristen MSC Flaminia. "In diesen Tagen bewegt uns die Berichterstattung zur MSC Flaminia. Leider gestaltete sich das Verfahren zur Bergung des havarieren Schiffes schwierig, da sich keiner der nächstgelegenen Anrainerstaaten bereit erklärt hatte, das havarierte Schiff aufzunehmen. Erst nach der Kontaktaufnahme zur Bundesregierung als Flaggenstaat konnten vom Bund die notwendigen Schritte eingeleitet werden, um dem havarieren Schiff zu helfen", erklärte Bode.

Erfreut zeigte er sich, dass die anschließenden organisatorischen Maßnahmen des Havariekommandos in enger Abstimmung mit den zuständigen Landesministerien und Landesbehörden hervorragend funktioniert haben und der Ankunft der MSC Flaminia in Wilhelmshaven mit Zuversicht entgegen gesehen werden kann.

"Beunruhigend ist aus meiner Sicht jedoch, dass wir eine Phase von ca. vier Wochen überstehen mussten, bis klar war, dass wir das havarierte Schiff nach Deutschland in einen unserer Häfen bringen werden. Die Frage steht im Raum, warum es nicht möglich war, dem Schiff schon früher in einem geeigneten Hafen eines Mitgliedsstaates der EU die entsprechende Hilfe zukommen zu lassen. Auf der nächsten Verkehrsministerkonferenz werden wir dieses Thema auf die Agenda setzen. Es ist zu klären, ob es tatsächlich Defizite im Rahmen der bestehenden europäischen Regelungen zur maritimen Notfallvorsorge gibt, die wir schleunigst beseitigen müssen oder ob wir hier nur zu einer Optimierung der schon vorhandenen und bewährten Regelungen kommen müssen."

Schiffsfinanzierungen stellen Reedereiwirtschaft vor große Herausforderungen

Niedersachsen ist mit rd. 150 Reedereien und mehr als 1.300 bereederten Handelsschiffen nach Hamburg zweitgrößter Reedereistandort in Deutschland. Der Landkreis Stade ist dabei - gemeinsam mit dem Wirtschaftsraum Ems-Achse - führend bei den regionalen Schwerpunkten in der niedersächsischen Schifffahrtsbranche. Derzeit leidet die Reedereiwirtschaft in Deutschland und in Europa nach wie vor an nicht auskömmlichen Charterraten, sowie das Ungleichgewicht auf dem Markt zwischen Angebot und Nachfrage.

Erschwerend für die Reedereiwirtschaft kommt die momentane Situation in der Schiffsfinanzierung hinzu. Die verschärften Eigenkapitalanforderungen an die Kreditinstitute haben zu wachsender Unsicherheit für langfristige Finanzierungsvorhaben geführt. In Vorbereitung auf die strengen Basel-III-Regeln vergeben die Banken nur noch kurzfristige Kredite. Dazu erklärte Wirtschaftsminister Bode: "Schiffe und andere Investitionsgüter müssen aber zum Teil über zehn Jahre und länger finanziert werden. Wir sollten prüfen, ob die Lage am Kapitalmarkt es notwendig macht, hier nachzusteuern. Angesichts des drohenden volkswirtschaftlichen Schadens kann es nicht tabu sein, darüber mit der EU-Kommission und den zuständigen Bankenregulierern zu sprechen. Banken haben die Aufgabe, die Unternehmen mit Krediten zu versorgen. Aber der Staat muss den Rahmen auch so setzen, dass die Banken dazu in der Lage sind. Darüber werden wir auf der kommenden Wirtschaftsministerkonferenz sprechen."