Montag, 26. Februar 2018


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forschungssensation im landesmuseum hannover

neudatierung der schwimmsaurier

Hannover, (lifePR) - Das erste von drei neu zu untersuchenden Schwimmsauriern aus der Fossiliensammlung des Landesmuseums Hannover schließt eine Lücke in der bisherigen Saurierforschung: die Gruppe der Schwimmsaurier, der es zugeordnet wird, ist etwa 5 bis 7 Millionen Jahre älter als bisher angenommen.

Plesiosaurier lebten zur Zeit der Dinosaurier in den Meeren des Erdmittelalters. Das bedeutsame Fossil aus der Museumssammlung wurde im Rahmen seiner Re-Evaluation in der renommierten Fachzeitschrift »Palaeontographica« beschrieben und Thaumatodracon wiedenrothi benannt, was so viel bedeutet wie »Wiedenroths Wunderdrachen«, zu Ehren seines Entdeckers, Kurt Wiedenroth.

Thaumatodracon war ein Top-Prädator der Jurameere Europas vor 200 Millionen Jahren. Der Schädel war 60 cm lang und mit Dutzenden scharfer Zähne ausgestattet; die Gesamtkörperlänge kann mit 6,50 m angegeben werden, was in etwa der Größe eines heute lebenden Weißen Hais entspricht. Das Körpergewicht dürfte bei ca. 2 Tonnen gelegen haben.

Das Fossil wurde 1969 von dem Fossiliensammler und Amateurpaläontologen Kurt Wiedenroth in der berühmten jurassischen Fundstelle Lyme Regis an der Küste von Dorset (England) entdeckt; von dort gelangte es im selben Jahr ans Landesmuseum Hannover, wo es in den 1990ern nach und nach von der paläontologischen Präparatorin Petra Widmann freigelegt und gefestigt wurde. Daher befand sich das Material in einem guten und aussagekräftigen Zustand, als die beiden Experten Dr. Adam Smith (Großbritannien) und Dr. Ricardo Araújo (Portugal) es nun mit neuen Methoden untersuchten. Durch Vergleiche mit zahlreichen anderen Plesiosauriern identifizierten sie Thaumatodracon überraschend als eine völlig neue Art, die zudem noch eine Lücke in der Stammesgeschichte der Schwimmreptilien schließt:

Thaumatodracon zeigt vor allem am Schädel aussagekräftige Übergangsmerkmale, die ihn in die Nähe der sehr ursprünglichen Gruppe der so genannten »rhomaleosauriden Plesiosaurier« rückt. Da er einige Millionen Jahre älter ist als die nahe verwandte, gut bekannte Gattung Rhomaleosaurus, stellt er mit seinen »Zwischenmerkmalen« ein lange gesuchtes, echtes »missing link« der Plesiosaurier-Evolution dar, was die Paläontologin Dr. Annette Richter, Landesmuseum Hannover, als sehr bedeutsam einstuft.

»Plesiosaurier waren echte Wunder der prähistorischen Welt. Wir wollten der neuen Art einen Namen geben, der genau dies zum Ausdruck bringt und zudem zeigen, wie sehr wir Plesiosaurier lieben«, so Adam Smith, Universität von Nottingham.

»Dies ist das bislang beste Beispiel für diese Plesiosaurier-Gruppe aus den Gesteinen von Lyme Regis. Es jagte andere Meeresreptilien und Fische« stellt Ricardo Araujo, Technische Universität von Lissabon, fest.

»Es gibt fast nichts Erfreulicheres, als wenn in den hauseigenen Sammlungen mit neuen Methoden an hinterlegte Fossilreste herangegangen wird und diese dann zu solch spektakulären Ergebnissen führen! Als Fachbereichsleiterin der Naturkunde am Landesmuseum bin ich über alle Maßen erfreut über diese wissenschaftlich spannende Entdeckung. Es fühlt sich an wie ein Neuzugang!« sagt Annette Richter, Oberkustodin der naturkundlichen Sammlungen des Landesmuseums Hannover.

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